Stand: 13.03.2016 15:54 Uhr

Hamburger Kultclub Kir feiert Comeback

Der Hamburger Kult-Musikclub Kir hat nach fünf Monaten Pause am Samstagend sein Comeback gefeiert und die neuen Räume am Langenfelder Damm eingeweiht. Das Bezirksamt Eimsbüttel hatte erst am Donnerstag grünes Licht gegeben und die Konzession erteilt. Anfang Februar war die Eröffnung zwei Tage vorher kurzfristig abgesagt worden. Es mussten noch einige offene Fragen mit dem Gewerbe- und dem Bauamt geklärt werden.

So sieht das neue Kir aus

Großer Andrang zur Eröffnung

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Großer Andrang zur Eröffnung: Das Kir war am Samstagabend sehr gut besucht.

Jetzt konnten Kir-Inhaber José Bonachera Boza und Marken-Besitzer Rüdiger Schwarz nach mehrwöchiger Unsicherheit endlich ihre Bar eröffnen und aufatmen - denn sie haben mehrere Tausend Euro in die Renovierung der neuen Räume investiert. Sie bauten eine ehemalige Shisha-Bar komplett um. Fraglich, ob das Kir die hohen Kosten verkraftet hätte, wenn es mit der Genehmigung nicht geklappt hätte. Die Betreiber befürchteten schon das Ende der langen und ruhmreichen Club-Historie. Doch stattdessen wurde am Samstagabend das Comeback gefeiert - und der Laden war voll. Die Gäste waren angetan von der "netten und typischen Kir-Atmosphäre" - zur Freude der Betreiber.

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Die Kir-Macher José Bonachera Boza (l.) und Rüdiger Schwarz freuen sich, dass die Behörden grünes Licht gegeben haben.

Am neuen Standort soll das Konzept zukünftig etwas verändert werden. "Es ist eine Bar mit typischer Kir-Musik - wie zuletzt in der Kleinen Freiheit. Außerdem wollen wir später auch ein Bistro eröffnen, wo es Tapas geben soll", so Schwarz. Bis es soweit ist, wird das Kir nur an den Wochenenden öffnen. Freitags gibt es Musik der Reihe "Where Is My Mind?" (Rock, Indie, Wave) und samstags "Creatures Of The Night" (Gothic, Dark Wave, EBM, Industrial).

Ruhmreiche Club-Historie: Die Ärzte und Björk auf der Bühne

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Das Kir in der Max-Brauer-Allee wurde als "Hamburgs schönster Schuhkarton" bezeichnet.

Das Kir gibt es bereits seit 1983, das neue Gebäude am Langenfelder Damm ist der fünfte Standort. Früher war der Club vor allem durch Konzerte bekannt. Hier spielten Bands wie Sisters Of Mercy, New Model Army, Die Goldenen Zitronen, Bronski Beat, Housemartins, Soul Asylum, Soundgarden und die Sportfreunde Stiller. Die Ärzte hatten im Kir ihren ersten regulären Hamburger Auftritt. Vor 30 Jahren, im Februar 1986, trat im Kir auch die isländische Sängerin Björk mit ihrer damaligen Band KUKL auf.

Das Kir war von Beginn an wichtiger Treffpunkt der Subkultur-Szene. "Vor dem Kir gab es keinen Laden, der so konsequent Indie und Underground gespielt hat. Es war eine Location, in der man Dinge ausprobieren konnte. Wir waren ein Sprungbrett für viele Bands", sagte Kir-Gründer Clemens Grün. Das ist der Club zwar heutzutage nicht mehr, weil es keine Konzerte mehr gibt - dennoch wäre das Aus ein herber Schlag für die Musikszene in Hamburg gewesen.

Geschichte

Kir: Keimzelle der Hamburger Clubkultur

Das Kir ist seit mehr als 30 Jahren wichtiger Treffpunkt der Subkultur-Szene in Hamburg und Sprungbrett für Bands. NDR.de erzählt die Geschichte des Clubs, der seine neue Heimat eröffnet hat. mehr

21 Bilder

Die Odyssee eines Kult-Clubs durch Hamburg

Das Hamburger Kir hat eine lange Historie. Alles begann im Stadtteil Poppenbüttel. NDR.de erzählt die Geschichte des Musikclubs, in dem schon viele bekannte Bands gespielt haben. Bildergalerie

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