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Alicia Keys in Hamburg: Schlicht schön!

von Michael Latz

Alicia Keys bei ihrem Konzert in Hamburg am 10. Juni 2013.  Fotograf: Isabel Schiffler Detailansicht des Bildes "... als würde Whitney Houston auf der Bühne stehen" - findet unser NDR2-Reporter. "Frisch" und "mutig" - das waren zwei Schlagwörter, mit denen Alicia Keys im vergangenen Jahr ihr erstes Album nach der Babypause ankündigte. Und das scheint sie auch als Motto für ihre Tour ausgegeben zu haben. Zumindest räumt die New Yorkerin bei ihrem Konzert in Hamburg mit dem ungeschriebenen Gesetz auf, dass jemand, der in einer Liga mit Nelly Furtado, Leona Lewis, Jennifer Lopez oder Christina Aguilera spielt, mit ganzen LKW-Ladungen an Kostümen auf Tour gehen muss.

Alicia Keys braucht gerade mal zwei Bühnen-Outfits. Ganz zu Anfang trägt sie eine enge schwarze Hose, dazu einen braunen Rollkragen-Pulli und eine Art eng anliegende, rote Glitzerweste. Der schwarze Schlapphut verschwindet schon nach wenigen Songs, um die kecke Kurzhaarfrisur ins rechte Licht zu rücken. Und auch wenn während der Show mehrmals der Vorhang fällt und Alicia Keys für einige Augenblick verschwindet – dieses Kostüm muss bis zur Zugabe reichen.

Die Frau mit dem "begehbaren Instrumentenschrank"

Statt der Outfits wechselt Alicia Keys die Instrumente. Schon mit fünf Jahren hat sie angefangen, Klavierunterricht zu nehmen und sich dabei offenbar in das Instrument verliebt. Auf Tour hat sie nun einen Flügel dabei, ein Piano und Keyboard. Kaum ist Alicia Keys zum Start in den Abend die Showtreppe herunter gestiegen, schiebt sich der weiße Flügel zwischen den Stiegen zu "You Don't Know My Name" hindurch mitten auf die Bühne. 'Mehr Raum für Musik', scheint sich die New Yorkerin gedacht zu haben. Und so nimmt sich Alicia Keys in Hamburg auch Zeit und Ruhe für ruhige und einfühlsame Momente.

Alicia Keys bei ihrem Konzert in Hamburg am 10. Juni 2013.  Fotograf: Isabel Schiffler Detailansicht des Bildes Schon mit fünf Jahren hat sie angefangen, Klavierunterricht zu nehmen. Bei "Like You Never See Me Again" sitzt sie allein auf der dunklen Bühne am Flügel - eingerahmt nur von zwei Videowänden, die Alicias eigene Nahaufnahmen zeigen. Bei "Diary" wiederum schneidet der Vorhang Alica Keys sogar vom Rest der Bühne ab - und ganz allein versinkt die zierliche Sängerin geradezu hinter dem Piano. Mal singt sie so ganz behutsam das Lieblings-Schlaflied ihres Sohnes. Mal steigert sie sich mit ihrer tiefen Soul-Stimme vom Verletzlichen ins Kraftvolle - wie etwa bei ihrer neuen Single "Brandnew Me". Und mal zeigt die zierliche, kleine Frau ganz geballt, wie viel Power sie mit ihrer Stimme und dem Klavier entwickeln kann. Bei ihrem Hit "Fallin‘" reißt es am Ende fast jeden in der Arena vom Sitz.

Aufs Wesentliche beschränkt: die Musik

Macht man die Augen zu, dann klingt es hin und wieder so, als würde Whitney Houston auf der Bühne stehen. Natürlich lässt Alicia Keys oft auch Flügel und Piano stehen und schlängelt vorn am Bühnenrand auf der Stelle - eine große Tänzerin will sie aber nicht sein. Bei "A Womans World" zum Beispiel wirbeln die vier männlichen Tänzer schmachtend um sie herum – die gemeinsame Choreographie aber ist eher zurückhaltend. Auch die Licht- und Videoshow sind bei weitem nicht so erschlagend und überfrachtet wie bei manch anderer US-Künstlerin.

Trotzdem feuert Alicia Keys die Fans in Hamburg immer wieder an, mit ihr zu feiern und zu tanzen. Als die Ordner die Fans im bestuhlten Innenraum bei "Try Sleeping With A Broken Heart" daran hindern, zur Bühne zu kommen, mischt sich die US-Sängerin sogar ein - und heizt die Stimmung in der Halle mit "Can You Feel Me"-Rufen weiter an.

Sie trommelt sogar...

Alicia Keys bei ihrem Konzert in Hamburg am 10. Juni 2013.  Fotograf: Isabel Schiffler Detailansicht des Bildes Effekte Ja, aber eben nicht übertrieben... Trotz vieler ruhiger Momente steigert sich die Show auf diese Weise langsam in ein Party-Finale hinein. Beim Beat von "No One" ist Schluss mit Sitzen - und bei ihrem aktuellen Charthit "Girl On Fire" lässt Alicia Keys das Klavier links liegen und greift stattdessen selbst zur Trommel.

Die 14-fache Grammy-Gewinnerin fesselt die Fans in der Hamburger Arena, weil sie auf Starallüren verzichtet und sich schnörkellos normal gibt. Erst beim letzten Song zeigt sie Mut zum Glamour, schlüpft in ein langes, schwarzes Abendkleid, das im Scheinwerferlicht nur so funkelt, und singt ihre New-York-Hymne "Empire State Of Mind". Spätestens als sie im Refrain "New York" gegen "Hamburg" austauscht, hat auch der letzte Zweifler in der Arena Gänsehaut.

Dieses Thema im Programm:

NDR 2 | Ponik & Petersen - Der NDR 2 Morgen | 11.06.2013 | 06:00 Uhr

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Autor
Michael Latz, Reporter und NDR 2 Aktuell © NDR Fotograf: Christian Spielmann
 

Michael Latz

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album-tipp
CD-Cover: Alicia Keys - "Girl On Fire" © RCA Records Label
 
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