Stand: 31.05.2017 21:00 Uhr

Leslie Clio: "Lila steht für Selbstbestimmung"

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NDR 2 Reporterin Kristina Bischoff (li.) hat mit Sängerin Leslie Clio (re.) gesprochen.

Quirlig, feurig und mit Sätzen wie aus der Pistole geschossen - so hat sich Leslie Clio im NDR 2 Interview präsentiert. Die Wahl-Berlinerin berichtete von ihrem neuen Album. "Purple" heißt der inzwischen dritte Longplayer - und Leslie Clio ist mächtig stolz ist darauf.

Dein neues Album heißt "Purple" - also "Lila". Wofür steht die Farbe - Feminismus, höhere Einsicht? Was ist es bei dir?

Clio: Lila steht für Selbstbestimmung, Selbstverantwortung, für Unabhängigkeit und dafür, seine eigene Frau zu stehen. Und in jedem Land dieser Erde steht diese Farbe noch für etwas anderes. Ich habe, glaube ich, zwei Din-A4-Seiten dazu gesammelt.  

Du sollst für vier Monate auf Hawaii gelebt haben, um Ballast abzuwerfen, ehe du das Album schreiben konntest. Wie hat das deiner Arbeit geholfen?

Clio: Dass ich nach ein paar Wochen des Nichtstuns zu einer schönen Erkenntnis gekommen bin: Ich wollte wieder Songs schreiben. Und die sind dann auch so richtig aus mir herausgesprudelt. Und in Amerika gibt's ja die begehbaren Kleiderschränke. Darin habe ich mir dann gleich eine kleine Gesangskammer gebaut und Demos eingesungen. Die Kammer vermisse ich auch ein bisschen, die war schön! (lacht)

Auf deinem neuen Album gibt es den Song "Bad Habit", den du mit Drangsal aufgenommen hast. Wie ist es dazu gekommen?

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Auf "Purple" hat Leslie Clio mit Drangsal zusammengearbeitet.

Clio: Den Text dazu hatte ich schon auf einem anderen Song. Den Song fand ich nicht gut, aber mit dem Text wollte ich etwas machen. Außerdem wollte ich endlich mal ein Duett machen. Etwas, das es auf meinen vorherigen Alben nicht gab. Mein Manager hatte dann mit Drangsal zu tun und den Kontakt hergestellt. Dann haben wir uns getroffen und den Song in meinem Studio eingesungen. Ich finde es halt auch schön, dass man als Künstler über ein Featuring auch ne andere Facette zeigen kann. Denn bei mir klingt Drangsal ganz anders als auf seinem eigenen Album.

Dein Studio ist in Berlin - wie sieht es darin aus?

Clio: (lächelt) Mein Studio ist ein kleiner, zehn Quadratmeter großer Raum. Und es ist ganz clean. Weiß, mit ein paar Bildern an den Wänden und Sinnsprüchen, aber eben nicht zu bunt. Ich räuchere es auch gerne aus, mache die Fenster auf und glucke auf einen großen Park. Es befindet sich in einem alten, historischen, riesigen Gebäude. Ich nenne es meinen "Elfenbeinturm". Ich bin übrigens ein Nachtarbeiter geworden, seit ich dieses Studio habe. Und dann radele ich nachts um vier zurück von der Arbeit nach Hause am Landwehrkanal entlang. I love it.

Welche sind deine drei herausstechenden Eigenschaften?

Clio: Ich bin lebensfroh, energetisch und ich lache sehr viel. Ich bringe mich selber viel zum Lachen. Wenn ich manchmal in der U-Bahn sitze, lache ich in mich rein, und dann gucken immer alle. Und dann bin ich auch noch intuitiv.

Und was möchtest du noch besser können?

Clio: Was ich ändern würde? Ich finde mich ziemlich gut, wie ich bin. Vielleicht geduldiger? Im besten Fall will man geduldiger werden. (lacht)

Vielen Dank für das Gespräch!

Das Interview führte Kristina Bischoff, NDR 2 Musikredaktion

Dieses Thema im Programm:

NDR 2 | NDR 2 Musik Specials | 31.05.2017 | 21:00 Uhr

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