Stand: 09.09.2015 15:05 Uhr

Freezers bauen auf Qualität und große Euphorie

von Bettina Lenner, NDR.de
Gilt als Hamburger Königstransfer: Nationalstürmer Marcel Müller.

Die Hamburg Freezers gehen als Titel-Mitfavorit in die am Freitag beginnende neue Saison in der Deutschen Eishockey Liga (DEL). Die Hanseaten haben sich prominent verstärkt und präsentieren sich außergewöhnlich offensivstark. Die Euphorie an der Elbe ist groß.

Christoph Schubert will sich spürbar nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. "Wir wissen natürlich, was wir wollen und haben uns intern ein Ziel gesetzt. Die Play-offs sind das erste. Aber jeder, der in einer Mannschaft wie Hamburg spielt, will den Titel holen", sagte der Kapitän dem NDR ein wenig zögerlich. Der 33-Jährige, der seit 2010 für die "Eisschränke" aufläuft, hat in Hamburg schon mehrfach Meisterschaftsträume platzen sehen und weiß um die Schwere der Aufgabe: "Die ganze Liga ist so ausgeglichen, es wird eine spannende Saison. Man kann nicht sagen, wer wirklich Favorit ist. Aber wir haben eine starke Truppe zusammen."

Publikumsliebling Wolf und Müller im Fokus

Bild vergrößern
Wieder zurück: David Wolf.

In der Tat haben die Freezers zwar in Kevin Clark den besten Torschützen der vergangenen DEL-Hauptrunde verloren. Dennoch zeigt sich das Team so offensivstark wie nie. Publikumsliebling David Wolf ist nach einem Jahr bei den Calgary Flames aus Kanada zurückgekehrt, mit Nationalstürmer Marcel Müller, der aus Krefeld nach Hamburg wechselte und als Königstransfer gilt, sowie dem US-Amerikaner Michael Davies kamen zwei weitere Offensivkräfte.

Müller zeigte sich bereits in den Testspielen in seiner Sturmreihe mit Nationalteamkollege Thomas Oppenheimer und dem Kanadier Phil Dupuis spielfreudig und torgefährlich. Mit Wolf, Jerome Flaake und Garrett Festerling ist wieder ein Trio infernale beisammen, das einst den gefährlichsten Angriff der Liga bildete. "Mit David und Marcel haben wir zwei Stürmer da vorne drin, die kräftig und technisch stark sind. Sie können Löcher reißen in der gegnerischen Verteidigung. Aber auch in der Verteidigung haben wir mit zwei neuen Spielern mehr Beweglichkeit reinbekommen", sagte Schubert. Jonas Liwing und Sean Sullivan (Iserlohn Roosters) verstärken die Defensive, Sportdirektor Stephane Richer, der nebenher auch Cheftrainer Serge Aubin assistieren wird, ist sicher: "Wir haben nun einen größeren Kader und sind in der Tiefe besser aufgestellt."

Coach Aubin: "Können eine große Rolle spielen"

Die Norddeutschen reagierten damit auch auf die von einer Verletzungsmisere geprägte Vorsaison. "Da haben wir uns noch reingekämpft in die ersten Vier, aber in der ersten Play-off-Runde hat dann die Kraft gefehlt", erinnert sich Schubert an das Aus gegen die Düsseldorfer EG. Als offizielles Saisonziel haben die "Eisschränke" die direkte Play-off-Qualifikation ausgegeben - ein Tabellenplatz unter den besten Sechs ist dafür notwendig. Nach zuletzt zwei Top-vier-Plätzen in der Hauptrunde und aufgrund der finanziellen Ausstattung - laut der Fachzeitschrift "Eishockey News" sind die Freezers mit einem geschätzten Saison-Etat von 10,5 Millionen Euro der viertteuerste Verein der DEL - wäre allerdings wohl alles andere als das Halbfinale eine Enttäuschung. "Jeder will Meister werden, darum spielen wir dieses Spiel. Wenn wir dann mit einer gesunden Mannschaft in die Play-offs starten, können wir eine große Rolle spielen", ist Aubin überzeugt.

Wolf: "Die Fans sind überragend"

Auftaktgegner der Hamburger ist am Freitag (19.30 Uhr) der ERC Ingolstadt - gleich eine echte Standortbestimmung. Zweimal in Folge standen die Bayern im Finale, holten sich in der vorvergangenen Spielzeit den Titel. Richer hofft dennoch auf einen erfolgreichen Auftakt: "In den letzten beiden Jahren sind wir schlecht gestartet und haben das im Saisonverlauf wieder korrigiert. Aber darauf können wir uns nicht immer verlassen." Die Vorfreude auf die neue Saison ist riesig - vor allem bei den Anhängern: Der Club hat mit rund 3.500 Tickets so viele Dauerkarten verkauft wie seit acht Jahren nicht mehr. "Wir haben in den letzten beiden Jahren exzellenten Sport geboten. Das wird von den Fans belohnt", konstatierte Geschäftsführer Uwe Frommhold. Und auch Rückkehrer Wolf, der nach seinem Ausraster in den Play-offs 2014 gegen Ingolstadt die ersten fünf Spiele gesperrt ist, geriet ins Schwärmen: "Die Fans sind überragend, das zeichnet Hamburg aus."

Weitere Informationen

Grizzlys Wolfsburg: Neuer Name, alte Ziele

Die Wolfsburger Eishockey-Profis wollen auch in dieser DEL-Saison die Play-offs erreichen - und mehr Zuschauer anlocken. Deshalb wurden Vereinsname und Vereinslogo geändert. mehr

Ergebnisse und Tabelle DEL

Ergebnisse, Tabellenstände und die Spieltage im Überblick. mehr