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HSV-Verteidiger Ditmar Jakobs liegt verletzt im Tor © picture-alliance
 

Sportmomente, die Geschichte schrieben

Große Siege, bittere Niederlagen, tragische, aber auch komische Momente: Diese Ereignisse prägten die norddeutsche Sportwelt. mehr

Norddeutsche Geschichte
Historische Hamburger Bilder und eine Maske hängen an einer Wand mit blauer, ornamentaler Tapete. © dpa-Bildfunk, picture-alliance, picture-alliance / dpa, picture-alliance / akg-images, fotolia Fotograf: Werner Baum, Tapete: NinaMalyna
 

6.000 Jahre norddeutsche Geschichte

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Uwe Seeler mit HSV-Fahne © dpa
 

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Wimbledon 1991: Stichs Triumph für die Ewigkeit

Michael Stich 1991 mit der Wimbledon-Trophäe © picture-alliance / Rolf Kosecki Detailansicht des Bildes Michael Stich am Ziel seiner Träume: 1991 gewann der Pinneberger Wimbledon. Alles, was Michael Stich im ersten Moment nach seinem größten Triumph hervorbrachte, war ein spitzer Schrei. Der lange Schlaks aus Elmshorn ging in die Knie. Unter ihm der heilige Rasen von Wimbledon, über ihm nur noch der Himmel. Vor 20 Jahren, am 7. Juli 1991, erklomm Stich den Tennis-Olymp und gewann das bedeutendste Turnier der Welt. Im Finale stand dem ebenso begnadeten wie stillen Norddeutschen ausgerechnet die Lichtgestalt des deutschen Tennis gegenüber - Boris Becker. Doch der Leimener, der den Center Court an der Church Road stets als sein "Wohnzimmer" titulierte, hatte an diesem Tag keine Chance. Mit 6:4, 7:6 (7:4) und 6:4 feierte Stich einen verdienten Sieg.

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Michael Stich verabschiedet sich 1997 bei seinem letzten Auftritt am Rothenbaum vom Hamburger Publikum. © picture-alliance / dpa
 
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Wimbledon-Sieger, ATP-Weltmeister und Turnierdirektor am Rothenbaum: Michael Stich war und ist einer der ganz Großen im weißen Sport. Die Karriere des großen Tennis-Ästheten in Bildern.

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"Game, Set, Match Becker"?

Nur ein Mann auf dem ausverkauften Center Court konnte das Erdbeben im deutschen Tennis nicht einordnen. "Game, Set, Match Becker", sprach Schiedsrichter John Bryson. Der versehentliche Irrtum passte irgendwie zu Stichs Karriere. Sogar auf dem höchsten Gipfel stand der Norddeutsche ein bisschen im Schatten des Publikumslieblings Becker. Der rotblonde Leimener war im Finale chancenlos, riss die Zuschauer jedoch auch in seiner bittersten Niederlage von den Sitzen. Dagegen ging Stich ins kollektive Gedächtnis der Tennis-Nation Deutschland weniger als Held, sondern vielmehr als unterkühlter Profi ein.

Gandenlos effektiv, elegant und völlig cool

Michael Stich in Wimbledon 1995 © picture-alliance / dpa Detailansicht des Bildes Technisch begnadet, effektiv und auf dem Tennisplatz immer cool: Michael Stich. Weinerlich flehte der dreimalige Champion Becker den Ball an: "Rüber, rüber!" Es half nichts. Mit gnadenloser Effektivität konterte Stich jeden Angriff und zeigte in seinem ersten Grand-Slam-Finale nicht den Hauch von Nervosität. Bewundernswert, wie der damals 22-Jährige returnierte, sich elegant an der Grundlinie bewegte und der einzigartigen Atmosphäre unter den Augen von Prinzessin Diana trotzte. Auf der anderen Seite hechtete Becker wie gewohnt nach aussichtslosen Bällen, kam jedoch ein ums andere Mal zu spät und zerschellte kläglich am Eisblock Stich.

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Michael Stich (l.) gratuliert Sieger Andre Agassi nach dem Finale der US Open 1994. © picture-alliance / dpa
 

Michael Stich - Tennis nahe der Perfektion

Seine Technik war brillant, sein Ballgefühl enorm: Michael Stich zählt zu den herausragenden deutschen Tennisspielern. Der gebürtige Pinneberger gewann Wimbledon, die ATP-WM und den Davis Cup. mehr

Scharfe Analyse, makelloses Englisch

Die Verzweifelung stand ihm Minuten nach der Siegerehrung im ersten Interview ins Gesicht geschrieben. "Ein Match zu viel" sei das Finale gewesen, stammelte Becker ins Mikrofon des englischen Fernsehens, während Stich ungerührt und geduldig im Hintergrund wartete. Der Sieger bot anschließend eine gestochen scharfe Analyse des historischen Matches in makellosem Englisch - und das im Moment seines größten sportlichen Erfolgs. Die weiblichen Fans im All England Club hätten vor Bewunderung ihre aufwendig drapierten Hüte ziehen müssen, doch anstelle begeisterter Jubelstürme war eher gemurmeltes Mitleid für den Verlierer zu vernehmen.

Erfolgreich abseits des roten Teppichs

Rothenbaum-Turnierdirektor Michael Stich (l.) und sein Geschäftspartner Detlef Hammer © Matthias Heidrich Detailansicht des Bildes Zusammen mit Geschäftspartner Detlef Hammer (r.) organisiert Michael Stich das Rothenbaum-Turnier in Hamburg. Dass der Löwenanteil der Aufmerksamkeit Becker - ob Sieger oder Verlierer - zukam, störte Stich nicht. So wie er sich zumindest öffentlich auch Jahre nach dem Wimbledonsieg nie über seinen Status als klare Nummer zwei hinter Volkstribun Becker beklagte. Er genoss still seinen Triumph, das anschließende Championsdinner an der Seite von Steffi Graf und wohl auch die Videoaufzeichnung seines Vaters Detlef, der den Camcorder stur auf die Zeremonie unten auf dem Rasen gerichtet hatte. 20 Jahre nach dem historischen Duell, das die große Rivalität der beiden begründete, sind die Rollen noch immer klar verteilt. Aber mittlerweile kommt Stich dabei besser weg. Während Becker vor Gericht, am Boxring oder Pokertisch immer noch seine Rolle nach der Weltkarriere sucht, hat Stich seine mit einer Stiftung und als Turnierdirektor am Hamburger Rothenbaum gefunden. Weitab von roten Teppichen, die er auch 20 Jahre nach seinem Wimbledon-Triumph immer noch gerne anderen überlässt.

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