Riesenjubel bei Moritz Fürste und seinen Ranchi Rhinos: Der Hamburger und sein Team triumphieren in der neu gegründeten Hockey India League (HIL).
Riesenandrang beim Endspiel, das die Rhinos mit 2:1 gegen die Delhi Waveriders gewinnen.
Rhinos-Kapitän Fürste wird zum Most Valuable Player der Partie gewählt.
Ausnahmezustand auf den Straßen: Die Fans feiern ihre Helden, für den Mannschaftsbus gibt es kein Durchkommen.
Fürste mit Siegerzigarre.
Hamburgs Hockey-Ass (M.), Olympiasieger 2008 und 2012, dreimaliger Weltmeister und Welthockeyspieler des Jahres 2012, avancierte innerhalb weniger Wochen ...
... zum Star auf dem Subkontinent.
Das Urgestein des Uhlenhorster HC, derzeit vom Club de Campo Madrid in Spanien engagiert, nutzte ebenso wie seine Nationalmannschaftskameraden Oskar Deecke (2.v.l.) und Nicolas Jacobi (r.) die Ligapause in Europa, um in der HIL zu spielen.
Die drei Hamburger wurden von den beteiligten Clubs Mitte Dezember aus einem Pool von 250 Hockey-Cracks wie auf einem Basar ersteigert. Fürste erhielt mit umgerechnet 63.000 Euro das zweithöchste Gebot, gleichzeitig auch sein fürstliches Gehalt für einen Monat.
Stürmer Deecke und Torhüter Jacobi wurden vom Hauptstadtteam Delhi Waveriders, dem Finalgegner der Rhinos, ersteigert. Sportclub Reporter Michael Maske (2.v.r.) begleitete Fürste bei seinem Abenteuer.
Indien ist verrückt nach Hockey. Jedes Spiel im Land des Rekord-Olympiasiegers ist eine Riesenparty. Die Partien der Profiliga fanden innerhalb von rund vier Wochen in mehreren Städten statt, am 10. Februar war Schluss.
Fans der Ranchi Rhinos zeigen den "Rhino-Gruß".
VIP-Loge auf indisch ...
Zwei Hockey-Topstars auf einen Streich: rechts neben Fürste der Australier Jamie Dwyer, fünfmaliger Welthockeyspieler des Jahres, der für die Jaypee Punjab Warriors auflief.
Rund 200 Kilometer südlich von Delhi liegt das 4.000-Seelen-Dorf Garh Himmat Singh. Hier lebt seit 2011 die Deutsche Andrea Thumshirn (l.) und gibt kleinen Kindern Hockeytraining.
Auf diesem Platz wird trainiert. Immer schön um die allgegenwärtigen Kühe drumherum ...
Sechs Stunden benötigten Thumshirn und 30 ihrer Schützlinge im Bus, um sich ein Spiel von Fürstes Mannschaft live anzuschauen. Ein gemeinsames Foto mit dem Welthockeyspieler war Ehrensache.
Weite Wege mussten auch die Mannschaften in Kauf nehmen, um zu den Ligaspielen zu gelangen.
Im turbulenten Verkehr kam der Teambus auf dem Weg zum Stadion oft nur mühsam voran. Da nutzte auch die voranfahrende Polizeieskorte - mit Maschinengewehr und Schlagstock ausgestattet - nichts.
Einblick in die faszinierende Kultur Indiens: Nach zweistündiger Busfahrt ab Jalandahr ging es in Pferdekutschen ...
... und schließlich die letzten zwei Kilometer zu Fuß (im Bild: Sportclub Reporter Michael Maske mit Stativ) ...
... zum Goldenen Tempel in Amritsar im Bundesstaat Punjab. Der Tempel ist mit Blattgold belegt und liegt auf einer Insel in einem See.
Die Haare dürfen im höchsten Heiligtum der Sikhs nicht offen getragen werden.
Beste Stimmung: Für den Rhino-Gruß ist immer Zeit.
Fürste und sein Team ...
... mit Turban.
Nach dem Besuch im Tempel ...
... ging es zu einer Stippvisite bei der Familie von Mandeep Singh, der später im Finale den Siegtreffer erzielt und zum besten Nachwuchsspieler der Liga gewählt wird. Der 18-Jährige ist eins der größten Talente Indiens. Just an dem Tag wurde er erstmals ins Nationalteam berufen. Seine Familie ist darauf sehr stolz - und darauf, dass der Welthockeyspieler zu Gast war.
Morgens um Sechs ging es zurück nach Ranchi, dort erholte sich die Mannschaft für das anstehende Halbfinale. Zuvor musste aber noch hart mit Taxifahrern verhandelt werden.
Fürste in enger Absprache mit seinem Coach Gregg Clark, der auch südafrikanischer Nationaltrainer ist.
Fürste am freien Tag: Skypen mit Mama daheim.
Apropos Familie: Der Onkel (r.) war eigens für die heiße Phase der Liga angereist. Im Tuk Tuk ging es durch die Stadt. Diese Autorikscha ist in Indien nicht nur ein beliebtes, sondern im Straßengewimmel auch praktisches Fortbewegungsmittel.
Der Tag des Halbfinales: Die Ranchi Rhinos siegten mit 4:2 gegen die Uttar Pradesh Wizards und zogen ins Finale ein.
Fürste zeigte eine starke Leistung, Matchwinner war jedoch auch hier sein Freund Mandeep Singh (3.v.l.).
Im Finale traf Fürste nun tatsächlich auf die anderen beiden Deutschen, Oskar Deecke und Nicolas Jacobi, nachdem Delhi mit 3:1 gegen die Punjab Warriors gewonnen hatte. Vor dem Endspiel waren noch alle am Hotelpool ganz entspannt.
Mit dem Finale und der anschließenden großen Party geht das Abenteuer Indien zu Ende - zumindest vorerst. Denn Fürste hat einen Vertrag für drei Jahre unterschrieben.