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Pokal-Geschichte: St. Pauli besiegt St. Pauli

Horst Wohlers im Trikot des FC St. Pauli © Witters Fotograf: Wilfried Witters Detailansicht des Bildes 1969 am Beginn seiner Karriere: Horst Wohlers im Trikot des FC St. Pauli. Die Auslosung: unglaublich, das Ergebnis: eine Sensation, das Nachspiel: peinlich. Am 26. Juli 1969 findet am Hamburger Millerntor eines der merkwürdigsten Spiele in der Geschichte des DFB-Pokals statt. Der FC St. Pauli trifft auf den FC St. Pauli, genauer: die Lizenzspieler-Mannschaft - damals in der zweitklassigen Regionalliga Nord - auf die eigenen Amateure. "Wir waren ein bisschen erschüttert, dass dies überhaupt möglich war. Aber so wurde eben ausgelost", erinnert sich Stürmer Kurt Hehl bei NDR 90,3. Obwohl alle ein besseres Trainingsspiel erwarten, kommen 1.500 Zuschauer ans Millerntor.

"Haben ihrem Brötchengeber die Kehle durchgeschnitten"

Doch ein lockerer Freizeitkick ist die Partie keineswegs. Die Amateure halten dagegen und gehen in der 64. Minute sogar in Führung. Der gerade eingewechselte Peter Darsow markiert das entscheidende 1:0 für den Außenseiter. "Darsow war eigentlich Vorstopper und hat nie ein Tor geschossen. Aber da hat er getroffen", so Hehl. Die Blamage für das Regionalliga-Team ist perfekt und hat nicht nur sportliche Konsequenzen. Zuschauer-Einnahmen im DFB-Pokal sind wichtig für den Verein. Dass die Amateur-Elf auch noch die zweite Qualifikationsrunde übersteht und die erste Hauptrunde erreichen wird, glaubt niemand. "Die Amateure haben ihrem Brötchengeber praktisch die Gurgel durchgeschnitten", tobt Regionalliga-Coach Erwin Türk.

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Juri Sawitschew, Martin Driller und Jens Scharping (v.l.) feiern den Bundesliga-Aufstieg des FC St. Pauli im Jahr 1995. © picture-alliance / dpa
 
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Abstiege, Aufstiege und immer viele Emotionen: Der FC St. Pauli bewegt seine leidensfähigen Fans seit vielen Jahrzehnten - positiv wie negativ.

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Verein protestiert gegen sich selbst

Was tut also der FC St. Pauli? Er legt tatsächlich Protest gegen die Wertung des Spiels und damit gegen sich selbst ein. Begründung: Hehl und Sturmlegende Horst Haecks, der nach einer schweren Knieverletzung sein Comeback gibt, seien für die zweite Mannschaft nicht spielberechtigt gewesen. Das Duo hatte sich "reamateurisieren" lassen, wie es im schönsten Verwaltungsdeutsch der 1960er-Jahre heißt. Laut FC St. Pauli sei der Vorgang aber noch nicht rechtskräftig abgeschlossen. Der Deutsche Fußball-Bund folgt dieser abenteuerlichen Begründung nicht und lehnt den Einspruch ab. Die Amateure dürfen in der zweiten Qualifikationsrunde antreten, verpassen aber gegen Göttingen 05 die nächste Sensation. Doch dies ist nur eine Randnotiz in einer der abenteuerlichsten Episoden in der Geschichte des DFB-Pokals.  

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