Stand: 23.11.2016 12:00 Uhr

Fördenixen: Mit Wut im Bauch zum großen Jubel

von Arne Helms

Die Fördenixen des TSB Flensburg haben es einmal mehr bewiesen: Nirgendwo in Deutschland gelingt der sportliche Mix aus Ballett, Tanz und Akrobatik im Wasser erfolgreicher als ganz oben im Norden. Der einzige Haken daran: Nirgendwo ist auch der Druck größer, wenn die Deutsche Meisterschaft vor der Tür steht. "Wir hatten uns in diesem Jahr auf ganz harte Konkurrenz aus München eingestellt", erinnert sich Synchronschwimmerin Wiebke Jeske. Trotzdem galt ihr Team als Favorit. Doch aus der Rolle des Gejagten wurde vor dem Finale plötzlich die Rolle des Jägers. Nicht Flensburg, sondern München führte, wenn auch nur mit einem hauchdünnen Vorsprung. "Wir waren so richtig sauer", sagt Jeske. "Wir wollten zeigen, dass der erste Platz uns gehört." Und es klappte mit dem Happy End: Die Synchronschwimmerinnen des TSB Flensburg standen im Juli in Berlin ganz oben auf dem Treppchen - dort, wo sie seit nun schon 16 (!) Jahren ihren Stammplatz haben.

TSB Flensburg: Mit Wut und Rückstand ins Finale

Improvisationskunst im Finale

Doch kein Triumph fällt den Fördenixen in den Schoß. Ob Beruf, Studium und Liebe - immer wieder muss sich das Team neu formieren, weil sich die Lebenspläne von Schwimmerinnen eben mal ändern. So traten die Flensburgerinnen bei der DM in diesem Jahr dezimiert an, das heisst mit nur sechs statt acht Schwimmerinnen. "Wir hatten einfach nicht genug Leute", erklärt Wiebke Jeske. Der Nachteil: Weniger Gruppenmitglieder bringen automatisch Punktabzüge. Trotzdem haben sich die Fördenixen entschieden, auf mögliche Ersatzschwimmerinnen in den Küren zu verzichten. Denn das hat laut Jeske auch einen Vorteil: "Wir schwimmen schon ewig zusammen und sind alle auf dem gleichen Leistungsstand." Diese Tatsache, so das Kalkül, könnte die Punktabzüge kompensieren, weil die Jury sich bei ihrer Bewertung immer am schwächsten Mitglied der Gruppe orientiert.

"Unsere Gegnerinnen waren eingeschüchtert"

Gut gepokert, wie sich im Finale der Fördenixen gegen die Isarnixen aus München zeigen sollte. Das Los entschied, dass die Flensburgerinnen zuerst ins Wasser steigen dürfen. Sie nutzen das - und wuchsen in der freien Kür über sich hinaus. "Unsere Gegnerinnen waren danach ein bisschen eingeschüchtert", glaubt Jeske. Tatsächlich schienen die Münchenerinnen beeindruckt zu sein und leisteten sich zu viele Fehler, um den Flensburger Nimbus der Unbesiegbarkeit zu brechen. Damit schrieben die Fördenixen ein weiteres Kapitel in ihrer einmaligen Erfolgsgeschichte.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 15.12.2016 | 20:00 Uhr

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