Stand: 24.09.2017 15:36 Uhr

DTB droht mit Aus für Rothenbaum-Turnier

Wie geht es weiter? Der Hamburger Rothenbaum steht vor entscheidenden Zukunftsfragen.

2018 werden die Tennis-Fans in Hamburg auf jeden Fall noch einmal ein Turnier am Rothenbaum zu sehen bekommen. Was ab 2019 mit der Traditionsveranstaltung passiert, ist vollkommen offen. Klar ist, dass der Deutsche Tennis Bund (DTB) gravierende Forderungen an die Stadt Hamburg stellt. Diese teilte daraufhin am Sonntag mit, dass sie das Turnier weiter unterstützen wolle, allerdings nicht um jeden Preis. Auch Michael Stich steht als Turnierdirektor vor dem Aus. Dessen Vertrag endet im kommenden Jahr. Der DTB gab bekannt, dass die entsprechenden Gremien beschlossen hätten, ab sofort Verhandlungen mit dem Österreicher Peter-Michael Reichel als Veranstalter ab 2019 zu führen.

"Garantiert das beste Gesamtpaket"

"Wir haben in den vergangenen Monaten alle uns vorliegenden Angebote detailliert analysiert. Am Ende haben wir uns für jenes entschieden, das dem DTB nach Bewertung aller Kriterien das beste Gesamtpaket garantiert", sagte DTB-Präsident Ulrich Klaus. Reichel setzte sich neben Stich auch gegen Dietloff von Arnim, jahrelang Turnierdirektor des World Team Cups im Düsseldorfer Rochus-Club, durch. Der 64-Jährige ist in der Tennis-Szene bestens vernetzt und bereits Lizenzinhaber und Turnierveranstalter der Damenevents in Nürnberg und Linz. Zudem sitzt er im "Board of Directors" der WTA und wurde im vergangenen Jahr zum Chairman aller weltweiten Damenturniere gewählt. Klaus: "Das Angebot verspricht für den Verband neben den deutlich verbesserten Konditionen gegenüber der aktuellen Situation auch interessante und zukunftsweisende Optionen für die Turnierlandschaft in Deutschland."

Tennis-Bund fordert Renovierung des Stadions

Die Standortfrage bleibt dabei offen, wie der DTB betonte. "Das Turnier ist seit weit mehr als 100 Jahren in Hamburg verwurzelt und vor allem für die Tennisfans in Norddeutschland ein echtes Highlight. Allerdings: Die Stadt Hamburg muss sich bewegen und für die Ausrichtung des Turniers einen entscheidenden Anteil zu einer vollständig intakten Anlage beitragen. Eine Renovierung des Daches ist unerlässlich. Sollte eine umfangreiche Unterstützung der Stadt nicht sichergestellt werden, müssten wir auch für alternative Standorte offen sein", sagte DTB-Präsident Ulrich Klaus am Sonnabend. Die Anlage am Rothenbaum ist dringend renovierungsbedürftig. Allerdings will und kann der Tennis-Verband die Kosten nicht alleine tragen.

Hamburg will das Turnier - aber nicht um jeden Preis

Eine Reaktion der Stadt Hamburg folgte am Sonntag: Man sei bereit, das Turnier weiter zu unterstützen, wenn auch nicht um jeden Preis. "Wir wollen mit allen Beteiligten vernünftig sprechen, damit das Turnier am Rothenbaum eine Zukunft hat. Allerdings sollte niemand glauben, dass sich die Stadt unter Druck setzen lässt", sagte Sportstaatsrat Christoph Holstein.

Dieses Thema im Programm:

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