Stand: 30.11.2015 09:35 Uhr

Neumann: "Olympia wäre Riesenchance gewesen"

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Ob Senator Neumann persönliche Konsequenzen aus dem Olympia-Aus für Hamburg zieht, ließ er im Interview offen.

Hamburgs Innen- und Sportsenator Michael Neumann hat das Nein zur Olympia-Bewerbung mit Enttäuschung aufgenommen. "Ich bin geknickt und nachdenklich", sagte der SPD-Politiker auf NDR Info. Er sei enttäuscht, weil er sich für die Stadt und den Sport viel von einer Bewerbung um die Olympischen und Paralympischen Spiele 2024 versprochen habe und weil sich so viele Leute engagiert an der Kampagne beteiligt hätten.

Das eindeutige Ergebnis müsse man aber akzeptieren, erklärte Neumann. "Ich sage mir auch, um mich selbst zu trösten: Wenn man das Volk fragt, muss man auch  ertragen, was es antwortet."

"Mehrheit der Bürger hat Risiko gescheut"

Für den Sport und das Ehrenamt werde es nach dem Votum in Hamburg nicht leichter. Neumann fügte hinzu, die Spiele wären eine Riesenchance für Hamburg gewesen: "Eine Mehrheit der Bürger hat dies aber anders gesehen und das Risiko gescheut." Leider hätten die Gegner keine Alternativen für die Stadtentwicklung vorgelegt.

Neumann lässt Rücktritt offen

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So hatten sich Planer das Olympiastadion in Hamburg vorgestellt.

Ob Neumann persönliche Konsequenzen aus dem Ergebnis ziehen wird, ließ er offen: "Natürlich denkt man über so etwas nach. Aber es wurde ja nicht über den Sportsenator der Hansestadt abgestimmt."

Auch der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Alfons Hörmann, erklärte, das Ergebnis sei ein Tiefschlag. Die Initiative NOlympia reagierte dagegen erleichtert. Ein Sprecher sagte, die Menschen hätten das falsche Konzept durchschaut.

Nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis stimmten 51,6 Prozent der Bürger gegen die Bewerbung Hamburgs. Jetzt kandidieren für die Austragung der Spiele nach Stand der Dinge noch vier Städte: Paris, Rom, Los Angeles und Budapest.

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NDR Info | 30.11.2015 | 08:08 Uhr