Stand: 10.02.2016 09:00 Uhr

Frank Mackerodt: Leben am seidenen Faden

von Andreas Bellinger, NDR.de und Hendrik Deichmann, NDR Fernsehen
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Zurück im Leben und im Beruf: Frank Mackerodt.

Er ist dem Tod noch einmal von der Schippe gesprungen. Die Chance zu überleben lag bei fünf Prozent, wenn überhaupt. Frank Mackerodt hat sie genutzt und sich mit Willensstärke zurück ins Leben gekämpft. Der "Uwe Seeler des Volleyballs", wie ihn sein Ex-Trainer Olaf Kortmann nennt, hat sich aufgerappelt. Auch beruflich steht die ehemalige Führungsfigur der HSV-Volleyballer (viermal deutscher Meister, dreimal Pokalsieger) wieder fest auf beiden Beinen - und vor der vielleicht größten Herausforderung als Event-Manager seit der Insolvenz seiner Agentur vor mehr als zehn Jahren. 

Beachvolleyball im Tennis-Stadion                                                        

"Ich bin aufgeregt, was ich eigentlich relativ selten bin", sagt Mackerodt im NDR Interview. "Es ist ein Gänsehautgefühl, weil ich auch als Veranstalter im Risiko stehe." Ein bisschen feuchte Hände sind immer dabei, wenn er an die für Juni geplante Beachvolleyball-Premiere im Tennis-Stadion am Rothenbaum denkt. Vom 7. bis 12. Juni soll er in seiner Heimatstadt im Auftrag des Weltverbandes FIVB den Grand Slam der Champions organisieren und managen. Ein Turnier der Superlative mit den jeweils 32 besten Frauen- und Männer-Teams der Welt, dotiert mit 800.000 Dollar. Eine große Chance sicherlich, aber auch eine große Bewährungsprobe. Zumal Mackerodt vom 3. bis 5. Juni an selber Stelle auch noch den Super Cup der nationalen Serie plant.

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Frank Mackerodt: Aus dem Koma zurück ins Leben

31.01.2016 23:35 Uhr
Sportclub

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Mehr tot als lebendig

Das alles erscheint in der Erinnerung an den 1. November 2009 kaum glaublich. Geplagt von heftigen Magenschmerzen, war Mackerodt an diesem Nachmittag in die Uni-Klinik in Hamburg-Eppendorf gekommen. Schnell war den Ärzten um Chefarzt Oliver Mann klar: Ein Blutgerinnsel (Thrombus) hatte den Darm verstopft und zum Platzen gebracht. Mackerodt war mehr tot als lebendig. Innerlich vergiftet, fiel der einstige Volleyball-Nationalspieler (111 Länderspiele) ins Koma, aus dem er erst nach 42 Tagen erwachte. Drei Monate lag er auf der Intensivstation, immer zwischen Hoffen und Bangen. Nach einem Jahr durfte er endlich wieder nach Hause. Aber auch da war bei Weitem nicht alles in Ordnung.

"Glücklicher kann man nicht sein"

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Frank Mackerodt hatte viel zu feiern: Bei der ersten Meisterschaft 1985 knallten die Korken.

"Ich habe eine Krankheit überstanden, die nur ganz wenige überstehen", weiß der 52-Jährige, und die Gedanken daran sind augenscheinlich so präsent, als sei es gestern gewesen. Dabei hat sich in der Zwischenzeit vieles zum Guten gewendet. "Ich bin fast komplett wieder gesundet. Meine Kinder sind gesund. Ich habe eine wunderbare zweite Frau gefunden. Und ich habe einen Job, der mir Spaß macht. Also, glücklicher kann man nicht sein. Und dafür bin ich unglaublich dankbar."

Stabilität auf Sand gebaut

Auch beruflich hat der Agentur-Chef  für mehr Stabilität gesorgt - wenngleich im Beachvolleyball das meiste naturgemäß auf Sand gebaut ist. Anfang der 1990er-Jahre hat er den damals jungen Sport an den Küsten von Nord- und Ostsee publik gemacht. So gesehen ist er nicht ganz schuldlos daran, dass Julius Brink und Jonas Reckermann 2012 in London Olympiasieger geworden sind. "Er hat dafür gesorgt, dass professionelle Bedingungen herrschen; und die Spieler auch ein wenig Geld verdienen", sagt Reckermann.

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