Stand: 01.03.2016 06:01 Uhr

Das Jahr danach - SVG, Finale und die neue Halle

von Ina Kast

"Ich war unglaublich aufgeregt, in dieser großen Halle vor 10.000 Zuschauern zu spielen", erinnert sich Jannik Pörner. Er stand im Pokalfinale in Halle (Westfalen) gegen den Rekordmeister VfB Friedrichshafen in der Start-Sechs der SVG Lüneburg. "An die ersten Punkte kann ich mich gar nicht mehr erinnern", sagt Pörner. Die SVG zahlte Lehrgeld, unterlag deutlich mit 0:3. Und trotzdem: Der Einzug ins Pokalfinale war der bisher größte Vereinserfolg. "Sportlich war das zu dem Zeitpunkt alles noch ein bisschen viel für die Jungs", sagt Trainer Stefan Hübner rückblickend. Schließlich war es für Spieler wie Pörner das erste Jahr in der ersten Liga. "Ich bin mir sicher, dass ich meine Nerven nun besser im Griff hätte", sagt Pörner heute.

Ein Jahr nach dem Finale: Zeitdruck für den SVG

Revanche geglückt - Rekordmeister besiegt

Dass sich das Team weiterentwickelt hat, zeigte sich vor Kurzem. Knapp ein Jahr nach dem Pokalfinale trafen die Lüneburger erneut auf den scheinbar übermächtigen Gegner VfB Friedrichshafen, dieses Mal allerdings in Lüneburg. Die Gäste wurden überraschend deutlich mit 3:1 besiegt. "Für die meisten Teams, die zu uns kommen, ist es immer eine große Umstellung, in der kleinen Halle zu spielen", sagt Hübner. Zu Hause sind seine Lüneburger wie schon in der Vorsaison eine Macht und konnten neun von zehn Heimspielen für sich entscheiden. "Ich bin sehr zufrieden mit der Entwicklung diese Saison, wir spielen noch attraktiver", sagt Hübner. Die SVG hat nur noch drei Saisonspiele vor sich und steht aktuell auf Tabellenplatz fünf. Damit ist die Qualifikation für die Meisterschaftsrunde so gut wie sicher. Die Play-Off-Spiele beginnen Mitte März. "Es ist vieles drin. Wir müssen aber nun erst mal abwarten, auf welchem Platz wir am Ende landen und welchen Gegner wir bekommen", sagt Hübner.

Planungen für neue Halle laufen

Die Volleyballer stehen allerdings ziemlich unter Zeitdruck, weil sie eine Halle mit einer mindestens neun Meter hohen Decke präsentieren müssen. Bis zum 1. April muss die SVG der Deutschen Volleyball-Liga die konkrete Planung vorlegen. Andernfalls gibt es in der kommenden Saison keine Sondergenehmigung mehr für die Heimspiele in der Gellersenhalle in Reppenstedt. Aus der Politik gibt es positive Signale, dass der Bau einer neuen Halle nur noch eine Frage der Zeit sei. "Aktuell haben wir zwei Standorte ins Auge gefasst. Nennen möchte ich die beiden aber noch nicht, damit die Bodenpreise nicht in die Höhe getrieben werden", sagt Landrat Manfred Nahrstedt (SPD). Bei beiden soll es sich um Plätze im Lüneburger Stadtgebiet handeln. Nahrstedt selbst ist "fest entschlossen", eine Halle zu bauen, die knapp 4.000 Zuschauern Platz bietet. Er fügt aber hinzu: "Die Halle soll für alle in höheren Ligen spielenden Mannschaften da sein und nicht nur für die Volleyballer. Das wissen die auch."

Viele Chancen und ein bisschen Wehmut

Ziel sei es nun, schnellstmöglich zu einer vernünftigen Entscheidung zu kommen. Mit den Kosten geht der Landrat dabei offen um: Acht Millionen Euro sieht er für den Bau der neuen Halle vor. Das Geld müsse hauptsächlich von Landkreis und Stadt kommen, so Nahrstedt. Er rechnet damit, dass es bis Ende März konkrete Pläne zu verkünden gibt. "Es ist überlebenswichtig für Volleyball in Lüneburg, dass wir eine neue Halle bekommen", so Trainer Hübner. Dennoch verspürt er schon jetzt auch etwas Wehmut, wenn er daran denkt, dass seine Mannschaft die Gellersenhalle irgendwann verlassen wird. "Es werden dann sicher auch einige sagen: 'Mensch, dass war doch echt schön damals in der kleinen Halle.'" Er glaube aber fest daran, dass eine neue Halle viel Gutes bringen werde - allen voran viel mehr Zuschauer als bisher. Die Heimspiele in der 800 Menschen fassenden Gellersenhalle sind in dieser Saison jedes Mal ausverkauft.

Hübner will "noch eine Weile" in Lüneburg bleiben

Anfragen für andere Trainerjobs bekommt Hübner nach eigener Aussage immer wieder. Als kürzlich Noch-Bundestrainer Vital Heynen für den Sommer seinen Rücktritt ankündigte, wurde auch von einigen der Name Hübner als Nachfolger in den Ring geworfen. Bisher fungiert Hübner als Co-Bundestrainer und hat aktuell auch nicht vor, Lüneburg zu verlassen. "Ich fühle mich sehr wohl, wo ich bin. Die SVG passt zu mir und zu meiner Entwicklung als Trainer und das wird noch eine Weile so bleiben", versichert der 40-Jährige. "Schon beim ersten Mal, als ich in die Stadt gekommen bin, hatte ich ein sehr angenehmes und entspanntes Gefühl", erinnert er sich. "Hier sind nach wie vor tolle Leute, ich glaube, wir haben noch eine sehr schöne Zukunft vor uns."

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