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Ronan Keating: Zurück zum Pop

von Michael Latz

Ronan Keating singt. © NDR 2 Fotograf: Mirko Hannemann Detailansicht des Bildes Ronan Keating hat Freude an großen Gesten und Rockerposen. Wer auch immer auf die Idee gekommen ist, Pop- oder Rockkonzerte in bestuhlten Sälen abzuhalten, der hat nicht begriffen, worum es bei solchen Veranstaltungen geht. Anders als die Fans von Ronan Keating. Kaum kommt der blonde Ire mit dem smarten Lächeln auf der Bühne die Showtreppe hinunter und setzt zum ersten Refrain an, da stehen die Fans im Hamburger Kongresszentrum - und setzen sich bis zum Schluss auch nicht mehr. Die Bestuhlung mit den schulterhohen Rückenlehnen wird höchstens noch zum Anlehnen und Verschnaufen bei Balladen wie "The Way You Make Me Feel" gebraucht.

"Back To The Roots" hat Ronan Keating als Losung für seine aktuelle Tour ausgegeben. Und das heißt bei ihm "zurück zum Pop". Zwar war Ronan Keating in den vergangenen Jahren mehr als fleißig - fünf Alben hat er seit 2009 veröffentlicht. Aber ein echter Chartstürmer war nicht dabei. Musikalische Experimente wie das Cover-Album mit Songs von Komponisten-Legende Burt Bacharach oder Ronan Keatings Hommage an seine verstorbene Mutter klangen spannend. In den Läden aber waren sie Flops. Deshalb jetzt die Rolle rückwärts. Das Konzert in Hamburg ist Pop-Musik pur. Natürlich dürfen bei Ronan Keating die Dauerbrenner aus dem Radio wie "Life Is A Rollercoaster", "Lovin Each Day" oder "I Love It When We Do" nicht fehlen. Aber wie es scheint will Ronan Keating den Fans auf dieser Tour vor allem sein neues Album schmackhaft machen. Von insgesamt 20 Songs stammen acht von der Platte.

Viele Pophymnen, wenig Experimente

Gleich zu Anfang startet der Ire in Hamburg mit dem Titeltrack "Fires". Behutsam aber stetig treibt der Beat Ronan Keating dabei zum Refrain, der seiner markanten Stimme genug Raum gibt, ihr Volumen und ihre Kraft zu entfalten. Eine kleine Pophymne, die sofort ins Ohr geht und sich mit dem Refrain dort festsetzt. Zur Kategorie "Gute-Laune-Song" gehört eindeutig "It's Alright", der Song zu Ronan Keatings erstem Kinofilm. "Goddess" heißt die romantische Komödie und feiert Mitte März Premiere. Bei "Wasted Light" sorgt ein Beat, der irgendwann einmal etwas mit Folk- oder Ethnorhythmen zu tun hatte, dafür, dass man sofort mitwippt. Und "Nineteen Again" hat so viel Drive, dass man irgendwie sofort an den jungen Bryan Adams denkt.

Nur einen Song aus seiner Experimentierstube baut Ronan Keating in die Show ein: "Arthur's Theme" vom Bacharach-Album. Ein leichtes Liebeslied, das ursprünglich einmal Christopher Cross gesungen hat, und an dem sich auch schon Shirley Bassey versucht hat. Ansonsten verzichtet der Ire ganz und gar auf Experimente - selbst auf der Bühne. Keine Videoclips und kein Effektgeflacker im Hintergrund, sondern nackte Stahlringe mit eingebauter Showtreppe als Deko und dazu Ronan Keatings Freude an großen Gesten und Rockerposen.

Es wird gewippt, geklatscht und mitgesungen

Ronan Keating singt. © NDR 2 Fotograf: Mirko Hannemann Detailansicht des Bildes Ronan Keating voll in seinem Element. Wer kann diesen Augen widerstehen? Das Konzert in Hamburg war der Abschluss der Europa-Tour. Nächste Woche schon steht der 35-jährige im australischen Melbourne auf der Bühne. Vielleicht wirkt er auch gerade deshalb so gelöst und gerät in Plauderlaune. "Fires" sei ein positives Album, erklärt Ronan Keating zwischendurch. Songs, die nach vorn schauen, auch wenn gerade alles den Bach runtergeht. Und tatsächlich scheinen den Sunnyboy zuletzt arge Zweifel geplagt zu haben. "Es gab Momente, in denen dachte ich, dass ich nicht zurückkommen werde", gesteht er. Mehrmals nennt er die aktuelle Tour sein Comeback. "Fires" soll ihn wieder zurück ins Radio bringen, sagte er, und bedankt sich dafür, dass die Fans ihm die Treue gehalten haben. Und tatsächlich geht die Menge im nahezu ausverkauften CCH mit. Obwohl die neuen Songs für viele noch ungewohnt klingen dürften, wird gewippt, geklatscht, in den Arm genommen, geschmust oder wie etwa bei "If Tomorrow Never Comes" lautstark mitgesungen.

Boyzone gehen im Herbst auf Tour

Die inzwischen mehr als zehn Jahre alten Hits und der neue, altbewährte Sound gehen nahtlos ineinander über. Für ein solides Comeback dürfte das schon reichen, aber Ronan Keating setzt noch einen drauf. Ausgerechnet der frühere Teenieschwarm erzählt von der verstörenden Erfahrung, als Erwachsener bei einem Justin-Bieber-Konzert in der Menge zu stehen. Er habe ganz vergessen, wie laut die Mädels kreischen können, sagt er - und beschwört selbst Kreischen bei seinen eigenen, inzwischen erwachsenen Fans herauf, als er von der geplanten Boyzone-Tour berichtet. 20 Jahre nach ihrem Durchbruch wollen Ronan Keating, Shane Lynch, Mikey Graham und Keith Duffy ab kommenden Herbst noch einmal die europäischen Konzerthallen bespielen. Im Januar 2014 soll auch Deutschland an der Reihe sein. "Back To The Roots" eben, so wie Ronan Keating es versprochen hat.

Dieses Thema im Programm:

NDR 2 | 22.02.2013 | 10:45 Uhr

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Konzertbesucher heben die Arme, schreien und fotografieren. © NDR Fotograf: Mirko Hannemann
 

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