Sendedatum: 31.12.2015 17:40 Uhr

Wer sind Freddie Frinton und May Warden?

Freddie Frinton

Sein Talent entdeckt Freddie Frinton beim Unterhalten seiner Kollegen in einer Fischfabrik. Nach seinem Rausschmiss arbeitet er als Sänger und Komiker.

Freddie Coo alias Freddie Frinton kommt 1909 im nordenglischen Grimsby als uneheliches Kind zur Welt. Seine Mutter, die Näherin Florence Elisabeth Coo, muss ihn an Pflegeeltern abgeben. Als 14-Jähriger verlässt er die Schule und beginnt in einer Fischfabrik zu arbeiten. Die Arbeit ist so eintönig, dass Coo seine Kollegen mit Parodien und Witzen unterhält. Seinem Chef gefällt das Unterhaltungsprogramm allerdings weniger - Coo wird gefeuert. Fortan bestreitet er seinen Lebensunterhalt als Sänger und Komiker, seinen neuen Künstlernamen hat er angeblich der Ortschaft "Frinton On Sea" entliehen. Während des Zweiten Weltkriegs wird er Mitglied einer Künstlergruppe der Armee, die die Truppen unterhalten soll.

Bilder aus der langen Karriere von Freddie Frinton: Der große Durchbruch gelingt jedoch erst mit der Fernsehpremiere von "Dinner for One".

Während "Dinner for One" 1948 in London Premiere feiert, ergattert Frinton seine erste Kinorolle in der Komödie "Trouble In The Air". Mitte der 50er-Jahre ist der Schauspieler auf der Suche nach neuen Stücken und entdeckt den Sketch, mit dem er Jahre später zur Legende wird: "Dinner for One". Den späteren Ruhm bescherte ihm 1962 der Besuch von Peter Frankenfeld und Regisseur Heinz Dunkhase im englischen Seebad Blackpool: Frinton und Schauspielkollegin May Warden wurden zur Aufzeichnung des Stücks nach Deutschland eingeladen.

Kurz darauf wird auch das englische Fernsehen auf Frinton aufmerksam. In der 40-teiligen Serie "Meet The Wife" spielt er überaus erfolgreich einen trotteligen Klempner und wird zum britischen Fernsehstar. Auf dem Höhepunkt seiner Karriere erleidet Freddie Frinton im Oktober 1968 einen Herzinfarkt und stirbt im Alter von 59 Jahren.

May Warden

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May Warden stammt aus einer Schauspieler-Familie. Weil sie mit ihren Eltern ständig auf Tournee ist, besucht sie niemals eine Schule.

Fast jeder kennt "Miss Sophie", ihre Darstellerin May Warden die wenigsten. 1963, im Alter von 71 Jahren, hat sie ihren ersten Fernsehauftritt - natürlich mit ihrer Paraderolle in der Sendung "Guten Abend, Peter Frankenfeld". Sie kommt am 9. Mai 1891 im englischen Leeds auf die Welt. Ihre Eltern Maud und Edward sind ein ungewöhnliches Paar: Der amerikanische Vater verdient sein Geld als fahrender Schauspieler, Wardens Mutter stammt aus gutbürgerlichem Haus. Für ihren Ehemann bricht sie mit dem Elternhaus und führt mit ihm ein Leben ohne festen Wohnsitz. May Warden hat deshalb nie eine Schule besucht. Mit zwölf Jahren steht sie zum ersten Mal auf der Bühne und es ist klar, dass sie das Show-Talent ihres Vaters geerbt hat.

1915 lernt Warden den Komiker Silvester Stewart kennen und heiratet ihn. Zwei der vier Kinder treten in die Fußstapfen der Eltern. Tochter Audrey heiratet wiederum einen Künstler, Len Howe, und führt mit ihm Anfang der 50er den Sketch "Dinner for One" auf. 1954 übernimmt Freddie Frinton den Part von Howe, kurz darauf überlässt Audrey ihrer Mutter die Rolle an der Seite Frintons. Fürs Fernsehen wird May Warden erst nach dem Tod Frintons entdeckt - meist in Großmutter-Rollen, aber auch als Obdachlose ohne Sprechrolle in Stanley Kubricks "Uhrwerk Orange". Nach dem Tod ihres Mannes 1973 widmet sie sich vor allem ihren Enkeln. 1978 stirbt May Warden im Alter von 87 Jahren im Londoner Haus ihrer Familie.

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31.12.2015 | 17:40 Uhr