Hinrich Romeike

von Bernd Schlüter, NDR Online
Kurz-Bio Hinrich Romeike
RubrikDaten
Geburtsdatum:26. Mai 1963
Geburtsort:Rendsburg
Disziplin:Vielseitigkeit
Ausbildung:Zahnarzt
Nationalität:deutsch
Familienstand:verheiratet, drei Kinder
Hobbys:Skilaufen, Segeln
Größte Erfolge:Olympische Spiele: Gold/Einzel und Mannschaft 2008, 5. Platz/Einzel 2004, 4. Platz/Mannschaft 2004, Weltmeisterschaften: Gold/Mannschaft 2006, 5. Platz/Einzel 2006, Europameisterschaften: Bronze/Mannschaft 2003, Deutsche Meisterschaften: Silber 2003, 2005; Sieger beim Nationenpreis 2002, 2007, 2008
Autogrammadresse:Moholz 1, 24809 Nübbel

Vielseitigkeitsreiter Hinrich Romeike mit seinen beiden Goldmedaillen der Olympischen Spiele 2008. © dpa Fotograf: Jochen Luebke Detailansicht des Bildes Hinrich Romeike ist ein Amateur - und hat im Vielseitigkeitsreiten trotzdem alles gewonnen. Mit seinem Doppel-Olympiasieg bei den Reiterspielen 2008 in Hongkong hat sich der Zahnarzt aus Nübbel in die Geschichtsbücher geritten. Auf Marius führte er zunächst die schwarz-rot-goldene Equipe zum Mannschaftsgold und machte so die Schmach von Athen wett, als der deutschen Mannschaft der erste Platz am grünen Tisch wieder weggenommen wurde. Anschließend bestätigte er auch in der Einzelkonkurrenz seine bestechende Form und landete ebenfalls ganz oben auf dem Treppchen. "Das waren unsere Spiele, das war unser Turnier. Ich war schon so glücklich mit dem Mannschaftsgold. Der Einzelsieg hier ist das Tüpfelchen auf dem I-Tüpfelchen auf der Sahnehaube", sagte der damals 45-Jährige und gab seinen Praxis-Angestellten via Fernsehen einen Tag frei. Keine Frage, Romeike hat im Jahr 2008 bleibenden Eindruck hinterlassen. Bei der Wahl zu Deutschlands Sportler des Jahres landete er noch vor Formel-1-Pilot Sebastian Vettel oder Ausnahmeturner Fabian Hambüchen auf Rang vier.

Weltmeistertitel 2006

Bereits im Jahr 2006 hatte Romeike auf internationalem Parkett groß aufgetrumpft: Bei der WM in Aachen lieferten "Hini", wie er von seinem Reiter-Kollegen gerufen wird, und Schimmelwallach Marius einen nahezu perfekten Auftritt ab. Belohnt wurden beide dafür mit Platz fünf im Einzel, der Goldmedaille in der Mannschaftswertung und der Ehrung als "Schleswig-Holsteins Sportler des Jahres 2006". Der Durchbruch war Romeike im Jahr 2003 mit der deutschen Vizemeisterschaft und EM-Platz 15 gelungen. Bei der EM 2005 folgte die erste internationale Medaille, Bronze mit der Mannschaft, ehe er 2006 schließlich zum WM-Titel galoppierte. "Ich halte mich nicht für besonders talentiert, aber ich bin beharrlich, geduldig und ein Pferdefreund. Und das Handwerk des Reitens kann man lernen", sagt der sympathische Schleswig-Holsteiner über sich selbst.

Marius - ein "Ausnahmepferd"

Die sportlichen Erfolge sind untrennbar mit Marius verknüpft. "Er ist ein Ausnahmepferd - mit Charakter und Moral", lobt Romeike den Holsteiner. Seit 1999 befindet sich der furchtlose Schimmel in Familienbesitz. Seine besondere Stärke liegt ganz klar im Gelände, aber auch in Dressur- und Springprüfungen hat er sich kontinuierlich weiterentwickelt. Ein Ergebnis der langsamen Aufbauarbeit Romeikes, der die Anforderungen an sein Top-Pferd ohne Zeitdruck gesteigert hat und den Wallach inzwischen als "Wunder" bezeichnet. Im Jahr 2002 fiel Marius dann mit der zehntbesten Einzelleistung bei den Deutschen Mannschaftsmeisterschaften erstmals auf überregionaler Ebene auf, kurz darauf wurde er beim CCIO** in Kreuth Dritter. Diese Platzierungen waren allerdings nur die Vorboten: Denn seit der EM 2003, als Amateur Romeike und Marius überraschend für das beste deutsche Einzel-Ergebnis sorgten, stand das Erfolgsduo aus Schleswig-Holstein beim Bundestrainer ganz oben im Notizbuch.

Seit 2009 kämpft der Holsteiner mit einer Verletzung

Seit dem Frühjahr 2009 aber ist es stiller geworden um Romeike und seinen Holsteiner. Eine Verletzung des Fesselträgers im linken Vorderbein hat das Pferd für Monate außer Gefecht gesetzt, dann erlitt Marius im Aufbautraining einen Rückschlag. "Daraus habe ich gelernt, wir lassen uns ganz viel Zeit", sagt der Olympiasieger. Mit der EM 2011 wird das Erfolgsduo nun die dritte Großveranstaltung in Folge verpassen. Als Vorsichtsmaßnahme. Denn ein großes Ziel hat der Zahnarzt aus Nübbel noch: 2012 will er in London seine Olympia-Medaille verteidigen. Hat er Erfolg, dürfen sich seine Angestellten wohl auf einen weiteren freien Tag freuen.

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