Norddeutschland ist Pferdesport-Land
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Vielseitigkeitsreiter Michael Jung jubelt.
Buschreiter Michael Jung hat beim Turnier der Vielseitigkeitsreiter im niedersächsischen Luhmühlen für Furore gesorgt. Der 29-Jährige aus Horb am Neckar gewann am Sonntag zunächst die deutsche Meisterschaft und dann mit Leopin auch die internationale Vier-Sterne-Wertung. Der Welt- und Europameister, der das Olympia-Ticket bereits sicher hat, konnte sich über ein perfektes Wochenende freuen. "Es waren sozusagen die Jung-Spiele in Luhmühlen. So kann es gern weitergehen", sagte Bundestrainer Hans Melzer. Auf dem Silberplatz landeten Lucinde Fredericks aus Australien mit Flying Finish. Dritter wurde überraschend Andreas Dibowski aus Döhle. Der Niedersachse hatte nach dem Geländeritt noch auf Rang sieben gelegen und darf sich nun ebenfalls Hoffnungen auf die Olympia-Teilnahme machen - auch wenn er sich noch in Zurückhaltung übt: "Es ist ja schwerer, in die Mannschaft zu kommen, als dann eine Medaille zu holen", so Dibowski.
Die Generalprobe vor der schwersten Prüfung der Veranstaltung war Jung ebenfalls souverän gelungen. Mit Zweitpferd River of Joy brachte der Südwestdeutsche im abschließenden Springen seinen ersten deutschen Meistertitel unter Dach und Fach. Jung hatte bereits nach Dressur und Geländeritt geführt. "Es hat geklappert - und geklappt. Das ist ein Super-Gefühl", freute sich der 29-Jährige. Am Ende verwies er mit 27,80 Strafpunkten Ingrid Klimke aus Münster auf Tabasco (36,20) und Frank Ostholt aus Warendorf mit Little Paint (42,80) auf die Plätze zwei und drei. Titelverteidiger Andreas Ostholt aus Warendorf war wegen einer Verletzung seines Pferdes Franco Jeas nicht angetreten.
Letzter Auftritt von Goldpferd Marius.
Ein emotionaler Höhepunkt war am Sonnabend die Verabschiedung von Hinrich Romeikes Erfolgspferd Marius vom Turniersport. Noch einmal galoppierten Romeike und sein 18 Jahre alter Wallach, mit dem der Zahnarzt aus dem schleswig-holsteinischen Nübbel vor vier Jahren olympisches Doppelgold gewonnen hatte, vor großem Publikum durch den Parcours. Doch von nun an heißt es für das Erfolgspferd: Rente statt Rennen. Romeike hatte Ende März seinen Verzicht auf die Qualifikationsturniere für London bekannt gegeben. Marius war wegen verschiedener Verletzungen seit dem doppelten Erfolg in Hongkong nicht mehr in Tritt gekommen. "Ich möchte, dass er gesund alt wird und noch ein langes Rentnerdasein bei mir zu Hause hat", sagte der Olympiasieger im Einzel und mit der Mannschaft. Er selbst wolle seine sportliche Karriere aber noch nicht beenden, betonte der Schleswig-Holsteiner: "Das Feuer brennt noch immer und ich habe einige gute junge Pferde im Stall."