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Auch die Zukunft von Scorpions-Kapitän Sascha Goc ist offen.
Der Umzug des ehemaligen deutschen Eishockey-Meisters Hannover Scorpions nach Schwenningen ist unter Dach und Fach. Bei einem Notartermin wurde der Verkauf der defizitären GmbH des bisherigen DEL-Clubs an den Traditionsverein Schwenninger Wild Wings besiegelt. Das bestätigte Scorpions-Sportdirektor Marco Stichnoth am Sonntag. Die Schwenninger, die zuletzt in der Zweiten Liga spielten, müssen für die Rückkehr in die DEL schätzungsweise 1,5 Millionen Euro zahlen. "Die anderen DEL-Gesellschafter müssen jetzt der Aufnahme von Schwenningen noch zustimmen. Das liegt aber nicht mehr in unserer Hand", sagte Stichnoth. Schwenningen wird wohl auch die Spieler-Verträge übernehmen, um Abfindungszahlungen zu vermeiden. Verteidiger Stephan Daschner meinte: "Kein Mensch ahnt, was der Verkauf für uns Profis bedeutet."
Hintergrund für den Lizenz-Verkaufs ist ein Streit der Scorpions mit der Stadt Hannover und der Deutschen Messe AG, die in Nähe zur Scorpions-Arena eine neue, 60 Millionen Euro teure Multifunktionshalle bauen will. Dadurch sieht sich die TUI Arena unter Druck und "umso mehr gefordert, wirtschaftlich solide zu arbeiten und etwaige Verlustbringer nach Möglichkeit zu eliminieren", wie es in einer Pressemitteilung von Anfang Mai hieß. Die Scorpions sind eine hundertprozentige Tochter der Arena. Club-Eigner Günter Papenburg hatte die Defizite des Vereins in den vergangenen Spielzeiten mit bis zu zwei Millionen Euro pro Jahr ausgeglichen.
Die Zukunft der Scorpions ist noch vollkommen offen. Trainer Igor Pavlov bleibt jedoch in Hannover und soll mit Stichnoth ein neues Eishockey-Team aufbauen. "Der Name Hannover Scorpions wird erhalten bleiben, es wird eine neue Gesellschaft geben", stellte Stichnoth klar. In welcher Liga der deutsche Meister von 2010 künftig antritt, ist aber noch unklar. Angestrebt ist ein Start in einer neuen Zweiten Liga unter dem Dach des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB). Bislang haben laut Stichnoth für diese Liga aber nur Riessersee, Kaufbeuren und Kassel gemeldet. Offenbar war bis zuletzt auch ein Einstieg eines russischen Investors samt Antritt in der osteuropäische KHL Thema. "Herr Papenburg ist nochmal nach Russland geflogen, um Investoren zu finden. Dies ist aber gescheitert", berichtete Stichnoth.