Ludger Beerbaum

Kurz-Bio Ludger Beerbaum
RubrikDaten
Geburtsdatum:26.08.1963
Geburtsort:Adelebsen
Größe:190 cm
Gewicht:79 kg
Disziplin:Springreiten
Nationalität:Deutschland
Ausbildung:Reiter
Hobbys:Skifahren, Fußball
Größte Erfolge:Olympische Spiele: Gold/Einzel 1992, Gold/Mannschaft 1988, 1996, 2000;1992 Sport Bambi; WM/Mannschaft: Gold 1994 und 1998, Silber 1990, Bronze 2006; EM: Sieger/Mannschaft 1997, 1999, 2003, 2011, Silber/Mannschaft 2007, Sieger/Einzel 1997, 2001, Silber/Einzel 2003, Bronze/Einzel 2007; Deutsche Meistertitel: 1988, 1992, 1993, 1997, 1998, 2000, 2001, 2004, 2011; Weltcup 1993, 1997, Riders-Tour-Gesamtsieg 2001, 2002, 2003, 2009, 2011
Autogrammadresse:Prozessionsweg 51a, 48477 Hörstel-Riesenbeck
Homepage:http://www.ludger-beerbaum.de

Springreiter Ludger Beerbaum auf seinem Olympiapferd "All Inclusive" © picture-alliance/ dpa Detailansicht des Bildes Ludger Beerbaum auf "All Inclusive" Vor mehr als 25 Jahren hatte Ludger Beerbaum seinen ersten großen Auftritt im Springparcours: Bei den deutschen Junioren-Meisterschaften verpasste er mit Wetteifernde den Titel nur knapp, landete auf dem zweiten Rang. Es war der Beginn einer großen Karriere: Der heute 46-Jährige aus dem niedersächsischen Adelebsen hat inzwischen mehr als 30 nationale und internationale Medaillen erobert, darunter allein viermal olympisches Gold, und gilt als einer der erfolgreichsten Springreiter aller Zeiten. Bei deutschen Einzel-Meisterschaften landete er seit 1987 insgesamt 14 Mal auf dem Treppchen. Keine Überraschung, dass der bekennende Bayern-München-Fan mit acht Titeln inzwischen auch deutscher Rekordmeister ist.

Nach einem Sturz für eine Woche im Koma

Der 1985 verstorbene Bundestrainer Hermann Schridde hatte das Talent und den Fleiß des Niedersachsen bereits Ende der 70er-Jahre in seinem Notizbuch vermerkt. Allerdings musste der Erfolgsreiter zu Beginn seiner Karriere auch herbe Rückschläge einstecken: Als 15-Jähriger lag er nach einem Sturz eine Woche im Koma. 1985 ging Beerbaum zu seinem mehrjährigen Förderer Paul Schockemöhle. Nach privaten Differenzen mit Schockemöhle wechselte er 1989 in den Stall des Unternehmers Alexander Moksel nach Buchloe. Dort gelang es ihm, einen sportlichen Kontrapunkt zur damals in Deutschland dominierenden Reiterzentrale in Mühlen aufzubauen. Nach einem kurzen Intermezzo im Bundesleistungszentrum Reiten in Warendorf machte sich der Niedersachse schließlich mit einer eigenen Reitanlage im westfälischen Riesenbeck selbstständig, um dort seine einzigartige Karriere fortzusetzen.

2006 Als "Vorbild im Sport" ausgezeichnet - heute umstritten

Aber nicht nur im Springparcours, sondern auch außerhalb fällt Beerbaum auf. Bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen war er Fahnenträger des deutschen Teams. "Beerbaum entspricht dem Idealbild eines mündigen, selbstbestimmten Athleten, der Mitbestimmungs- und Mitgestaltungsmöglichkeiten ausschöpft und mit seinem Auftreten ein Vorbild für die Jugend ist", so die Begründung des Nationalen Olympischen Komittees für die Auswahl. Und bei der Fernseh-Gala "Sportler des Jahres 2006" wurde der Erfolgsreiter mit einem Preis für Vorbilder im Sport ausgezeichnet. Die Jury ehrte ihn damit für sein langjähriges Engagement in der Talentförderung. Prominentester Zögling des vierfachen Olympiasiegers ist Marco Kutscher, der es vom jungen Bereiter bis zum EM-Titel gebracht hat. Allerdings hat Beerbaums Ruf inzwischen gelitten. "Im Laufe der Jahre habe ich mich darin eingerichtet, auszuschöpfen, was geht": Mit dieser Aussage im Mai 2009 über seine eigenen Erfahrungen mit dem Umgang von Medikationen bei Pferden trat Beerbaum eine Lawine los. Die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) löste in einem ungewöhnlichen Akt ihre Nationalkader auf. Eine Kommission des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB) befragte unzählige Reiter und Funktionäre zum Thema Doping und verbotene Medikation, um letztlich zu dem Schluss zu kommen, dass es ihrer Ansicht nach keinen Flächenbrand gebe.

Dopingvorwürfe 2004 zum Teil entkräftet

Die Medikationsaffäre war nicht Beerbaums erster Kontakt mit dem Thema Doping. Bei den Olympischen Spielen in Athen 2004 holten die Deutschen zunächst Mannschafts-Gold. Allerdings wurde dem Team der Sieg aberkannt, weil Beerbaums Pferd Goldfever positiv auf die verbotene Substanz Betamethason getestet wurde. Der Niedersachse verteidigte sich vehement gegen die erhobenen Vorwürfe und konnte nachweisen, dass die Substanz durch eine Salbe, die zur Behandlung einer kleinen Verletzung aufgetragen wurde, in den Blutkreislauf des Pferdes gelangt war. Beerbaum übernahm die Verantwortung dafür, legte aber Wert darauf, dass es sich nicht um bewusstes Doping zur Leistungssteigerung gehandelt hatte. Und auch 2008 in Hongkong beeinflusste ein Skandal um verbotene Medikation die Medaillenchancen Beerbaums. Nach einem enttäuschenden Mannschaftsergebnis (Rang fünf) sorgte kurz vor der Einzelkonkurrenz die positive Probe bei Christian Ahlmanns Pferd Cöster für Aufregung im deutschen Springreiter-Lager - und auch bei Beerbaum, der auf All Inclusive schließlich nur auf Rang sieben belegte. Mittlerweile wird All Inclusive vom Iren Denis Lynch geritten. Den "lukrativen Deal" bezahlte Beerbaum mit dem Verlust seiner Vormachtstellung im deutschen Springsport, zum Gesamtsieg in der Riders Tour 2009 mit Coupe de Coeur reichte es für ihn dennoch.

Jede Olympia-Teilnahme hat eine dramatische Geschichte

Aus Seoul, Barcelona, Los Angeles und Sydney hat Beerbaum derweil jeweils eine olympische Goldmedaille mitgebracht. Und jede hat ihre dramatische Geschichte: Bei den Spielen 1988 in Seoul musste sich Deutschlands bester Springreiter in weniger als 48 Stunden auf das Ersatzpferd The Freak einstellen. In Barcelona 1992 konnte er im Nationenpreis gerade noch rechtzeitig von seiner Stute abspringen. Das Zaumzeug war gerissen, alles schien vorbei. Doch zwei Tage später gewann er in der Einzelwertung Gold. 1996 in Atlanta stand er mit dem Team auf dem obersten Treppchenplatz und führte in der Einzelwertung, aber er konnte nicht antreten, weil Ratina verletzt war. Und auch in Sydney gab es Mannschaftsgold. Doch Ludger Beerbaum hatte mit dem Hengst Goldfever nichts dazu beigetragen. In beiden Umläufen des Nationenpreises waren die Stangen reihenweise gefallen.

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