Stand: 26.10.2015 10:38 Uhr

Hörmann: Olympia nicht um jeden Preis

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DOSB-Präsident Alfons Hörmann rechnet mit einem Ja der Hamburger zur Ausrichtung Olympischer Spiele in der Stadt.

Ende November können die Hamburger darüber abstimmen, ob sich die Hansestadt für die Olympischen Sommerspiele im Jahr 2024 bewerben soll oder nicht. Seit dem vergangenen Wochenende werden die Unterlagen für das Referendum verschickt, die ersten Abstimmungsbögen sollen Anfang der Woche bei den Wahlberechtigten im Briefkasten liegen. Alfons Hörmann, der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), sagte auf NDR Info, er gehe von einem Ja der Hamburgerinnen und Hamburger für die Olympia-Bewerbung aus.

Zugleich wies er Bedenken zurück, die aktuellen Vorwürfe im Zusammenhang mit der Fußball-WM 2006 in Deutschland könnten die Chancen für eine Zustimmung schmälern. Dafür sehe er keinen Grund. "Man muss die Dinge klar trennen", forderte Hörmann. "In einem Fall geht es um FIFA und DFB, in unserem Fall um IOC und DOSB. Die beiden Dinge kann und darf man nicht vermischen."

Transparente Organisation

Der DOSB sei von Anfang an einen anderen Weg gegangen als die Fußball-Verbände - "nämlich den der Hamburger Transparenz", so Hörmann. Man wolle die Olympischen Spiele in Hamburg, "aber nicht um jeden Preis. Das heißt, wir werden unseren klaren Prinzipien und Regeln treu bleiben."

Der DOSB-Präsident wies zugleich Bedenken zurück, dass Hamburg mehr Kosten für Olympia übernehmen müsse als derzeit im Finanzierungskonzept des Senats vorgesehen. Es gehe bei dem Vorhaben "zum einen natürlich um die Frage der Weiterentwicklung der Stadt, zum anderen aber um ein nationales Projekt". Deswegen trage der DOSB auch das Konzept mit, dass der Bund den Großteil der Kosten übernimmt, so Hörmann. "Wir haben in den letzten Tagen wieder sehr ermutigende Gespräche zu dem gesamten Thema geführt." Die Olympischen Spiele 2024 in Hamburg sollen insgesamt rund 11,2 Milliarden Euro kosten.

Olympia ein wichtiger Impuls für ganz Norddeutschland?

Unterstützung für die Hamburger Olympia-Bewerbung gibt es auch aus den norddeutschen Nachbarländern. In Niedersachsen haben rund 40 Kommunen, Sportverbände und Unternehmen aus dem Raum Lüneburg/Wolfsburg eine gemeinsame Erklärung verabschiedet. Sie sehen in den Spielen wichtige Impulse für ganz Norddeutschland.

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NDR Info | 26.10.2015 | 06:50 Uhr