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Retro, märchenhaft und melancholisch

von Kristina Bischoff

Lana del Rey in der O2-World in Hamburg. © NDR 2 Fotograf: Mirko Hannemann Detailansicht des Bildes Wie eine Puppe aus den 60er-Jahren in einem babyblauen und sehr kurzen Kleidchen performt Lana - ohne sich auch nur einmal umzuziehen wie andere Diven. Schräge Sounds wabern in der Halle, bevor es mit dem Konzert losgeht. Sie klingen alt und  düster nach Filmmusik, die auch aus einem Vampirfilm hätte stammen können. Aber wen wundert’s? Lana Del Rey legt Wert auf Stil und ihrer ist kühl und eben auch ein wenig Retro.

Um zehn nach neun ist sie dann endlich da. Erst fällt der Vorhang und gibt den Blick frei auf eine vierköpfige Band, ein Damen-Streicherquartett und im Hintergrund einen breit aufgeklappten riesigen Goldrahmen, der im Laufe des Abends viele schöne Gesichter zeigen wird - meistens gehören sie Lana. Sie ist nun mal auch ein optisches Phänomen und darauf wird gesetzt. Wo andere Bands Landschaften flimmern lassen, ist es bei Lana zumeist sie selbst.

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Lana del Rey in der O2-World in Hamburg. © NDR 2 Fotograf: Mirko Hannemann
 
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Lana del Rey sang sich in der O2-World in Hamburg eineinhalb Stunden lang noch tiefer in die Herzen ihrer Fans. Tolle Stimme, klasse Begleitmusiker, super Bühnenbild - glamourös!

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Wenn Lana del Rey live im ultrakurzen eisblauen Schneewittchen-Outfit über die Bühne schlendert, wird eh alles andere nebensächlich. Und dann tut sie etwas, was wohl keiner erwartet hätte: Sie lächelt und sucht Kontakt zum Publikum. Auch gesanglich zeigt sie, dass sie mehr kann als nur lasziv zu näseln. Schnell stimmt sie klassisch anmutende Töne an, nur um in Soul überzuwechseln. So als wollte sie ihren Kritikern beweisen - ätsch, ich kann also doch singen. Posen kann sie natürlich auch. Es ist schon hübsch anzusehen, mit wie viel Eleganz und Zielstrebigkeit sie sich der Windmaschine nähert. Und dann flattern auch die langen roten Haare malerisch.

Bei Lana del Rey geht es am Ende nur um die Musik

Lana del Rey in der O2-World in Hamburg. © NDR 2 Fotograf: Mirko Hannemann Detailansicht des Bildes Neben dem grandiosen Jazz-Pianisten am Flügel gibt es auch eine Damen-Streichergruppe, die für Gänsehaut sorgt. Dabei geht es doch eigentlich um Musik! Und die kommt auch nicht zu kurz. "Born To Die" ist gleich der vierte Song im Set, das über lange Strecken sehr melancholisch bleibt und Fragen nach der Ortswahl stellt. Denn eigentlich ist ihre Musik zu intim, als dass sie in Stadien gespielt werden sollte. Zum Ausgleich dafür gibt es dann aber Cover-Songs, die rocken und andere Facetten zeigen. Zum Besipiel Nirvanas "Heart Shaped Box" - Lanas Interpretation erzeugt prompt Gänsehaut. Und damit macht sie weiter, zeigt ihr Können in einem Jazz- Standard, "Million Dollar Man", singt kurze Zeit später noch "Blue Velvet" und "Knocking On Heaven’s Door".

Das Markenzeichen ist Melancholie

Lana del Rey in der O2-World in Hamburg. © NDR 2 Fotograf: Mirko Hannemann Detailansicht des Bildes Von der einst schüchternen Lana del Rey ist nichts mehr zu sehen. Die Sängerin nimmt mit ihrer Aura den gesamten Konzertsaal ein. Nach einer Stunde verlässt sie kurz die Bühne. Steht etwa doch noch ein Kostümwechsel an? Fehlanzeige. Als sie wieder kommt, hat sie höchstens die Haare perfekt nachtoupiert und der Lidschatten nachgedunkelt. Auch an anderer Stelle geht es perfekt weiter - in Melancholie, auch wenn das Gefühl auf die Dauer schlecht auszuhalten ist. "Summertime Sadness" spielt sie nach Ablauf der ersten Stunde, im Anschluss "Burning Desire" und dann schließlich der Song, auf den alle gewartet haben. Und auch der einzige, bei dem am Abend mitgesungen wird: "Video Games".

Zu "National Anthem" beschließt sie den Abend, aber nicht ohne Autogramme zu geben. Ein netter Gag zum Schluss, dass sie es während des Autogrammeschreibens noch fertigbringt, in den höchsten Tönen zu singen - das ist echtes Multitasking. Deshalb nimmt es ihr auch keiner übel, dass nach 80 Minuten Show ohne Zugaben Schluss ist. Irgendwie haben doch alle etwas von ihr gehabt. Wenn auch nur den Eindruck, dass Lana Del Rey eine junge Frau ist, die zum Glück auch mal herzlich lachen kann. 

Dieses Thema im Programm:

NDR 2 | Ponik & Petersen - Der NDR 2 Morgen | 07.04.2013 | 09:15 Uhr

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Dieser Artikel wurde ausgedruckt unter der Adresse: http://www.ndr.de/unterhaltung/events/lanadelrey193.html
Autor
NDR 2 Reporterin Kristina Bischoff © NDR 2 Fotograf: Jochen Moseberg
 

Kristina Bischoff

NDR 2 Reporterin

Albumtipp
CD-Cover: Lana Del Rey - "Born To Die" © UDR- Vertigo Berlin
 

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Lana del Rey - "Born To Die"

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