Stand: 05.09.2017 16:50 Uhr

Davis Cup: Abstiegskampf ohne Zverev-Brüder

Fehlen beim Relegationsspiel in Portugal: Alexander (l.) und Mischa Zverev.

Ohne Weltklassespieler Alexander "Sascha" Zverev müssen Deutschlands Tennis-Herren den Abstieg aus der Weltgruppe im Davis Cup verhindern. Der Weltranglisten-Sechste aus Hamburg steht wie sein Bruder Mischa für das Relegationsspiel in Portugal (15. bis 17. September) nicht zur Verfügung. Das erklärte der Deutsche Tennis Bund (DTB) am Dienstag in einer Mitteilung. Auch der drittbeste deutsche Profi, Philipp Kohlschreiber (Augsburg), ist bei dem Duell auf Sand nicht dabei: "Es ist sicher eine Schwächung für uns, dass die im Ranking drei besten Spieler fehlen. Die Ausfälle sind schwierig zu kompensieren", sagte Davis-Cup-Kapitän Michael Kohlmann.

Absagen kommen überraschend

Die Zverev-Brüder und Kohlschreiber waren zuletzt bei den aktuell noch laufenden US Open im Einsatz und hatten New York mit unterschiedlichen Gefühlen verlassen. Während Hoffnungsträger und Turnier-Mitfavorit Alexander bei seinem Zweitrundenaus gegen Borna Coric enttäuschte, erreichte Mischa immerhin das Achtelfinale (Niederlage gegen Sam Querrey). Auch Kohlschreiber hatte in der Runde der letzten Sechzehn gestanden, wo er sich Grand-Slam-Rekordsieger Roger Federer geschlagen geben musste. Beide Achtelfinalisten wollten sich die Davis-Cup-Strapazen auf dem Sandplatz nach dem anstrengenden Grand-Slam-Turnier ersparen.

Im Vorfeld hatten die Zverev-Brüder ihre Bereitschaft zur Davis-Cup-Teilnahme noch deutlich signalisiert. Die besonders schmerzhafte Absage von Alexander Zverev erklärte Teamchef Kohlmann so: "Sascha war bis zur letzten Sekunde hin- und hergerissen, ob er mit nach Portugal reisen soll oder nicht. Am Ende haben er und sein Team sich entschieden, dass ihn eine einwöchige Umstellung auf Sand im Hinblick auf die wichtigen Turniere in den kommenden Wochen zu sehr belastet hätte." Bereits rund um das Traditions-Turnier am Hamburger Rothenbaum im Juli hatten die Zverevs mit ihrem Verzicht für Schlagzeilen gesorgt.

Becker-Debüt mit Not-Team

Für die Partie in Lissabon sind nun Jan-Lennard Struff, Cedrik-Marcel Stebe sowie die beiden Debütanten Yannick Hanfmann und Doppel-Spezialist Tim Pütz nominiert. Vor allem für Boris Becker sind die Absagen einer herber Rückschlag. Das Tennis-Idol hatte kürzlich seinen Posten als "Head of Men's Tennis" im DTB angetreten und soll in Lissabon seinen ersten Einsatz haben. Die plötzlichen Absagen sind für Becker, der dem abtrünnigen Top-Trio bei den US Open tagtäglich über den Weg lief, und Kohlmann mehrfach bitter - alle drei waren insgesamt in guter Form. Alexander Zverev (fünf Turniersiege in diesem Jahr) wird zudem ab dem kommenden Montag auf dem herausragenden Weltranglistenplatz vier geführt.

Alexander Zverev: Deutschlands Bester aus Hamburg

Dieses Thema im Programm:

Sport aktuell | 05.09.2017 | 17:25 Uhr

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