Stand: 01.03.2015 14:21 Uhr

Pokal: Lüneburg gegen Friedrichshafen chancenlos

Der Traum vom ersten Pokalsieg war schnell vorbei: Bundesliga-Aufsteiger SVG Lüneburg hat das Endspiel gegen den VfB Friedrichshafen am Sonntagmittag mit 0:3 (13:25, 13:25, 18:25) verloren und erhielt dabei eine Volleyball-Lehrstunde. Die Niedersachsen mussten mitansehen, wie der klare Favorit vom Bodensee vor rund 11.000 Zuschauern in Halle seinen 13. Pokaltriumph feierte. Lüneburgs Nicolas Marks trotzdem nicht allzu enttäuscht. "Spielerisch hat es nicht gereicht, die Kulisse war aber unbeschreiblich“, meinte der 20-Jährige und lobte die lautstarke Unterstützung der eigenen Anhänger: "1.300 Leute aus Lüneburg, das ist unglaublich. Wir haben die besten Fans im Land." Trainer Stefan Hübner analysierte schon kurz nach der Partie die erwartete Niederlage nüchtern: "Wir haben das Spiel einerseits genossen, aber hatten zu viele unglückliche Aktionen und sind ein bisschen verkrampft. Entscheidend war aber Friedsrichshafen, das sehr druckvoll gespielt hat. Der Gegner hatte uns gut im Griff."

SVG findet keine Mittel

Die Lüneburger kamen gut rein in die Partie. Tijmen Laane, seines Zeichens der beste Angreifer der gesamten Bundesliga, machte den ersten Punkt. Und auch Kapitän Scott Michael Kevorken hatte zwei frühe Erfolgserlebnisse (3:4). Doch in der Folge setzten sich die Friedrichshafener ab. Immer wieder stand der Block und gegen die Schmetterbälle von Adrian Gontariu fand der Außenseiter keine Mittel. So zog das Team vom Bodensee davon (8:4, 11:6, 15:9,19:11). Hübner hatte gefordert, möglichst Max Günthörs Block aus dem Weg zu gehen. Aber der 2,08 Meter lange Mittelblocker brachte immer wieder seine Finger an den Ball und punktete. Mit dem zweiten Satzball beendete der VfB den ersten Abschnitt.

Friedrichshafen macht keine Fehler

Nach dem Seitenwechsel lief es zunächst besser für die SVG. Allen voran René Bahlburg (1:1, 4:3, 6:5) punktete für die Niedersachsen. Der haushohe Favorit meldete sich aber schnell wieder zurück. Mit einem Ass brachte Baptiste Geiler Friedrichshafen wieder in Front (7:6) - danach punktete seine Mannschaft siebenmal in Folge. Der VfB zeigte keine Schwäche und machte so auch den zweiten Satz zu einer klaren Angelegenheit. Ob ein Block von Günthör, ein bärenstarker Aufschlag von Maarten van Garderen oder ein Schmetterball von Gontariu, Lüneburg sah kein Land. Geiler beendete mit einem harten Aufschlag den zweiten Satz.

Versöhnlicher dritter Satz

Auch im dritten Durchgang wählten Kevorken und Co. anfangs zu selten das richtige Mittel. Beim Stand von 6:8 nahm Hübner eine seiner vielen Auszeiten und erklärte seinen Mannen, nicht zu kompliziert zu spielen. Die Worte fielen auf fruchtbaren Boden - die folgenden drei Punkte gingen an die SVG. Doch damit reizten die Lüneburger ihren Gegner nur noch einmal. Der VfB zog wieder davon. Immerhin kamen die Niedersachsen dieses Mal in der Schlussphase noch zu ein paar Zählern: Bahlburg (17:20) und Patrick Kruse (18:22) markierten die letzten Punkte für die SVG. Van Garderen nutzte dann den ersten Matchball. "Die ganzen letzten Wochen hieß es immer, ihr seid der Favorit, das war nicht einfach für uns. Deswegen muss ich der Mannschaft ein Riesenkompliment machen", sagte Friedrichshafens Erfolgstrainer Stelian Moculescu. Hübner schloss: "Wir werden mit unseren Fans trotzdem groß feiern, weil diese Geschichte so einmalig ist für uns."

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