Stand: 16.02.2016 09:15 Uhr

Party-Spektakel: Deichkind-Tour endet in Hamburg

von Kathrin Otto

Der große Vorhang fällt und gibt den Blick frei - auf überdimensionale, grell beleuchtete Säulen und Personen mit dreieckigen Hüten. Deichkind sind wieder da, zurück in ihrer Heimatstadt Hamburg. Die Bässe wummern und die Band eröffnet ihr Konzert am Montagabend mit dem Song "So 'ne Musik". "Wir haben euch vermisst, es ist viel zu lange her, die Show kann jetzt beginnen und alle nur so: Yeah", heißt es da. Und das Vermissen scheint auf Gegenseitigkeit zu beruhen: Die Band wird von ihren Fans unter großem Jubel empfangen.

Die Hamburger feiern ihre Deichkinder

Rund 10.000 Menschen sind in die fast ausverkaufte Arena gekommen. Viele von ihnen haben sich für ihre Party-Götter extra in Deichkind-Schale geworfen. Einige tragen Mülltüten mit Mustern oder mit Deichkind-Logo aus neonfarbenem Tape, andere Accessoires aus Neon-Leuchtstäben oder selbst gebastelte Dreieckshüte. Und die Stimmung ist von Beginn an genau wie im Auftaktsong: "Die Show kann jetzt beginnen und alle nur so: Yeah."

Krönender Abschluss in der Heimat

Es ist das Abschlusskonzert der "Niveau Weshalb Warum"-Tour, die Deichkind durch die ganze Republik sowie nach Wien und nach Basel geführt hat - und jetzt als Schlusspunkt noch Hamburg. Wie überall haben sie auch hier ihre aufwendige Bühnendeko und ihre ausgefallenen Kostüme dabei und liefern damit eine gewaltige und opulente Show ab. Zu "Denken sie groß" tanzen drei von ihnen mit riesigen, pinkfarbenen Gehirnen über die Bühne - eines so groß, dass es von zwei Personen links und rechts gehalten werden muss. Für "Bück dich hoch" haben die Bandmitglieder eine Choreografie auf Chefsesseln einstudiert. Das Publikum feiert seine Helden, es ist wie im Song "Befehl von ganz unten" - die Band gibt den Wink zum Feiern und die Fans folgen der Anweisung. Spätestens als der riesige "Leider geil"-Ballon zum gleichnamigen Lied über der Bühne schwebt, haben sie sich vor der Bühne eingesungen. Bei "Like mich am Arsch" müssen die Bandmitglieder den Refrain nicht einmal mehr mitsingen - die Menge vor der Bühne ist auch ohne sie laut genug.

Ein Marsch durch die Menge

Porträt

Deichkind: Mehr als Krawall und Remmidemmi

Die Band Deichkind tourt mit dem Album "Niveau Weshalb Warum" durch Deutschland. Am Montag stand sie in ihrer Heimat Hamburg auf der Bühne. Nebenbei engagiert sie sich auch politisch. mehr

Von der Bühne herunter wagt sich auch die Band: "Lass mal stagediven, ich will mehr Kontakt zu den Leuten", heißt es. Und schon machen sie einen Gang durch den vollen Unterrang. Auch wenn sie dazu singen "Hauptsache kein Getümmel, Hauptsache kein Gedrängel, Hauptsache nichts mit Menschen" - von Berührungsängsten keine Spur. Auch dann nicht, als ein Deichkind sich im obligatorischen Schlauchboot von der Menge durch die Halle tragen lässt. Wenn "Roll das Fass rein" ertönt, ist das bei Deichkind natürlich wörtlich zu nehmen. Tatsächlich wird ein riesiges, offenes Fass reingerollt, darauf steht ein Fahne schwenkendes Bandmitglied. Innen hat sich die restliche Band in ihren "Refugees Welcome"-Jogginganzügen platziert - und als Gäste sind die beiden Sänger Der Tobi und Das Bo dabei.

"Remmidemmi" als krönender Abschluss

Zum krönenden Abschluss des Konzertes fahren Deichkind noch mal alles auf, was sie an Dekoration, Kostümen und Show zu bieten haben. Die Gehirne tanzen über die Bühne, einer lässt sich mit knappem Badehöschen in einem Swimmingpool über die Menge tragen. Zwei springen auf einem Trampolin an Seilen bis kurz unter die Decke, eine Hüpfburg liegt auf der Bühne, darüber schweben zwei gigantische silberne Ballons - allerfeinstes "Remmidemmi" eben. Mit diesem Hit geht die umjubelte Tour zu Ende. Die große "Niveau Weshalb Warum"-Tour-Party ist vorbei, Deichkind bedanken sich bei ihrem gesamten Team und dem Publikum. Und dann geht's nach Hause - an diesem Abend auch für die Band selbst.