Stand: 01.09.2015 18:34 Uhr

Olympia in Kiel: "Keine goldenen Wasserhähne"

Ende November sollen Kiels Einwohner über die Ausrichtung olympischer Segelwettbewerbe 2024 in Schleswig-Holsteins Landeshauptstadt abstimmen. Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) hat am Dienstag die sogenannte Machbarkeitsstudie für das mögliche Spektakel im Segelrevier Schilksee vorgestellt. Der Auftrag der Stadt an die Verantwortlichen der Studie lautete: vorhandene Infrastruktur nutzen, möglichst wenig neu bauen. Die Pläne sehen daher vor, große Teile des Olympiazentrums von 1972 zu erhalten.

Und danach? Wohnen im Olympiadorf

Als Neubauten sind ein Hotel, ein Segelcampus und das Olympiadorf vorgesehen. Das Dorf soll im Anschluss als Wohngebiet genutzt werden. Das Hafenvorfeld soll nach den Vorstellungen von Architekt Stefan Behnisch geöffnet werden, damit ein neuer, belebter Platz entstehen kann. Der Zugang zum Wasser soll verbessert werden.

"Wir sind nicht überkandidelt und keine Wolken-Kuckucksheimer. Wir wollen auch keine goldenen Wasserhähne in Schilksee." Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer

"Über Olympia hinaus von Nutzen"

"Diese Pläne belegen, dass wir nicht überkandidelt sind und keine Wolken-Kuckucksheimer", sagte Kämpfer NDR 1 Welle Nord. "Wir wollen auch keine goldenen Wasserhähne in Schilksee bauen - aber doch eine sehr attraktive und gleichzeitig sehr vernünftige Planung vorstellen, die weit über Olympia hinaus von Nutzen ist."

Finanz-Übersicht ist in Arbeit

Über Kosten und Finanzierung des Olympiaspektakels in Schilksee will die Stadt Kiel rechtzeitig vor dem Bürgerentscheid im November informieren. Eine entsprechende Übersicht wird laut Kämpfer gerade in Abstimmung mit Deutschlands Olympia-Bewerber Hamburg und der Bewerbungsgesellschaft zusammengestellt. Über die Kosten und das gesamte Planungskonzept soll die Kieler Ratsversammlung im Oktober entscheiden.

Bürgerentscheide in Kiel und Hamburg

Am 29. November sollen die Kieler Bürger dann über die Ausrichtung der Segelwettbewerbe abstimmen. Diesen Termin hatte Kämpfer bereits während eines Besuchs auf der Kieler Woche bekanntgegeben. Am selben Tag werden auch die Einwohner von Hamburg ihr Votum für oder gegen ein mögliches Ringe-Spektakel in neun Jahren abgeben.

Olympia auf dem Reißbrett: Schilksee 2024

Weitere Informationen

Wie könnte Schilksee für Olympia aussehen?

Die Stadt Kiel hat am Freitag den Planungsstand für die Olympia-Bewerbung vorgestellt. Die Olympia-Anlagen von 1972 sollen genutzt werden - aber viele von ihnen modernisiert werden. (24.07.2015) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 01.09.2015 | 22:00 Uhr