Sport-Idole des Nordens - Legenden
Porträts und Bildergalerien von unvergessenen Sportlern. mehr
Ewald Lienen sitzt nach dem Foul schockiert auf dem Rasen.
Michael Kutzop hat seine Elfmeter-Geschichte, Uwe Reinders seine Einwurf-Tor-Geschichte - mit dem Bremer Norbert Siegmann verbinden die Fußballfans ebenfalls einen historischen Sportmoment: Den des Fouls an seinem Gegenspieler Ewald Lienen, dem er mit seinem Stollen den Oberschenkel aufschlitzte. Seitdem gilt Siegmann als der "Schlitzer", seine Aktion als brutalstes und hässlichstes Foul der Ligageschichte. Dabei hatte Siegmann an jenem 14. August 1981 beim Bundesligaspiel zwischen Werder Bremen und Arminia Bielefeld für den Zweikampf lediglich die Gelbe Karte gesehen.
"Eigentlich war es ein Allerweltsfoul", sagte Siegmann später einmal in einem Interview, "zu 90 Prozent ein Unfall. Meine Güte, ich habe immer 1.000 Prozent gegeben, ich wollte gewinnen. Die Bielefelder haben in dem Spiel reingehauen wie die Kesselflicker. Und irgendwann hat der Otto gesagt: Haut auch mal rein! Aber noch mal, das war keine Absicht von mir." Der Bremer grätschte von vorne in den ballführenden Lienen hinein. Was den Tritt so furchtbar werden ließ, war die Tatsache, dass Siegmanns Stollen den Oberschenkel seines Gegenspielers auf 25 Zentimeter aufschlitzte. Das Bild des anschließend auf dem Boden sitzenden Lienen, der immer wieder entsetzt auf die Wunde mit den blanken Knochen und Muskeln blickt, ist unvergessen.
Ewald Lienen beschuldigt Bremens Trainer Otto Rehhagel, er habe seine Spieler zur Treterei angestiftet.
Lienen stürmte schon kurz danach humpelnd und schreiend auf Bremens Trainer Otto Rehhagel zu, er habe seine Spieler zur Treterei animiert. Lienen ging sogar gerichtlich gegen Siegmann und Rehhagel vor - und scheiterte. Seine schwere Verletzung verheilte relativ schnell, nach vier Wochen konnte er wieder spielen. Beim "Rückspiel" in Bielefeld saß Rehhagel mit kugelsicherer Weste auf der Bank, weil es Morddrohungen gegen ihn gab. "Mich hat der Ewald damals genervt", sagte Siegmann. "Keiner hat gefragt, wie es mir dabei geht, dem Täter. Ich war gebrandmarkt als der Ober-Treter. Obwohl ich in meiner ganzen Bundesliga-Karriere keine einzige Rote Karte gesehen habe." Jahre später sprachen sich Siegmann und Lienen aus - irgendwann wollen beide ein Buch über das Foul schreiben.
Werder Bremen -Arminia Bielefeld 1:0 (0:0)
Tor: 1:0 Meier (54.)
Zuschauer: 34.000
Bremen: Burdenski - Fichtel, Gruber, Kamp, Otten - Siegmann, Möhlmann, Bracht, Reinders - Kostedde, Meier (75. Rautiainen)
Bielefeld:: Kneib - Hupe, Bregman, Dronia, Pohl - Krobbach, Riedl, Geils, Pagelsdorf - Lienen (20. Krumbein), Schock (65. Steffensen)















































































































































































































































































































































































