Schauspieler Dieter Pfaff ist tot. Der gebürtige Dortmunder, der seit mehreren Jahren in Hamburg lebte, starb im Alter von 65 Jahren.
Ob in "Bloch", "Der Dicke" oder "Sperling" - Dieter Pfaff verfügte über eine enorme Bildschirmpräsenz. Das war nicht immer so, denn Pfaff galt als Spätberufener.
Erste Auftritte als Schauspieler gelangen Dieter Pfaff in Kinoproduktionen der leichteren, komödiantischen Unterhaltung. 1991 spielte er in Peter Timms Action-Komödie "Manta - Der Film". Da ist der gebürtige Dortmunder bereits 44.
Über zehn Jahre wirkte Pfaff in der erfolgreichen ARD-Krimiserie "Der Fahnder" mit. Als skurril- liebenswerter Streifenpolizist Otto Schatzschneider ermittelte er zunächst in Uniform, später stieg er zur "Nummer zwei" auf und durfte auch in zivil Fälle lösen.
Zunächst blieben Dieter Pfaff nur Nebenrollen vorbehalten, wie die des Kriminaloberrats Vollmer in der Krimiserie "Balko" - auch wenn er da schon sehr erfolgreich spielte. Zusammen mit seinen Kollegen Jochen Horst und Ludger Pistor (Mitte) erhielt er 1996 den Grimme-Preis.
Dieter Pfaff entwickelte sich mehr und mehr zum Charakterdarsteller, was er auch in seiner Rolle als abtrünniger Franziskanerpater Ludger Spengler in der TV-Serie "Bruder Esel" bewies. An der Entwicklung der Geschichten hatte Pfaff mitgewirkt.
Zusammen mit Regisseur Dominik Graf und Autor Rolf Basedow entwickelte Pfaff die Figur des "Sperling". Als gleichnamiger Kommissar ermittelte er in 18 Folgen, bis er die Rolle für "auserzählt" hält. Für sein feinfühliges, engagiertes Spiel bekam der Charakterschauspieler 1997 den Grimme-Preis.
Nicht nur in seinen Filmen kämpfte Dieter Pfaff für Gerechtigkeit. Als Pate engagierte sich der Schauspieler für das Kinderhilfswerk UNICEF, speziell gegen den Einsatz von Kindersoldaten und für Bildung von Mädchen in Afrika.
Auch eine Musikerkarriere wäre möglich gewesen. "Ich habe mich nicht getraut", sagte Dieter Pfaff. Er besaß mehrere Gitarren und nahm eine davon oft zum Filmset mit. Bereits als Knirps begleitete er seine Oma in den Frisiersalon, wo er auf dem Tresen inbrünstig und textsicher Schlager schmetterte.
Dieter Pfaff war ein ausgeprägter Familienmensch: Seit 1969 war er mit Eva Maria Emminger verheiratet, einer Produzentin. Das Paar kannte sich bereits aus der Schule. 1979 kamen die gemeinsamen Zwillinge auf die Welt. Seit 1995 lebte die Familie in Hamburg.
Auch im Fernsehen gab die Familie Halt: In "Bloch" stieß Dieter Pfaff in der Rolle des Psychotherapeuten Maximilian Bloch oft an seine Grenzen. Wenn er mit eigenen Schwächen konfrontiert wurde und seelischen Verletzungen kämpfte, fand er Ausgleich bei seiner Filmfamilie mit Ulrike Krumbiegel und Jonathan Dümcke.
Genauso wie sein Charakter Bloch war auch der Anwalt Gregor Ehrenberg einfühlsam und verständnisvoll, mit dem Herz am rechten Fleck. "Das ist einer, der sich selbst nicht so wichtig nimmt und gerade deshalb eine besondere Kraft entfaltet, anderen zu helfen", sagte Dieter Pfaff über seine Rolle.