Jürgen Blin: Ein einziger Boxkampf machte ihn in Deutschland berühmt. Am 26. Dezember 1971 traf das Nordlicht in der Schweiz auf den großen Muhammad Ali. Blin verlor den Kampf durch K.o. in der siebten Runde. Im Juni 1972 gelang ihm dann sein größter Erfolg, als er gegen Jose Urtain den Europameistertitel gewinnen konnte. Heute betreibt der Ex-Boxer eine Bier- und Snackbar im Hamburger Hauptbahnhof.
Christian Blunck: Der Hamburger gewann als Spieler und Kapitän des Harvestehuder Tennis und Hockey Clubs (HTHC) fünfmal die deutsche Meisterschaft, wurde 1991 mit der deutschen Nationalmannschaft Europameister und gewann bei den Olympischen Sommerspielen 1992 in Barcelona die Goldmedaille. Als Trainer führte er den Rissener SV von der Regionalliga in die erste Bundesliga. Seit 2009 coacht Blunck den HTHC.
Andreas Brehme: Der deutsche Fußball-Nationalspieler begann seine Laufbahn beim Hamburger Club Barmbek-Uhlenhorst. Unvergessen ist sein Elfmeter im WM-Finale 1990 zum 1:0-Sieg gegen Argentinien. Nach seiner Karriere wurde der gebürtige Hamburger Trainer. Seine Engagements beim 1. FC Kaiserslautern, in Unterhaching und als Assistent in Stuttgart verliefen erfolglos. Der Ex-Profi ist zurzeit als DFB-Botschafter tätig.
Rolf Danneberg: Der Pinneberger wurde durch seinen überraschenden Sieg im Diskuswettbewerb bei Olympia 1984 in Los Angeles bekannt. Allerdings eckte der 1,98 m große Athlet immer wieder an. So äußerte er sich zur Dopingfrage unbekümmert, um nicht zu sagen zynisch: Er könne - weil es alle machten - nichts Schlechtes an der derzeitigen Praxis finden. Bis zum Sommer 2010 trainierte Danneberg Diskuswerfer Markus Münch.
Andreas Dittmer: Der Kanute dominierte seinen Sport ein Jahrzehnt lang. Drei Olympia-Siege und acht WM-Titel sprechen für sich. Mit 30 WM- Medaillen und 46 deutschen Meistertiteln ist Dittmer der erfolgreichste Canadier-Fahrer aller Zeiten. Der Neubrandenburger beendete 2008 seine Laufbahn und arbeitet für den Deutschen Sparkassen- und Giroverband. Zudem engagiert er sich für die Nachwuchsförderung im Kanusport.
Volker Finke: Der Nienburger begann 1986 als Trainer beim Oberligisten TSV Havelse und führte die Niedersachsen 1990 in die Zweite Liga. Im Sommer 1991 heuerte er beim SC Freiburg an. Nach 17 Jahren im Breisgau mit zwei Bundesliga-Aufstiegen und zwei UEFA-Cup-Teilnahmen ging Finke nach Japan: Von 2008 bis 2010 trainierte er den Erstligaclub Urawa Red Diamonds. Seit Februar 2011 ist er Sportdirektor beim 1. FC Köln.
Willi Holdorf: Der in Blomesche Wildnis bei Glückstadt geborene Holdorf schrieb 1964 in Tokio Olympia-Geschichte. Als erster Deutscher gewann er Zehnkampf-Gold. Bis 2008 arbeitete Holdorf als PR-Manager eines Sportartikelherstellers. Seit Juli 2009 ist er Mitglied im Wirtschaftsausschuss des Handball-Bundesligisten THW Kiel und in der Fördestadt an einem Hotel beteiligt. Am 17. Februar 2010 feierte er seinen 70. Geburtstag.
Peter-Michael Kolbe: Trotz seiner Erfolge - fünf WM-Titel und drei olympischen Silbermedaillen - ging Kolbe als "der ewige Zweite" in die Ruder-Geschichte ein. Bei den Spielen von 1976 und 1984 musste er sich dem Finnen Pertti Karppinen geschlagen geben, 1988 dem DDR-Ruderer Thomas Lange. 1989 trat Kolbe zurück. Bis 1994 blieb er Sportdirektor im DRV. Seit Januar 2009 ist er für ein Unternehmen im Hamburger Hafen tätig.
Dariusz Michalczewski: Über zwei Jahrzehnte war der frühere Wahl-Hamburger als Boxer aktiv - und das sehr erfolgreich. Von 1994 bis 2003 war er Weltmeister im Halbschwergewicht des Verbandes WBO, verteidigte seinen Gürtel 25 Mal. 2005 beendete er seine Karriere. Michalczewskis Lebensmittelpunkt liegt inzwischen wieder in Polen: Mit seiner dritten Frau lebt er im Danziger Vorort Gdynia.
Yasuhiko Okudera: Der Japaner war 1977 der erste Asiate in der Fußball-Bundesliga. Viele Fans von Werder Bremen trauten ihren Augen nicht, als der damalige Trainer Otto Rehhagel 1981 Okudera an die Weser lockte. Für die Bremer machte er 159 Spiele (elf Tore) und holte dreimal die Vizemeisterschaft. 1988 hängte er seine Fußballschuhe an den Nagel. Heute ist er Direktor des J-League-Zweitligaclubs FC Yokohama und Kommentator.
Sandra Völker: Mit 45 nationalen Titeln kann die Lübeckerin eine beachtliche Medaillensammlung vorweisen. Höhepunkte waren zwei WM-Titel über 50 m Rücken (1997/1999) sowie die Silbermedaille bei Olympia 1996 über 100 m Freistil. Im November 2008 verabschiedete sich Völker vom Leistungssport und kümmert sich seitdem um ihre 2001 gegründete Stiftung für asthma- und allergiekranke Kinder und gibt Seminare zu Schwimm-Techniken.
Anthony Yeboah: Der Ghanaer galt in den 90er-Jahren als einer der besten Stürmer Europas - und war als erster Afrikaner Kapitän einer Bundesligamannschaft. Yeboah spielte von 1997 bis 2002 beim HSV und erzielte in 100 Spielen 28 Tore. Der Hamburger Publikumsliebling lebt seit 2003 wieder in seiner Heimatstadt Kumasi in Ghana. Dort und in Accra betreibt er zwei Hotels. Zudem ist er als Spielervermittler tätig und ist Vorstandsvorsitzender des Erstligisten Bechem Chelsea.