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Schotty (Bjarne Mädel) im Angesicht einer Hitler-Büste. © NDR Fotograf: Thorsten Jander
 

Der Tatortreiniger

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Bjarne Mädel: Der Mann für skurrile Typen

von Maya Ueckert

Kaum jemand spielt unauffällige Typen so auffällig gut wie er: Bjarne Mädel kann sich vor Angeboten kaum noch retten. Trottelig, nervig, kauzig - so sind sie oft, die Figuren, die er verkörpert. Genau dafür lieben ihn Zuschauer und Kritiker. Am 12. März feierte Mädel seinen 45. Geburtstag. Auf die vergangenen Lebensjahre dürfte der aus "Stromberg", dem "Tatortreiniger" und "Mord mit Aussicht" bekannte Schauspieler stolz zurückblicken: Beim Publikum kommt er gut an, er ist äußerst erfolgreich und die Rollen kann er sich mittlerweile aussuchen. Für Mädel könnte es nicht besser laufen.

Traum vom Profi-Fußball geplatzt

Sein trockener Humor, der immer wieder in seinen Rollen sichtbar wird, zeugt von seiner norddeutschen Herkunft - Mädel kam 1968 in Hamburg zur Welt. Den Großteil seiner Kindheit und Jugend verbrachte er in Reinbek - vor allem auf dem Fußballplatz bei der TSV Reinbek, wo er einst von einem Dasein als Profi-Fußballer träumte. "Dafür hat es nicht gereicht", erzählte er NDR Moderatorin Bettina Tietjen in einem Interview. Aber seit er mit sechs Jahren das erste Mal bei einem HSV-Spiel im Volksparkstadion gewesen sei, schlage sein Herz für die Raute - "auch in schweren Zeiten".

Liebenswerter Trottel

Der Schauspieler Bjarne Mädel. © dpa Fotograf: Georg Wendt Detailansicht des Bildes Der Durchbruch gelang mit "Stromberg", seitdem ist Bjarne Mädel als Schauspieler stark gefragt. Für den Schauspieler selbst sind längst rosige Zeiten angebrochen. Die Rolle als Bürodepp Berthold "Ernie" Heisterkamp in der ProSieben-Comedyserie "Stromberg" brachte ihm schon vor einigen Jahren den Durchbruch im Fernsehen. Für den Versicherungsangestellten mit fragwürdigen Krawatten und Schweißrändern kam es regelmäßig ganz dick. Der klassische Verlierertyp eben. Einen gewissen Trottelfaktor hat auch der treudoofe Dorfpolizist Schäffer, den Bjarne Mädel in der ARD-Serie "Mord mit Aussicht" verkörpert. Chronisch überfordert vom Tempo seiner Chefin lautet sein Standardsatz: "Mann, mann, mann, ist hier vielleicht wieder was los." Der gemütliche Durchschnittstyp eben.

"Schotty" schrubbt weiter

Die Rolle des gründlich schrubbenden Tatortreinigers Heiko Schotte, genannt "Schotty", bescherte Mädel den Grimme-Preis. Die erste Staffel begeisterte TV-Publikum und Kritiker gleichermaßen, deshalb wurden direkt neue Folgen abgedreht. "Schotty" putzt also weiter mit einer gehörigen Portion Pragmatismus und trockenem Humor überall die Reste weg, wo gerade gestorben wurde. Ein schräger Typ eben. An den Leichenfundorten trifft er auf Angehörige und Menschen in emotionalen Ausnahmezuständen - Stoff für jede Menge skurrile Situationen und Paraderolle für Mädel.

"Mehr Experimente im deutschen Fernsehen!"

Der Erfolg des "Tatortreinigers" freue ihn natürlich, sagte der Darsteller anlässlich der Nominierung der Serie für den Deutschen Fernsehpreis. Er hoffe künftig auf mehr Experimente im deutschen Fernsehen. "Die Sender sollen nicht immer auf Nummer sicher gehen und mehr auf Kreativität setzen."

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Bjarne Mädel und sein Auto in "Der Tatortreiniger" © NDR
 
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Bjarne Mädel ist "Der Tatortreiniger", die Comedy-Reihe im NDR Fernsehen. Heiko "Schotty" Schotte putzt, was andere nicht wegmachen möchten. Ein Streifzug durch seine Welt.

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Haustürverkäufer für Putzmittel

Mädel blickt schon auf einige Stationen in seinem Leben zurück. Als Teenager lebte er eine Zeit lang in Afrika, sein Vater arbeitete als Bauingenieur in Nigeria. Eine spannende Zeit für einen Jungen - dort habe er früh begriffen, "wie gut es uns in Deutschland eigentlich geht", erzählte er Bettina Tietjen. Auch in den USA lebte er zeitweise, wo er unter anderem als Haustürverkäufer für Putzmittel jobbte.

Theater, Film und Fernsehen

Seinen Hauptberuf lernte der Mann mit dem Faible für ungewöhnliche Rollen ganz klassisch: Er besuchte die Hochschule für Film und Fernsehen in Potsdam, dann kamen Engagements beispielsweise am Volkstheater in Rostock und dem Schauspielhaus in Hamburg. Es folgten zahlreiche Rollen in Fernseh- und auch Kinoproduktionen. Heute lebt der Schauspieler in Berlin. Wen er gerne mal spielen würde? Nach all den skurrilen Typen, die ihm bisher unterkamen? Jemand, der von Grund auf böse sei, sagt er, das würde ihn reizen.

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Tatortreiniger Heiko Schotte (Bjarne Mädel) ist geschockt - der tote Psychotherapeut (Michael Wittenborn) erscheint ihm wie ein Geist. © © NDR/Thorsten Jander, honorarfrei
 
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Der Tatortreiniger - Jobs mit hohem Ekelfaktor

In der Serie "Der Tatortreiniger" brilliert Bjarne Mädel als sympathischer Kauz mit gewöhnungsbedürftigem Job. Als Schotty erlebt er Skurriles bei seinen Einsätzen.

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Interview
Heiko "Schotty" Schotte (Bjarne Mädel) bei der Arbeit. © NDR/Studio Hamburg Fotograf: Torsten Jander
 

"Schön, wenn man mir die Figur so abkauft"

Bjarne Mädel im Interview mit NDR.de mehr

Preise
Eine Reihe von Trophäen des Adolf-Grimme-Preises. © dpa-Report Fotograf: Jörg Carstensen
 

Tatortreiniger für Grimme-Preis nominiert

Zusammen mit sieben weiteren NDR Produktionen geht die Comedy-Reihe 2013 ins Rennen um die Trophäe. mehr


Comedypreis für "Tatortreiniger" und Bjarne Mädel

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