Stand: 07.03.2017 09:10 Uhr

Pinguins im Zustand der Schwerelosigkeit

Die Pinguins Jeremy Welsh (l.) und Cody Lampl genießen den Erfolg.

Die Gala des deutschen Eishockeys in Köln wurde für Alfred Prey, Manager der Fischtown Pinguins, zum größten Genuss. Am Abend zuvor hatte der furiose Neuling aus Bremerhaven in der ersten Play-off-Runde der Deutschen Eishockey Liga (DEL) mit 6:5 (2:2, 2:2, 2:2) Ex-Meister ERC Ingolstadt bezwungen und damit seine unglaubliche Erfolgsgeschichte fortgeschrieben. Durch das 2:0 in der Serie "Best-of-Three" war der Einzug in Viertelfinale geschafft, dort geht es von heute (19.30 Uhr) an in maximal sieben Duellen gegen den amtierenden Champion EHC München. Und so konnte sich Prey auf dem Gala-Abend der Gratulationen und Komplimente kaum erwehren. Das wohl größte Lob kam aus den Reihen des besiegten Gegners. "Was uns Bremerhaven beschert hat, ist ein Eishockey-Wunder. Sensationell, was die da auf die Beine gestellt haben", sagte DEL-Aufsichtsrat Jürgen Arnold, der zugleich Beiratsvorsitzender des ERC Ingolstadt ist.

Prey: "Das ist wie Bayern gegen Lotte"

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In der Hauptrunde schenkten sich Meister München und Aufsteiger Bremerhaven nichts.

Ursprünglich waren die Bremerhavener mit dem Ziel in die Saison gegangen, nach der Hauptrunde nicht den letzten Tabellenplatz zu belegen. Diese Vorgabe hat das Team, das nur dank des Rückzugs der Hamburg Freezers dem DEL-Kreis beitreten konnte, längst übererfüllt. Und nach dem Einzug in die Runde der letzten Acht sind sie im hohen Norden auch mutiger geworden. Die Pinguins rechnen sich auch gegen den Hauptrundensieger etwas aus. "Zu null werden wir die Serie jedenfalls nicht verlieren. In der Vorrunde haben wir beide Spiele in München gewonnen", sagte der 62-Jährige.

Der gebürtige Oberpfälzer hat mit dem geringsten Etat der Liga ein beeindruckend starkes Team zusammengestellt, das Trainer Thomas Popiesch zu einer Einheit geformt hat. Wie groß der strukturelle Unterschied ist, verdeutlichte Prey: "Im Fußball wäre es so, als wenn der FC Bayern gegen die Sportfreunde Lotte spielen würde." Der Liga-Neuling hat einen Etat von rund 3,5 Millionen Euro, München soll knapp das Vierfache zur Verfügung haben. Im Eishockey sind das Welten.

Pinguins bester Aufsteiger der DEL-Historie

Auch Popiesch glaubt an die Chance, sich gegen den großen Favoriten durchsetzen zu können. "Wenn München auf einem Top-Level spielt, wird es sehr schwer. Bieten sie uns etwas an, müssen wir bereit sein", sagte der 51-Jährige, der mit seinem Team etwas Historisches geschafft hat. Als erster Aufsteiger überhaupt in der DEL-Geschichte steht Bremerhaven in einem Play-off-Viertelfinale. Prey frohlockte im Hinblick auf die Serie gegen den EHC, die an der Isar beginnt. "Von uns erwartet niemand etwas. Wir können in München schwerelos auftreten."

Grizzlys Wolfsburg treffen auf Kölner Haie

Nicht nur Bremerhaven, auch der zweite norddeutsche DEL-Verein, die Grizzlys Wolfsburg, dürfen sich Stolz auf das Erreichte gestatten. Die Niedersachsen stehen zum neunten Mal hintereinander im Viertelfinale um die deutsche Meisterschaft. Das hat es seit dem Bestehen der Deutschen Eishockey Liga (1994 gegründet) noch nicht gegeben. Die Mannschaft von Trainer Pavel Gross, die Fünfter der Hauptrunde wurde, trifft auf die Kölner Haie. Die Serie beginnt heute (19.30 Uhr) in der Domstadt.

Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 07.03.2017 | 22:40 Uhr

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