Erstes Galopprennen in Horn schon 1855
Entwicklung der Galopprennbahn in Hamburg-Horn. mehr
Überraschung in Horn: Waldpark (r.) gewinnt das Derby.
Der dreijährige Hengst Waldpark hat das 142. Deutsche Galopp-Derby in Hamburg-Horn gewonnen. Der 115:10-Außenseiter aus dem Gestüt Ravensburg verwies mit Jockey Jozef Bojko im Sattel nach 2.400 Metern Earl Of Tinsdal mit Eduardo Pedroza und Saltas mit Andrasch Starke auf die Plätze. Favorit Brown Panther, im Besitz des englischen Fußball-Stars Michael Owen, kam nur auf den fünften Rang. "Es war trotzdem eine große Ehre, in so einem Rennen dabei gewesen zu sein", meinte Owen. Enttäuscht war auch Trainer Jens Hirschberger. Gleich fünf Starter des Gestüts Schlenderhan hatte er im 18er-Feld gesattelt, doch am Ende reichte es nur zu Platz vier für Mawingo unter Jockey Adrie de Vries.
Der Sieger und der Zweite des Rennens um das begehrte Blaue Band werden von Andreas Wöhler in Gütersloh trainiert. Besonders bitter für Jockey-Champion Pedroza, der noch auf einen Derbysieg wartet: Er hatte vor dem mit knapp 800.000 Euro dotierten Derby die Wahl zwischen dem zuvor in drei Rennen ungeschlagenen Waldpark und Earl of Tinsdal und setzte buchstäblich aufs falsche Pferd. Für Bojko war es hingegen der erste Derbysieg seiner Karriere. "Ich war überrascht, dass Eduardo sich so entschieden hat. Schon im Schlussbogen wusste ich, dass ich auf dem Sieger saß", sagte Bojko
Einen Tag nach dem Derby konnten die Veranstalter aus finanzieller Sicht nur ein durchwachsenes Fazit ziehen. "Das Ergebnis ist auf den ersten Blick zwar gar nicht so schlecht", sagte Rennclub-Schatzmeister Hans-Ludolf Matthiessen, "aber wir hatten schon mit etwas mehr kalkuliert." Insgesamt 2.931.652 Euro flossen in den 62 Rennen des Derby-Meetings durch die Kassen. Das ist in der Summe im Vergleich zu 2010 ein Rückgang, denn damals fand ein Renntag mehr statt. Bei 73 Rennen betrugen die Wetteinsätze seinerzeit 3.444.955 Euro. Im Schnitt pro Rennen wurden allerdings 47.285 Euro (2010: 47.164 Euro) gewettet und damit ein leichtes Plus verzeichnet. Der Renn-Club kassiert von den Umsätzen drei Prozent Provision.