Stand: 27.05.2017 18:07 Uhr

Bengtsson siegt bei letztem Casall-Auftritt

Gleich fünf Reiter und ihre Pferde gingen beim Großen Preis von Hamburg am Sonnabendnachmittag ins Stechen, doch am Ende gönnten es alle dem Sieger: Rolf-Göran Bengtsson zeigte in Klein Flottbek auf Casall ASK den schnellsten fehlerfreien Ritt. Schon vorab war klar, dass es der letzte Auftritt des 18 Jahre alten Erfolgshengstes vor der Rente sein würde. Umso bemerkenswerter, dass das Duo zwei solch starke Auftritte hinlegte. In 42,69 Sekunden und so mit fast zweieinhalb Sekunden Vorsprung verwiesen der Schwede und Casall die Derby-Konkurrenz auf die Plätze und feierten damit zugleich den Sieg auf der fünften Etappe der Global Champions Tour. Zum Lohn gab es 99.000 Euro Preisgeld und von den mehr als 20.000 Zuschauern stehende Ovationen. "Ich habe jede Runde mit diesem Pferd genossen und den allerletzten Auftritt natürlich ganz besonders. Das ist ein großartiger gemeinsamer Moment für uns beide", sagte der in Itzehoe lebende 54-Jährige. Besser hätte niemand das Drehbuch schreiben können.

Erste Starterin im Stechen war Laura Klaphake (Steinfeld) auf Catch me if you can. Das Duo leistete sich allerdings vier Strafpunkte - und kam so nur auf Rang fünf. Yuri Mansur (Brasilien) auf Babylotte, Christian Ahlmann (Marl) auf Epleaser van't Heike und Harrie Smolders (Niederlande) auf Don, die in 45,13 Sekunden Zweite wurden, blieben zwar wie Bengtsson und Casall fehlerfrei, mithalten konnten sie mit den Siegern aber nicht. Das Springen ist die höchstdotierte Konkurrenz an diesem Wochenende (300.000 Euro) in der Hansestadt, die sich bei herrlichem Sommerwetter von ihrer besten Seite zeigte. Im Anschluss ans Stechen folgte im Derbypark die feierliche Verabschiedung von Casall.

Beerbaum, Whitaker und Co. verpassen Stechen

Mario Stevens (Molbergen) auf Baloubet hatte mit vier Strafpunkten genauso das Stechen verpasst wie Andreas Kreuzer (Herford) auf Calvilot sowie der britische Routinier John Whitaker auf Cassinis Chaplin. Ludger Beerbaum (Riesenbeck) auf Chiara mit acht Punkten und Marco Kutscher (Bad Essen) auf Chaccorina mit zwölf scheiterten deutlicher. Der irische Championatssieger Denis Lynch auf RMF Echo gab ebenso auf, um sein Pferd zu schonen, wie Janne Frederike Meyer-Zimmermann (Schenefeld), die ganz auf den Großen Preis verzichtete.

Lynch siegt im Championat

Lynch hatte am Donnerstag mit RMF Echo das Championat von Hamburg für sich entschieden, das gleichzeitig als Qualifikation für den Großen Preis galt. Der Ire blieb im ersten großen Springen bei der Derby-Woche in Klein Flottbek im Stechen ohne Fehler und ritt in 40,21 Sekunden die schnellste Zeit. Lynch, der das Championat bereits 2010 und 2011 gewonnen hatte, erhielt als Siegprämie ein Auto im Wert von 59.000 Euro. Lauren Hough (USA) mit Ohlala wurde Zweite. Sie kam nach 40,70 Sekunden ins Ziel. Rang drei belegte die Niederländerin Sanne Thijssen mit Con Quidam (0/41,85). Meyer-Zimmermann (Schenefeld) leistete sich mit Goja einen Abwurf im Stechen und wurde als beste Deutsche Sechste. Im Normalparcours waren 14 Paare ohne Fehlerpunkt geblieben und hatten so das Stechen erreicht.

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