Haas schlägt Federer - und gewinnt in Halle

Tommy Haas beim Tennisturnier in Halle © dpa Fotograf: Christian Weische Detailansicht des Bildes Tommy Haas hat nach 2009 zum zweiten Mal das Turnier in Halle gewonnen. Tommy Haas hat seinen Triumph beim Rasenturnier in Halle/Westfalen von 2009 auf eindrucksvolle Weise wiederholt. Drei Jahre nach seinem Erfolg gegen den Serben Novak Djokovic bezwang der Tennis-Routinier den Weltranglisten-Dritten Roger Federer aus der Schweiz mit 7:6 (7:5), 6:4. "Ich werde es erst heute Abend realisieren, was passiert ist. Wenn man mir vorher gesagt hätte, ich würde nochmal einen Titel gewinnen, zumal gegen den wohl größten Spieler aller Zeiten, dann hätte ich gesagt: 'Ihr habt doch nicht alle Tassen im Schrank'", sagte Haas, den zuletzt immer wieder Verletzungen zurückgeworfen hatten. "Er hat sehr gut gespielt. Tommy hat sich in einen super Lauf gesteigert und am Ende völlig verdient gewonnen. Ich freue mich für ihn", lobte Federer seinen Finalgegner, mit dem ihm auch eine Freundschaft verbindet.

Haas zwingt Federer immer wieder zu Fehlern

Haas, der sich noch bei den French Open in Paris über die Qualifikation auf den Außenplätzen ins Hauptfeld hatte quälen müssen und erst mit einer Wildcard ins Hauptfeld des Turniers in Halle gerutscht war, ging von Beginn an konzentriert zu Werke und zwang den "König des Rasens" Federer mit plötzlichen Tempoverschärfungen immer wieder zu Fehlern. Haas selbst leistete sich im ersten Satz gerade einmal acht unerzwungene Fehler und zeigte im Tie-Break Nervenstärke, als er schließlich den dritten Satzball verwandelte. Auch im zweiten Satz begegneten sich beide Kontrahenten auf Augenhöhe - mit leichten Vorteilen für Haas. Den wohl schönsten Ballwechsel des gesamten Matches entschied der Wahl-Amerikaner für sich - und machte das entscheidende Break zum 5:4. Kurz darauf verwandelte der 34-Jährige seinen ersten Matchball.

Dritter Erfolg über Federer

Für Haas, der nun im Ranking wieder an den Top 50 kratzt, war es erst der dritte Erfolg über Federer im 13. Duell. Zuletzt hatte der gebürtige Hamburger vor zehn Jahren bei den Australian Open ein Match gegen den Rekord-Grand-Slam-Champion und fünffachen Halle-Gewinner für sich entschieden. Den nächsten Schritt bei seinem schwierigen, aber umso erstaunlicheren Comeback kann Haas bei dem in rund einer Woche beginnenden Grand-Slam-Turnier in Wimbledon machen.

Geringe Chancen auf Olympia-Teilnahme

Weniger gut stehen dagegen Haas' Chancen auf eine Olympia-Teilnahme in London im Sommer. Der frisch gebackene Halle-Sieger spielt in den Überlegungen des Deutschen Tennis Bunds (DTB) und des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB) - im Gegensatz zu Philipp Kohlschreiber und Florian Mayer - offenbar keine Rolle. Haas kann nur noch auf eine Wild Card durch einen Ausschuss des Internationale Tennis-Verbandes (ITF) hoffen. "Natürlich wäre ich bereit zu spielen, aber ich überlasse denen das", sagte Haas.

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