Stand: 25.11.2016 15:17 Uhr

Boxer Gutknecht weiter in Londoner Krankenhaus

Eduard Gutknecht (l.) musste nach dem Kampf gegen George Groves notoperiert werden.

Der Bund Deutscher Berufsboxer ist über den genauen Zustand des im künstlichen Koma liegenden Profis Eduard Gutknecht im Unklaren. BDB-Präsident Thomas Pütz bemühe sich "täglich über den britischen Verband um Informationen". Die Ärzte des Londoner St. Mary's Hospital teilten jedoch auch den britischen Box-Funktionären nichts mit, erklärte Pütz am Freitag. Der BDB-Chef will deutsche Fachärzte bitten, sich direkt mit den Medizinern in London in Verbindung zu setzen.

Nach WM-Kampf in der Kabine kollabiert

Der Zustand des 34 Jahre alten Gifhorners sei ernst, aber stabil, hatte Pütz vor wenigen Tagen am Rande des Weltmeisterschaftskampfes von Marco Huck in Hannover mitgeteilt. Gutknecht hatte am 18. November in London einen Fight des Verbandes WBA im Supermittelgewicht gegen den Lokalmatadoren George Groves einstimmig nach Punkten (110:119, 109:119, 109:119) verloren. "Nach dem Kampf ist er in der Kabine kollabiert", berichtete Pütz, der vom Generalsekretär des britischen Boxverbandes BBBofC, Robert W. Smith, über die Lage informiert wurde.

Hätte abgebrochen werden müssen?

Gutknecht war im Duell um den internationalen WBA-Titel von Groves, der zur Einstufung in der Weltrangliste dient, chancenlos. In den letzten vier Runden war der gebürtige Kasache überwiegend in der Defensive und konnte wegen eines geschwollenen rechten Auges lediglich noch eingeschränkt sehen. Beobachter sind der Ansicht, der Kampf hätte vorher abgebrochen werden müssen. Winfried Spiering, der Manager des Faustkämpfers aus dem Wiking-Boxstall, hatte die dramatischen Nachrichten aus London am Samstagabend noch relativiert: "Eddi geht's wunderbar. Dass er im Notarztwagen reanimiert werden musste und im Koma liegt - alles Quatsch. Es ist zur Beobachtung im Krankenhaus."

Groves "tief besorgt"

Gutknechts Kontrahent Groves zeigte sich auf Twitter "tief besorgt", sein Coach Shane McGuigan schrieb: "Die Gedanken sind nach dem heutigen Kampf bei Eduard Gutknecht." Pütz berichtete, dass der Gifhorner im Vorfeld des Fightes "die üblichen Tests" bei Ärzten durchlaufen habe. "Er war gesund und hatte keine Vorerkrankungen." Der BDB, mit dessen Lizenz Gutknecht kämpft, hatte dem Gifhorner die Startberechtigung für den Kampf in der Londoner Wembley Arena erteilt.

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Aktuell | 20.11.2016 | 14:00 Uhr

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