Stand: 14.08.2017 15:07 Uhr

Erschöpft, aber glücklich?

Am Wochenende wurde in Hamburg der Ironman ausgetragen. Ein Triathlon für ganz Harte: 3,8 Kilometer Schwimmen, dann 180 Kilometer Rad fahren, zum Abschluss ein Marathon. Warum macht man das - vor allem als Freizeitsportler?

Eine Glosse von Albrecht Breitschuh

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Fit wie ein Turnschuh: Insgesamt etwa 226 Kilometer lang ist die Ironman-Strecke vom Start bis ins Ziel.

Rätselfreunde aufgepasst! Von wem stammt folgendes Zitat: "Das war fantastisch. Danke an die Hamburger." Vorschlag A: Von US-Präsident Donald Trump nach dem G20-Gipfel? B: Von Osnabrücks Trainer Joe Enochs nach dem 3:1 seines VfL gegen einen aufopferungsvoll kämpfenden HSV? Oder C: Vom südafrikanischen Triathleten James Cunnama nach seinem Sieg beim ersten Ironman in Hamburg?

Kleiner Tipp: Es hat etwas mit Extremsport zu tun, weshalb Vorschlag B schon einmal ausscheidet. Schreiben Sie nun die richtige Lösung auf eine ausreichend frankierte Postkarte, und mit ein bisschen Glück gewinnen Sie einen Startplatz für den nächsten Ironman in der Hansestadt. Allerdings nur unter der Voraussetzung, dass wir auch wirklich einen verlosen.

Das ist nicht ohne!

Logo von NDR Info und das Gesicht einer Frau © f1online

Warum bloß muss es ein Ironman sein?

NDR Info - Auf ein Wort -

Am Wochenende wurde in Hamburg der Ironman ausgetragen: 3,8 km schwimmen, 180 km Rad fahren, dann noch ein Marathon. Warum macht man das, fragt Albrecht Breitschuh?

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Mal ganz im Ernst: Die reine Freude wäre ein solcher Gewinn ja nun auch nicht. Wer nämlich vom Ironman spricht, darf über die Distanzen nicht schweigen: 3,8 Kilometer schwimmen, 180 Kilometer auf dem Rad, zum Schluss noch 42 Kilometer laufen.

Ich glaube nicht zu übertreiben, wenn ich behaupte: Das ist nicht ohne! Selbst für den, der sich innerhalb dieser Vorgaben ein paar Variationen gönnt, also zum Beispiel 180 Kilometer schwimmt, dann einen Marathon läuft und 3,8 Kilometer radelt, bleibt es ein außergewöhnlicher Kraftakt. Womit sich die Frage aufdrängt, warum man sich so etwas antut.

Die Suche nach Anerkennung

Ja, warum nur? Wer es nur darauf anlegt, mal für ein paar Stunden Gesprächsthema im Großraumbüro zu sein, kann das auch billiger haben. Na ja, vielleicht nicht billiger, aber auf jeden Fall nachhaltiger: einfach einen Porsche Cayenne Diesel kaufen, damit dürften Sie auf Jahre Ihren Ruf als Sonderling festigen.

Aber den Ironmännern geht es vermutlich um edlere Formen der Anerkennung. Vergleichbar mit der, die in Zeiten strikter Arbeitsteilung Hausfrauen entgegenschlug und sich in der Frage verdichtete: "Wie schaffen sie das alles bloß?" Gemeint waren nicht Schwimmen, Radfahren und Laufen, sondern der kaum weniger fordernde Dreikampf aus Haushalt, Kindern und schlecht gelauntem Ehemann.

Ein Marathon tut's fürs Erste auch!

Aber so berechtigt die Frage ist, eine wirklich zufriedenstellende Antwort gibt es nicht. Man schafft es halt, irgendwie, wie so vieles im Leben. Offensichtlich bieten Körper und Geist ausreichend Reserven, um morgens um halb sieben in die Alster zu springen und abends um elf ins Ziel zu torkeln. Erschöpft, aber glücklich, wie es dann immer heißt.

Nein, erklären kann man nicht, warum man sich so etwas antut. Wer dem Geheimnis auf die Spur kommen will, der mache sich am besten selbst auf den Weg. Es muss ja nicht gleich ein Ironman sein. Ein Marathon tut's auch fürs Erste.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Auf ein Wort | 14.08.2017 | 18:25 Uhr

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