Meredith Michaels-Beerbaum: Die Vorreiterin

Kurz-Bio Meredith Michaels-Beerbaum
RubrikDaten
Geburtsdatum:26.12.1969
Geburtsort:Los Angeles, Kalifornien
Disziplin:Springreiten
Nationalität:deutsch
Ausbildung:Politikstudium
Hobby:Musik, Hochseetauchen, Segeln, Wassersport
Größte Erfolge:Weltmeisterschaften: Mannschafts-Gold 2010, Mannschafts-Bronze 2006, Einzel-Bronze 2006; Europameisterschaften: Einzel-Gold 2007; Mannschafts-Gold 1999, 2005, Silber 2007, Bronze 2009; Deutsche Meisterschaften: Gold 1999, 2001, 2008, 2010, Silber 2002, Bronze 1998, 2004; Riders-Tour-Gesamtsieg 2004, 2005, 2007; Weltcup-Finale: Gold 2005, 2008 und 2009, Silber 2004; Weltranglisten-Erste 2004, 2006, 2007 und 2008; 2011 Siegerin im Preis von Europa.
Autogrammadresse:Holtorfer Dorfstraße 7, 27321 Thedinghausen
Homepage:http://www.michaels-beerbaum.de

 

Springreiterin Meredith Michaels-Beerbaum auf ihrem Olympiapferd Shutterfly © ddp Fotograf: David Hecker Detailansicht des Bildes Springreiterin Meredith Michaels-Beerbaum auf Shutterfly. Eigentlich wollte Meredith Michaels nur einen Sommer in Deutschland bleiben. Das war im Jahr 1991, als die damals 21 Jahre alte US-Amerikanerin von ihrem kalifornischen Trainer George Morris nach Mühlen zu Paul Schockemöhle geschickt wurde. Das Reitsport-Talent sollte beim Altmeister den letzten Schliff für die Profi-Karriere bekommen - und fand nebenbei eine neue Heimat: "Alle waren so nett zu mir, da habe ich verlängert", so die zierliche Powerfrau. 1994 komplettierte sich ihr privates Glück, als sie ihren heutigen Ehemann Markus Beerbaum kennenlernte. Im November 1997 erwarb das Paar schließlich eine Reitanlage im niedersächsischen Thedinghausen, am 5. Juni 1998 folgte die Hochzeit und keine vier Wochen später nahm Meredith Michaels-Beerbaum die deutsche Staatsbürgerschaft an. Ende Februar 2010, knapp zwölf Jahre danach, bekam die Ausnahme-Reiterin ihr erstes Kind - eine Tochter. Und nur zwei Monate später gewann sie beim internationalen Turnier "Horses & Dreams" in Hagen am Teutoburger Wald wieder einen Großen Preis, ehe im Oktober 2010 der bisher größte Triumph ihrer Karriere gelingen sollte: Gold mit Deutschland im Mannschafts-Wettbewerb der Weltreiterspiele in Lexington (USA).

Erste Frau auf Weltranglistenplatz eins

Bereits im Jahr 1999 holte die Springreiterin ihren ersten großen Titel: Mit der deutschen Mannschaft wurde sie Europameisterin im englischen Hickstead - als erste Frau, die Schwarz-Rot-Gold in einer Championats-Equipe vertreten durfte. Der endgültige Durchbruch an die Weltspitze gelang der Thedinghausenerin allerdings erst nach einem herben Rückschlag: Kurz vor den Olympischen Sommerspielen 2004 in Athen wurden bei ihrem Pferd Shutterfly im Zuge einer Dopingprobe Reste von Beruhigungsmitteln nachgewiesen. Michaels-Beerbaum blieb deshalb nur ein Tribünenplatz. Bitter, denn im November 2005 wurde sie schließlich freigesprochen. Dem Olympia-Debakel folgte jedoch ein grandioser Siegeszug: Im Dezember 2004 übernahm Michaels-Beerbaum als erste Frau Weltranglistenplatz eins. Als Belohnung dafür wurde die Tochter des Hollywood-Filmproduzenten Richard Michaels mit dem deutschen Medienpreis "Sportbambi" ausgezeichnet. Ein Jahr darauf gewann sie unter anderem das Weltcup-Finale in Las Vegas und wurde mit Checkmate Mannschafts-Europameisterin. 2006 ließ "MMB" zwei Bronzemedaillen bei den Weltmeisterschaften in Aachen folgen, um 2007 Einzel-Europameisterin zu werden.

Olympia-Medaille fehlt noch im Trophäenschrank

Das große Ziel einer olympischen Medaille konnte Michaels-Beerbaum allerdings noch nicht verwirklichen. Nach der Athen-Enttäuschung mit großen Hoffnungen zu den Reiterspielen nach Hongkong gereist, reichte es nach einem leichten Fehler im ersten Umlauf auf Shutterfly nur zu Rang vier. Immerhin noch das beste deutsche Einzelergebnis einer insgesamt miserablen Gesamtbilanz der schwarz-rot-goldenen Equipe, die im Mannschaftsspringen enttäuschender Fünfter wurde. Noch schlimmer verliefen die Spiele 2012 in London, als Deutschland nur Zehnter wurde und die Thedinghausenerin dabei sogar das Streichergebnis lieferte. Aber die Thedinghausenerin ist für ihr Kämpferherz bekannt und wird es 2016 wahrscheinlich wieder versuchen.

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Der deutsche Springreiter Ludger Beerbaum auf "Goldfever" © picture-alliance / Sven Simon
 

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