Carsten-Otto Nagel

von Bernd Schlüter, NDR Online
Kurz-Bio Carsten-Otto Nagel
RubrikDaten
Geburtsdatum:23.09.1962
Geburtsort:Marne
Wohnort:Wedel (Holstein)
Disziplin:Springreiten
Nationalität:deutsch
Ausbildung:Pferdewirtschaftsmeister
Hobbys:Skat, Tischtennis
Größte Erfolge:Mannschafts-Weltmeister 2010; Europameisterschaften: Einzel-Silber 2009, 2011, Team-Gold 1999, 2011, Team-Bronze 2009; Deutscher Meister 1999; Riders-Tour-Gesamtsieger 2008; Sieger im Deutschen Spring-Derby 1999, 2010; Sieger im Championat von Hamburg 2007; Mannschafts-Sieger Nationenpreis von Falsterbo und Rotterdam.

Carsten-Otto Nagel © fishing4 Detailansicht des Bildes Carsten-Otto Nagel wurde 2010 Mannschafts-Weltmeister in Lexington. Carsten-Otto Nagel und England: Das passt einfach zusammen. Dort krönte der Schleswig-Holsteiner nicht nur 1999 seinen kometenhaften Aufstieg, sondern auch 2009 seine hart erarbeitete Rückkehr in die Weltspitze der Springreiter. Dazwischen lagen zehn Jahre, in denen der zurückhaltende Wedeler zeitweise fast in der sportlichen Versenkung verschwunden war, seine Wochenenden auf Regionalturnieren verbrachte, um talentierte Pferde auf größere Aufgaben vorzubereiten. Nagels Fleiß, Mühe und Geduld haben sich gelohnt: "Corradina ist das beste Pferd, das ich je hatte", sagt er über seine Schimmelstute, die er selbst ausgebildet - und die ihn im August 2009 im englischen Windsor Castle zu Einzel-Silber und Mannschafts-Bronze getragen hat. Ein Ergebnis, das im Oktober 2010 im - zumindest englischsprachigen - Lexington (USA) noch getoppt werden sollte: Dort triumphierte der Schleswig-Holsteiner bei den Weltreiterspielen im Mannschafts-Wettbewerb. Es war das erste WM-Gold für Deutschland seit 1998.

Sportliches Tief zwischen 2002 und 2007

Bereits 1999 hatte der Familienvater - ein Sohn und eine Tochter - seine Visitenkarte in der Weltspitze abgegeben. In diesem Jahr triumphierte Nagel beim Deutschen Spring-Derby in Hamburg und sicherte sich mit der deutschen Equipe den Mannschafts-Europameistertitel in Hickstead. Zwischen beiden Ereignissen wurde er zudem deutscher Meister der Springreiter. Zu dieser Zeit hatte Nagel mehrere Weltklassepferde im Sattel: Lagretto, Wienerwirbel, L'Eperon und Deichgräfin machten ihn zwischen 1995 und 1999 zu einem der erfolgreichsten deutschen Reiter und einer Stammkraft bei Nationenpreisen. Und auch in den Jahren danach feierte der Wedeler noch einige Erfolge, ohne aber den langsamen Abstieg verhindern zu können. "Ich hatte Mitte der 2000er Jahre einfach kein Top-Pferd zur Verfügung", so der gebürtige Marner, der seit 1992 auf dem Gestüt Moorhof im holsteinischen Wedel arbeitet. Schon als Zwölfjähriger hatte er übrigens sein erstes schweres Springen geritten und gleich gegen den Weltklassereiter Hartwig Steenken gewonnen. Als junger Mann bildete Nagel die Pferde aus dem väterlichen Stall aus, die nach guter Entwicklung weiter verkauft wurden.

Europameisterschafts-Party nach bitterem Olympia-Aus

Ab 2007 häuften sich dann die Platzierungen bei größeren Turnieren - vor allem ein Verdienst von Corradina. Und mit Calle Cool hatte Nagel zudem auch wieder ein Pferd zur Verfügung, das beim Deutschen Derby in Hamburg stets zum Favoritenkreis gehört. 2008 gewann Nagel dann die Gesamtwertung der Riders Tour und stand zudem auf der Kandidatenliste für die Olympischen Reiterspiele in Hongkong. Die Teilnahme scheiterte allerdings daran, dass Corradinas Besitzer, Michael Herz, wegen der klimatischen Bedingungen einer Reise seines Pferdes nach Asien von vorneherein kritisch gegenüber stand und eine Einsatzgarantie verlangte, die ihm Bundestrainer Kurt Gravemeier nicht geben wollte. Mit dem Wechsel von Gravemeier zu Otto Becker am 1. Januar 2009 kehrte Nagel allerdings in die Nationalmannschaft zurück - und rettete den von Negativschlagzeilen gebeutelten Deutschen schließlich mit seinem Silberritt eine fast schon verkorkste Europameisterschaft. "Ich kann es nicht fassen. Ich hatte so viel Druck und dann hole ich Silber. Ich bin so stolz", sagte der damals 46 Jahre alte Springreiter, um beim WM-Titel ein Jahr später schon zu den unbestrittenen Führungsfiguren im deutschen Team zu gehören.

Die Karriere-Krönung fehlt noch

Im September 2011 holte Nagel mit der deutschen Equipe Gold bei den Europameisterschaften in Madrid, um anschließend im Einzel erneut zu Silber zu reiten. Diesmal war das allerdings eine Enttäuschung. Denn was dem ruhigen Wedeler noch fehlt, ist ein Sieg bei einem großen Turnier. "Wir schaffen das noch mit dem Titel", bewahrte sich Nagel nach dem knapp verpassten Sieg in Madrid aber seinen Optimismus. Die nächste Chance: Olympia 2012 in London.

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