Stand: 18.06.2017 16:16 Uhr

Kerber ausgebremst: Rasen-Auftakt abgesagt

Das Tennis-Jahr 2017 ist bislang nicht das von Angelique Kerber.

Das erste Halbjahr 2017 war für Angelique Kerber eines zum vergessen. Die Nummer eins der Tennis-Weltrangliste aus Kiel wartet immer noch auf ihren ersten Turniersieg in diesem Jahr und musste vor allem bei den Grand Slams bittere Pleiten hinnehmen. Bei den Australian Open scheiterte die Titelverteidigerin im Achtelfinale, bei den French Open sogar schon in Runde eins. Die Rasen-Saison mit dem Höhepunkt in Wimbledon, wo die Norddeutsche im vergangenen Jahr im Finale gestanden hatte, sollte die Wende bringen. Doch am Sonntag ereilte Kerber der nächste Rückschlag. Die 29-Jährige musste ihre Teilnahme am Vorbereitungsturnier in Birmingham wegen einer Oberschenkel-Verletzung absagen.

"Ich will einfach nichts riskieren"

"Ich habe bereits in den vergangenen Tagen ein bisschen was gespürt und gestern Abend hat es sich dann etwas schlimmer angefühlt", sagte Kerber. "Ich will einfach nichts riskieren, vor allem mit Blick auf Wimbledon." Umso verwunderlicher, dass die zweimalige Grand-Slam-Siegerin trotz Beschwerden im Training am Sonnabend an der Seite des früheren French-Open-Siegers Thomas Muster (Österreich) ein Showmatch am Rande des ATP-Turniers in Halle/Westfalen bestritten hatte. Vor 10.000 Zuschauern besiegte das Duo den früheren Wimbledon-Sieger Michael Stich (Elmshorn) und Musters Landsfrau Barbara Schett mit 7:6 (8:6), 3:6, 12:10.

Angelique Kerbers Weg nach oben

Aufgabe wegen Oberschenkel-Blessur

Bereits Mitte Mai war Kerber von einer Blessur im linken hinteren Oberschenkel gestoppt worden und musste beim WTA-Turnier in Madrid im Achtelfinale gegen die Kanadierin Eugenie Bouchard beim Stand von 3:6, 0:5 verletzt aufgeben. Wegen anhaltender Probleme reiste sie in der darauf folgenden Woche mit Verspätung nach Rom, schied dort nach einem Freilos bereits in der zweiten Runde aus. Danach folgte das ernüchternden Erstrunden-Aus bei den French Open.

"Alle wollen etwas von mir"

Der Druck, der auf der Weltranglisten-Ersten lastet, ist für den wenig befriedigenden Saisonverlauf anscheinend weiterhin mitverantwortlich. "Alle wollen etwas von mir, ich bin immer noch in der Phase, damit umzugehen", sagte Kerber. Die Kielerin hat in den kommenden Wochen und Monaten viele Punkte zu verteidigen. Bekommt sie jetzt nicht die Kurve, droht ihr auch ein Abrutschen in der Weltrangliste.

Zur Vorbereitung auf Wimbledon hat die Deutsche noch einen Start beim Turnier in Eastbourne (23. Juni bis 1. Juli) geplant. "Ich hoffe noch, dass ich bis dahin wieder fit bin. Das Wichtigste aber ist, dass ich für Wimbledon fit bin", sagte die Kielerin. Der Rasen-Klassiker in London beginnt am 3. Juli.

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Sport aktuell | 18.06.2017 | 18:05 Uhr

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