Burgturnier: Nieberg Sieger im Großen Preis
Lars Nieberg hat den Großen Preis von Nörten-Hardenberg gewonnen. Der Springreiter aus Münster blieb als einziger Starter im Stechen ohne Fehler. mehr
Jessica Springsteen war in diesem Jahr bereits beim Pfingsturnier in Wiesbaden dabei. (Archivbild)
Ihr Vater sang einst "Born in the USA" - und das ist sie auch, genauer gesagt in Los Angeles. Die 22-jährige Jessica ist die Tochter der Rock-Legende Bruce Springsteen und sie ist gerade auf dem Weg, auch ein Megastar zu werden. Musik liegt ihr allerdings nicht so sehr, das sagt sie selber von sich. Sie sucht ihr Glück lieber auf dem Rücken der Pferde. Genauer gesagt: als Springreiterin. Mit fünf Jahren kam sie über ihre Mutter Patti Scialfa zum Reiten und durchlief das anspruchsvolle System der amerikanischen Talentförderung. Als Siebzehnjährige siegte sie bei den U-18-Nordamerikameisterschaften und im vergangenen Jahr nahm sie zum ersten Mal als Senior-Reiterin an einem Nationalpreis teil.
In diesem Sport spielt eben auch Geld eine ganz entscheidende Rolle: Vater Bruce kaufte ihr erst im März diesen Jahres die zwölfjährige Stute "Lisona", die zuvor dem irischen Nationenpreissieger Darragh Kerins gehört hatte. Der Wert: mehr als eine Million Euro.
Bereits in Wiesbaden hatte der Boss den Blick fest auf Tochter Jessica gerichtet. An seiner Seite Seite Ehefrau Patti Scialfa.
Jessica ist die einzige Tochter Springsteens, sie hat aber noch zwei Brüder: den zwei Jahre älteren Evan James und den jüngeren Bruder Sam Ryan. Springsteen ist mit seiner Frau Patti, Sängerin in seiner Band, seit 1991 verheiratet. In früheren Interviews sagte er, dass das Familienleben - besonders gemeinsame Spaziergänge und Ausritte - für ihn sehr wichtig sei. Und so sagt auch Tochter Jessica, dass das Verhältnis zu ihrem Vater besser nicht sein könne. Auf einem Konzert in Stuttgart holte er sie sogar zu dem Titel "Dancing in the Dark" auf die Bühne, um gemeinsam mit ihr zu tanzen.
Jessica Springsteen hat beim Burgturnier in Nörten-Hardenberg also eindeutig einen Prominenten-Bonus. Alle wissen, dass ihr Vater, der Rocksänger, im Publikum sitzt und mit der Tochter mitfiebert. Ein Bonus, aber vielleicht auch eine Last, denn sicherlich wird der ein oder andere gerade deshalb ihr reiterliches Können mit Argusaugen betrachten.
Vater Bruce unterstützt seine Tochter - auch finanziell. (Archivbild)
Ein Pluspunkt ist aber sicherlich, dass die junge Frau eine große Natürlichkeit ausstrahlt. Vielleicht ein Erbe ihres Vaters, der auf der Bühne Tausende in seinen Bann ziehen kann - durch seine Musik, aber eben auch, weil er ein ganz normaler Mensch geblieben zu sein scheint. Der sein Publikum ernst nimmt, es als gleichberechtigt ansieht, ständig mit ihm redet, ihm Geschichten aus seinem Leben erzählt und es unermüdlich zum Mitsingen und Mittanzen auffordert. Und er ist ein fast fanatischer Arbeiter, ein Keuler, dessen Konzerte nie unter drei Stunden dauern, eher schon mal vier. Dabei wirkt er nie gestresst oder erschöpft, immer überzeugt er durch seine Spielfreude. Jeder im Publikum merkt, wieviel Spaß ihm seine Musik macht.
Sollte seine Tochter Jessica diese Eigenschaften geerbt haben, dann kann sicherlich nichts ihren Weg an die Spitze der Weltreiterspiele stoppen.