Tommy Haas: Vom Wunderkind zur Weltklasse
Mit 13 Jahren zog Tommy Haas aus, um die Tennis-Welt zu erobern. Dank der harten Bollettieri-Schule wurde der Hamburger ein Weltklassespieler, der den Gegnern und seinem Körper trotzt.
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Tommy Haas trumpft in Paris weiter groß auf.
Tennis-Routinier Tommy Haas ist bei den French Open in Paris zum ersten Mal in die Runde der besten Acht eingezogen. Der gebürtige Hamburger ließ am Montag im Achtelfinale dem Russen Michail Juschni nicht den Hauch einer Chance und gewann das Match nach nur 1:24 Stunden mit 6:1, 6:1, 6:3. Im Viertelfinale trifft der 35 Jahre alte Haas am Mittwoch auf den Weltranglisten-Ersten Novak Djokovic (Serbien), der Philipp Kohlschreiber aus Augsburg mit 4:6, 6:3, 6:4, 6:4 ausschaltete. "Das war eine ziemlich gute Vorstellung von mir, auch wenn er viele einfache Fehler gemacht hat", sagte Haas: "Ich habe lange nicht daran gedacht, hier ins Viertelfinale kommen zu können. Aber wer hätte das schon?"
Haas hat nun bei jedem der vier Grand-Slam-Turniere (Melbourne, Paris, Wimbledon, New York) die Runde der letzten Acht erreicht. Dies war als einzigen deutschen Profis zuvor nur Boris Becker und Michael Stich gelungen. Stich und Bernd Karbacher waren vor 17 Jahren die bislang letzten deutschen Viertelfinalisten in Roland Garros.
An einem kühlen und windigen Vormittag begann Haas mit einem Doppelfehler und gab sofort seinen Aufschlag ab. Danach machte fast nur noch Juschni die Fehler. Haas konnte nach der nervenaufreibenden Viereinhalb-Stunden-Tortur gegen John Isner in der Runde zuvor Kräfte sparen. Juschni wurde immer frustrierter und zertrümmerte im zweiten Satz seinen Schläger. Haas ließ sich jedoch durch nichts aus der Ruhe bringen und spulte sein Pensum souverän und erfolgreich ab.