Stand: 10.06.2015 08:23 Uhr

Ein Sommernachtstraum bei Hamburg Sounds

von Florian Skupin

Die Juni-Ausgabe von Hamburg Sounds hat den Zuschauern in der Hamburger Fabrik am Montagabend den Eindruck vermittelt, sie seien mitten in einem Sommernachtstraum. Den ganzen Abend umgaben lockere Rhythmen, fröhliche und energiegeladene Melodien die Gäste - und oft auch aufreizend offensive Texte. Verantwortlich dafür waren der Liedermacher - neudeutsch: Singer-Songwriter - David Huhn, die gebürtige Puerto Ricanerin Judith Tellado und die Musikerin Femme Schmidt.

Judith Tellado am 8.6.2015 auf der Hamburg-Sounds Bühne © NDR 90,3 Fotograf: Florian Skupin

Erotik und Karibik bei Hamburg Sounds

Hamburg Journal -

Bei Hamburg Sounds in der Fabrik versprühte Femme Schmidt Jazzclub-Atmosphäre, Judith Tellado sorgte für karibische Lebensfreude und David Huhn stimmte galant nachdenklich.

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Akt I: Gitarren-Pop während des Sonnenuntergangs am Meer

David Huhn, Schützling des Hamburger Schauspielers Peter Lohmeyer, steht auf der Bühne - schwarze Jeans, schwarzes Hemd und die schwarz-weiße Fender-Gitarre um den Hals. Schnell macht sich eine entspannte Stimmung im Publikum breit. Mit seinen Texten und Melodien beschwört David Huhn die Erinnerungen an das vergangene Sommerwochenende herauf. Als er sagt, dass sich der Abend für ihn wie ein Open-Air-Konzert anfühle, spricht er den Zuschauern aus der Seele - überall lächelnde und nickende Menschen. Mit dem Song "Jede Sekunde" bringt er dann endgültig den Sommer in die Fabrik. Der tolle Latin-Pop des Hamburgers kommt gut an - und bereitet das Publikum bestens auf Judith Tellado vor.

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Ein musikalischer Sommerabend in Hamburg

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Akt II: Latin-Jazz in den Straßen von San Juan

Und die steht wenig später barfuß in einem langen, bunten Sommerkleid auf der Bühne. Dort steht außerdem ein großer schwarzer Flügel, an dem ihr Ehemann sitzt. Den deutschen Musiker hat Judith Tellado in Kanada kennengelernt - dank ihm ist sie heute in Hamburg und lässt die Besucher der Fabrik in die Ferne schweifen. Sie wünsche sich, erzählt sie, bald auch auf Deutsch komponieren zu können, doch an diesem Abend singt sie auf Englisch und Spanisch. Der Funken springt vor allem bei spanischen Texten wie "A un marinero" über. Das Publikum schnipst und swingt mit, hinten im Saal wird getanzt. Als sie den letzten Titel "Dead On Arrival" ankündigt, macht ein trauriges "Oooh" die Runde. Nach der Zugabe "Life In The Sands" gibt es anhaltenden Jubel und Standing Ovations.

Akt III: Pop Noir im schummrigen Nachtclub

Statt barfuß kommt Femme Schmidt mit schwarzen Lack-High-Heels auf die Bühne. "Moin, Hamburg", haucht sie ins Mikrofon und schon geht's los. Die Stimme, das Outfit, die Show - das also ist Pop Noir. Die Musikrichtung hat sie selbst entworfen. Sie sagt, es sei eine Mischung aus Pop, Blues, Jazz und Funk. Das "Noir" sei dann ihre persönliche Note. Sie trägt ein kurzes, schwarzes Glitzerkleid, kokettiert mit dem Publikum und der Band, der Mikrofon-Ständer wird zum Accessoire. Aber sie kann nicht nur lasziv, sondern auch wild und frontal. Bei "Raw" merkt man ihr an, wie viel Spaß sie daran hat, mit dem Publikum interagieren zu können. Das Lied reißt mit. Die Leute wippen im Beat, klatschen mit. Bei "The Music" mischen sich in den kraftvollen Rhythmus auch noch vereinzelte Indie-Klänge. Nach "Shape Of Love" steht das Publikum erneut auf. In den Gesichtern sieht man sie wieder, diese entspannten, zufriedenen Blicke. Das fasziniert-seelige Lächeln, das immer dann entsteht, wenn Musik Menschen berührt.

Einen Mitschnitt des Konzerts sendet NDR 90,3 am Sonntag, den 14. Juni, ab 20 Uhr.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | Hamburg Sounds | 14.06.2015 | 20:00 Uhr