Stand: 11.11.2015 11:32 Uhr

So soll der Verkehr bei Olympia fließen

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Den Verkehr während Olympia zu regeln, sei eine Herkulesaufgabe, meint Hamburgs Verkehrssenator Frank Horch.

Sollte im Sommer 2024 das größte Sportereignis der Welt in Hamburg zu Gast sein, erwartet die Stadt vier Millionen Zuschauer. Das sagte Verkehrssenator Frank Horch (parteilos), als er das Mobilitätskonzept für Olympia vorstellte. Dazu kämen 200.000 Mitarbeiter und Freiwillige, 70.000 Journalisten und Offizielle und nicht zuletzt etwa 10.500 Athleten. Diese Menschenmassen, etwa 600.000 Menschen täglich, während der Olympischen und Paralympischen Spiele pünktlich von einem Ort zum anderen zu bringen, sei eine wahre Herkulesaufgabe, sagte Horch. Die Zuschauer werden voraussichtlich zu 60 Prozent aus dem norddeutschen Raum kommen, zu 30 Prozent aus anderen Teilen Deutschlands und zu 10 Prozent aus dem Ausland.

Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs

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Straßen-, Schienen-, Luft- und Wasserwege: Für Olympia 2024 wird alles auf den Prüfstand gestellt.

Das insgesamt 700 Seiten starke Konzept zeigt, wie Straßen-, Schienen-, Luft- und Wasserwege heute ausgestaltet sind und was bis dahin noch verändert werden muss. "Die Hamburgerinnen und Hamburger wie auch die Hafenwirtschaft und alle anderen Unternehmen haben das Recht, dass während der Spiele natürlich der ganz normale Alltag funktioniert. Dafür werden wir mit sehr sorgfältiger Vorbereitung sorgen. Die Investitionen werden auch nach den Spielen für Hamburg von Nutzen sein", sagte Horch. Das gelte etwa für Rad- und Fußwege und für den öffentlichen Nahverkehr. Gut ausgebaut und barrierefrei soll er werden. Hier stehen zum Beispiel die neue U- und S-Bahnstation Elbbrücken und die S4 in Richtung Bad Oldesloe im Mittelpunkt. Der seit Langem überlastete Hamburger Hauptbahnhof soll so umgestaltet werden, dass er mehr Reisende aufnehmen kann.

Keine autofreie Innenstadt

Die Olympischen Spiele sollen während der Sommerferien stattfinden. Das bedeutet zwar weniger Autos, eine autofreie Innenstadt wird es während der Sommerspiele aber nicht geben, sagte Horch. Möglicherweise werden aber bestimmte Routen für olympische Fahrzeuge eingerichtet. Und in vielen Straßen im Innenstadtgebiet wird es temporäre Parkverbote geben, um Platz für Fußgänger und Radfahrer zu schaffen.

Die Planer setzen mit ihrer Idee von einem Olympia der kurzen Wege darauf, möglichst viel Verkehr zu vermeiden. Sämtliche Wettkampfstätten im Stadtgebiet liegen innerhalb eines Zehn-Kilometer-Radius um das Olympische Dorf auf dem Kleinen Grasbrook in Nähe der Elbbrücken. Für die Athleten sollen sich viele Trainings- und Fitnessmöglichkeiten im und am Olympischen Dorf befinden.

Zwei zentrale Eingänge fürs Olympia-Gelände

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Die Besucher können über Brücken zu der Olympia-Schwimmhalle und zu den beiden anderen Arenen auf dem Kleinen Grasbrook gelangen.

Auch die Besucherströme rund um das geplante Olympiastadion sind eine Herausforderung. Mehr als 100.000 Menschen könnten sich zu Stoßzeiten auf dem Kleinen Grasbrook aufhalten. Zwischen den Sportstätten sollen die Zonen so weitläufig gestaltet werden, dass sich die Besuchergruppen nicht gefährlich in die Quere kommen. Die Planer konnten in diesem Punkt auf die Erfahrungen von Olympia 2012 in London zurückgreifen. Für das Olympiagelände wird es zwei zentrale Eingänge geben. Der eine ist gut von der U-Bahn-Haltestelle "Hafencity/ Universität" zu erreichen. Der andere Eingang wird auf dem heutigen Gelände des Überseezentrums für diejenigen Besucher gestaltet, die über die U- und S-Bahn-Station "Elbbrücken" anreisen. Für die Athleten, Journalisten und Staatsgäste wird es einen gesonderten Zugang geben.

Nur zwei Prozent mit Auto?

Die Olympia-Planer gehen davon aus, dass mehr als 90 Prozent der Besucher entweder mit Bus und U-Bahn zu den Sportstätten fahren oder zu Fuß beziehungsweise mit dem Fahrrad kommen. Denn die Eintrittskarte ist zugleich Fahrschein im gesamten HVV-Gebiet. Und für Radfahrer und Fußgänger wird ein Olympisches Routen-Netz eingerichtet. Nur zwei Prozent der Besucher werden das Auto nutzen, hoffen die Experten. Während der Spiele sollen die Zuschauer die Sportstätten auf dem Kleinen Grasbrook auch über die Elbe erreichen. Dafür ist vorgesehen, die künftige Fährverbindung von den Landungsbrücken zur östlichen Hafencity bis zur Olympia-City zu verlängern und den Takt zu verdichten.

Aber erst einmal entscheiden die Hamburger bei dem Referendum Ende November, ob die Hansestadt ihre Olympia-Bewerbung weiter verfolgt.

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