Stand: 30.05.2014 23:52 Uhr

John Fogerty: Nicht schnacken, lieber rocken

von Daniel Sprenger, NDR.de

"Ich bin nicht hier, um zu reden, ich bin hier, um Musik zu machen!" Ohne Umschweife kommt John Fogerty beim Konzert auf der Freilichtbühne im Hamburger Stadtpark zum Punkt. Sein Motto nach der knappen Begrüßung am Freitagabend scheint zu sein: nicht lang schnacken, lieber rocken!

Es folgt Hit auf Hit

Und schon geht es los, zunächst mit "Who'll Stop the Rain". Dieser Song sei inspiriert durch ein Ereignis Ende der 1960er-Jahre, erklärt Fogerty in einer seiner wenigen Ausführungen und meint: Woodstock. "Ich sah damals besser aus", scherzt er. Er war über vierzig Jahre jünger, na klar, aber die Stimme, die hat sich in all den Jahren kaum verändert. Sie klingt weiterhin frisch und jugendlich.

John Fogerty rockt in Hamburg

Es folgen ohne jegliche Anmoderation oder sonstige Erklärungen, wie sie bei vielen anderen Künstlern üblich sind, weitere Hits, darunter "Down on the Corner", "Looking Out My Backdoor" und "Midnight Special". Diese Lieder von Creedence Clearwater Revival sind aus der Rockgeschichte nicht mehr wegzudenken. Auch wenn die kurz CCR genannte Band nur von 1967 bis 1972 bestand, laufen ihre Songs im Radio auch heute noch rauf und runter. Und dank John Fogerty, dem Gesicht und der Stimme von Creedence Clearwater Revival, auch weiterhin auf der großen Bühne.

Solo-Songs im Wechsel mit CCR-Hits

Bild vergrößern
Fogerty legt immer wieder lange Instrumental-Solos ein und zeigt auch dort sein ganzes Können.

Allerdings hat der Musiker nach der Bandauflösung auch als Solist Musikgeschichte geschrieben. Seine Solo-Songs wie "Blueboy" bietet Fogerty in Hamburg mit seiner neuen Band deshalb im Wechsel mit den alten CCR-Hits dar. Egal, ob mit der Akustik-Gitarre oder einer von drei E-Gitarren, die er nach fast jedem Song tauscht: Fogerty legt immer wieder minutenlange Instrumental-Solos ein und zeigt auch dort sein ganzes Können. Ein Song dauert deshalb bei ihm live nicht die fürs Radio standardisierten dreieinhalb Minuten, sondern fast immer fünf bis sechs.

Geburtstagsständchen bringt Fogerty kurz aus dem Konzept

Irgendwann in einer Gitarren-Wechselpause stimmen erst einige wenige Fans, dann immer mehr "Happy Birthday" an. Fogerty hatte zwei Tage zuvor Geburtstag, seinen 69. Der Musiker zeigt sich überrascht von dem spontanen Ständchen und posiert kokettierend am Rande der Bühne. Allerdings fängt er sich schnell wieder und macht - wie sollte es anders sein - keine großen Worte um seinen Ehrentag. Weiter geht es mit den Balladen "Long as I Can See the Light" und "Have You Ever Seen the Rain".

Zugabe der Extraklasse beendet Reise in die 1960er-Jahre

Gut zwei Stunden dauert das Konzert, an dessen Ende eine Zugabe der Extraklasse steht. "Rocking All Over the World" hatte Fogerty als eines seiner ersten Solo-Projekte produziert. Der Song wurde in der Version von Status Quo zum Welthit und dient Fogerty in Hamburg als Auftakt zum furiosen Finale.

"Einen Song haben wir vergessen zu spielen", schmunzelt er danach. Beim folgenden "Bad Moon Rising" singt auch wirklich der letzte im Publikum mit. Was kann das noch krönen? Richtig: "Proud Mary" mit der bekannten Refrain-Zeile "Rolling on the River". Mit so wenig Worten wie beim Auftritt verabschiedet sich Fogerty schließlich von den Fans: "Danke, dass ich hier sein durfte." Spricht er und verschwindet in die Nacht.

Weitere Informationen

Ihr Bild vom John-Fogerty-Konzert

Waren Sie beim Konzert von John Fogerty im Stadtpark dabei? Hier finden Sie die Besucher-Bilder des Abends. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | 30.05.2014 | 22:00 Uhr