Stand: 09.10.2017 06:33 Uhr

Basketball in MV: Die Seewölfe gehen auf Jagd

von Christian Kahlstorff, NDR.de
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An das gehobene Medieninteresse werden sich die Spieler der Rostock Seawolves gewöhnen müssen - sogar beim Fitnesstraining vor der Saison.

Im Fitnessstudio in der Kröpeliner-Tor-Vorstadt in Rostock wird intensiv trainiert. Eine Gruppe hochgeschossener Männer sticht dennoch aus den Sportbegeisterten heraus, die an diesem Donnerstag ins Schwitzen kommen. Ein Filmteam und ein Fotograf begleiten die Basketballer der Rostock Seawolves in den letzten Tagen vor der großen Heimspiel-Premiere für die Saison 2017/2018 - nur eines von vielen Zeichen für die wachsende Begeisterung in der Stadt für einen Sport, der in der Öffentlichkeit noch immer eine sehr kleine Rolle spielt.

Bis zu 3.000 Zuschauer zu den Heimspielen erwartet

Als die Basketballer des Rostocker Vereins EBC vor bald vier Jahren in die ProB Nord aufstiegen, ahnte wohl keiner der Fans und Verantwortlichen, welche dauerhafte Begeisterung für die Randsportart damit in der Stadt ausgelöst werden könnte. Im Herbst 2017 wird klar: In Rostock ist etwas Großes entstanden. Zu den Heimspielen können über 3.000 Zuschauer teilnehmen - und genau so viele erwarten die Verantwortlichen auch bei den Spielen.

Vom EBC zu den Seawolves

Den Verein, erst 1994 als Erster Basketball-Club Rostock e. V. (EBC) gegründet, zeichnet dabei eines aus: jahrelange Aufbau- und Nachwuchsarbeit. Anders als Vereine in München oder den Hamburg Towers wurde hier kein Erstliga-Team zusammengekauft. Wenn in Mecklenburg-Vorpommern über die Jugendarbeit des EBC gesprochen wird, fallen häufig zwei Namen: Daniel Havlitschek und Roman Wolff. Alleine in der Oberliga Mecklenburg-Vorpommern starteten zeitweise drei bis vier Mannschaften des Vereins, um Nachwuchs-Spielern Einsatzzeiten und Spielpraxis zu geben. 2012 erfolgt die Umbenennung der Mannschaft zu EBC Rostock Seawolves - das EBC fällt ein Jahr später weg.

Rostock Seawolves: Mit Teamgeist auf Punktejagd

Umbruch nach dem Knick in der vergangenen Saison

2014 gelang der Aufstieg in die ProB Nord. Seither spielen die Seawolves ohne Unterbrechung in der dritthöchsten Spielklasse im deutschen Basketball. Nach einem verpatzten Saisonstart in der Spielzeit 2016/2017 erlebten die Seawolves ihre erste echte Krise in der ProB. Die Folge war die Entlassung von Trainer Sebastian Wild. Seit Dezember ist Ralf Rehberger Cheftrainer der Wölfe. Rehberger bringt neben Erstliga- auch Nationalmannschaftserfahrung im Coaching mit - und steht für den gewachsenen Anspruch des Teams.

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"Jetzt kann ich meine Erfahrung weitergeben":Teamsenior Daniel Lopez-Dittert ist einer von nur drei Spielern aus der vergangenen Saison.
Käme ein Aufstieg zu früh mit dem neuen Team?

Im Gespräch mit NDR.de will Rehberger das Wort Aufstieg nicht in den Mund nehmen. Das auf neun Positionen runderneuerte Team habe ihn im Training überzeugt, so Rehberger. Dennoch sei man noch nicht dort, wo man hinwolle. Ob das eher Bescheidenheit angesichts einer noch nicht eingespielten Mannschaft ist oder bereits eine Kampfansage an die Konkurrenz, lässt Rehberger mit einem angedeuteten Schmunzeln offen.

Team-Senior Lopez gibt sich bescheiden

Dass man bei neun Spielern trotzdem auf Nachwuchs und Konstanz setzt beweist neben den drei Jugendspielern Theo Brackmann, Nicolas Buchholz, Toni Nickel vor allem Daniel Lopez-Dittert. Der Deutsch-Spanier lebt seit vier Jahren in Rostock. Die Entscheidung, nach Rostock zu ziehen hat er nie bereut, im Gegenteil: Durch sein für Profisport gehobenes Alter von 31 und sein Wissen um das Team und die Stadt könne er seine Erfahrung jetzt an die jungen und neuen Spieler weitergeben, so der 2,06 Meter große Lopez. Nervosität aufgrund der rekordverdächtigen 3.000 erwarteten Zuschauer verspüre er nicht. Gleichzeitig wolle das Team der Vorfreude in der Stadt natürlich gerecht werden.

Es bleibt der Eindruck: Rostock kann sich freuen - auf eine bislang unterrepräsentierte Sportart, auf eine Welle der Begeisterung und am Ende der Saison eventuell auf die Hoffnung auf ein Zweitliga-Team im Profisport.

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