Stand: 05.07.2015 17:59 Uhr

Galopp-Derby: Nutan gewinnt unter Starke

Spitzen-Jockey Andrasch Starke hat mit einem Glanzritt auf Nutan seine Ausnahmestellung erneut unter Beweis gestellt und zum siebten Mal das Deutsche Derby auf der Galopprennbahn in Hamburg-Horn gewonnen. Der aus Stade stammende Starke verwies bei der 146. Ausgabe des Traditionsrennens auf dem 43:10-Mitfavoriten Palace Prince mit Eddy Hardouin im Sattel mit fünf Längen Vorsprung auf Platz zwei. Dritter im mit 650.000 Euro dotierten Derby wurde der große Außenseiter Fair Mountain unter Eduardo Pedroza. "Nutan ist ein großes Pferd. Er war auf den Punkt topfit. Es hat soviel Spaß gemacht, ich kann vom Derby gar nicht genug kriegen", sagte der 41 Jahre alte Starke, der nach seinem siebten Coup sichtlich gerührt war: "Das ist mein wichtigster Derbysieg, weil meine Familie zum ersten Mal live dabei war."

"Hatte schon im Schlussbogen ein sehr gutes Gefühl"

Nutan, ein dreijähriger Duke of Marmalade-Sohn, war mit dem erst vierten Start noch eines der unerfahrensten Pferde im 18-köpfigen Derby-Feld, doch davon spürte man im Rennen nicht das Geringste. Dass der Siegpreis von 390.000 Euro auf das Konto des Eigners von Nutan gehen würde (der Stall Nizza von Ursula und Jürgen Imm aus Freiburg), stand schon sehr früh fest. Garant dafür war Starke, der zuvor bei der Derby-Woche schon zwölf Rennen gewonnen hatte. Aus der günstigen Startbox eins hatte er mit Nutan sofort einen Platz im Vordertreffen. Bald schon sortierte er sich hinter Koffi Prince (im Besitz von Derby-Sponsor Albert Darboven) und Fair Mountain an dritter Position ein und fand dort alles passend vor. Auch Nordic Flight und Palace Prince (war für 65.000 Euro nachgenannt worden) hatten eine gute Ausgangsposition. Doch auf der Zielgeraden war es dann nur noch Starkes und Nutans Rennen. "Ich hatte schon im Schlussbogen ein sehr gutes Gefühl", sagte Starke. "Als ich mich dann auf der Zielgeraden umgeschaut habe, habe ich gedacht, das ist ja unfassbar, so deutlich waren wir vorne."

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Favorit Shimrano enttäuscht

Im Union-Rennen vor drei Wochen, dem wichtigsten Derby-Test, war Nutan beim Sieg von Shimrano noch Dritter geworden. Der Derbysieger wird von Peter Schiergen in Köln trainiert. "Der Hengst hat eine unglaublichen Sprung gemacht", sagte Schiergen, der gleich fünf Pferde im Rennen hatte, "wer hätte das vor einigen Wochen gedacht?" 29:10-Favorit Shimrano hatte mit der Entscheidung beim wichtigsten Rennen der deutschen Turfsaison nichts zu tun. "Er kam überhaupt nicht vom Start weg, hatte einen schlechten Rennverlauf", meinte Jockey Adrie de Vries.

Karpino und Quasillo verletzt im Stall

Die beiden mutmaßlich besten Dreijährigen Deutschlands blieben allerdings im Stall. Karpino und Quasillo, noch ungeschlagene Hengste aus dem Stall von Trainer Andreas Wöhler aus Gütersloh, hatten sich in den vergangenen Wochen Verletzungen zugezogen - gegen einen Nutan in der Form von Hamburg hätten sie aber schon Probleme gehabt.

Anna Katharina im Stutenpreis vorn

Am Sonnabend hatte Anna Katharina den Hamburger Stuten-Preis über 2.200 Meter gewonnen. Andreas Helfenbein ritt die Siegerin, die im Besitz des Gestüts Röttgen steht. Die Favoriten Full of Beauty mit Eduardo Pedroza im Sattel konnte nicht in die Entscheidung eingreifen. Wake Forest hatte am Freitag den mit 55.000 Euro dotierten Großen Preis von Hamburg für sich entschieden. Der fünf Jahre alte Hengst, der im Besitz des Wolfsburger Fußball-Sportchefs Klaus Allofs ist und von Eduardo Pedroza geritten wurde, setzte sich nach 2.000 Metern mit klarem Vorsprung vor Kerosin (Jockey: Filip Minarik) und Wettfavorit Longina (Starke) durch. "Er ist mit Abstand das beste Pferd, das ich je besessen habe", sagte Allofs bei der Siegerehrung: "Das macht so richtig Spaß. Als Dreijähriger hatte sich Wake Forest früh verletzt, ist aber in eindrucksvoller Manier wiedergekommen." Wake Forest kam beim zehnten Start zum sechsten Sieg.

Impressionen vom 146. Galopp-Derby

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