Stand: 28.01.2016 10:43 Uhr

Australian Open: Kerber zieht ins Finale ein

Angelique Kerber steht erstmals in einem Grand-Slam-Finale.

Vor eineinhalb Wochen stand Tennisspielerin Angelique Kerber in Runde eins der Australian Open vor dem Aus - in der Partie gegen die Japanerin Misaki Doi wehrte sie einen Matchball ab. Doch seit jenem Dienstag gab die Kielerin in Melbourne keinen Satz mehr ab und darf nun das erste Grand-Slam-Endspiel ihrer Karriere spielen. Kerber setzte sich im Halbfinale gegen die Engländerin Johanna Konta mit 7:5, 6:2 durch. Nach nur 82 Minuten verwandelte die 28-Jährige ihren ersten Matchball und trifft nun am Sonnabend (9.30 Uhr) auf die Weltranglisten-Erste Serena Williams. Die Amerikanerin hatte im ersten Halbfinale klar mit 6:0, 6:4 gegen Agnieszka Radwanska aus Polen gewonnen.

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Weltranglistenplatz zwei ist möglich

"Ich weiß gar nicht, wie meine Gefühle jetzt sind", sagte Kerber nach dem bislang größten Erfolg ihrer Karriere dem NDR: "Der halbe Traum ist auf jeden Fall in Erfüllung gegangen. Die Reise ist aber noch nicht zu Ende." Vor dem Finale gegen die übermächtige Williams habe sie keine Angst, erklärte Kerber im Interview auf dem Centre Court. "Ich freue mich wirklich auf diese Herausforderung. Ich weiß, dass ich gegen sie mein bestes Tennis spielen muss, aber ich habe nichts zu verlieren. Ich will es einfach genießen." Durch ihren Finaleinzug wird Kerber am Montag in der Weltrangliste auf Rang vier vorrücken, sollte sie Williams sogar bezwingen wäre die Kielerin die neue Nummer zwei der Welt. Bundestrainerin Barbara Rittner macht Kerber Mut: "Ich hoffe, dass Angie einen guten Start erwischt und Serena mental unruhig wird. Vielleicht steht sie ja mit dem falschen Bein auf, sie ist auch nur ein Mensch."

"Ich war sehr nervös"

Kerber erwischte in ihrem insgesamt dritten Halbfinale bei einem Grand-Slam-Turnier einen guten Start und nahm Konta gleich zweimal den Aufschlag ab. Danach verlor sie aber ein wenig den Faden und musste selbst zweimal ihren Aufschlag abgeben. Gegen Ende des ersten Durchgangs steigerte sich die Schleswig-Holsteinerin aber und sicherte sich nach 49 Minuten den ersten Satz. Im zweiten Abschnitt gelangen Kerber erneut zwei schnelle Breaks. In einer insgesamt durchwachsenen Begegnung ließ sich die Norddeutsche den Finaleinzug danach nicht mehr nehmen. Zwar agierte Kerber bei Weitem nicht so stark wie am Tag zuvor im Viertelfinale gegen die Weißrussin Victoria Asarenka. Doch gegen die nervöse Konta, die erstmals bei einem der vier großen Turniere im Halbfinale stand, reichte ihr eine solide Leistung zum Erfolg. "Ich war sehr nervös", sagte Kerber. "Aber nach den ersten paar Spielen habe ich gemerkt, sie ist auch nervös. Ich habe versucht, ruhig zu bleiben. Für mich war es wichtig, das Spiel heute in meine Hand zu nehmen."

Graf gratuliert per SMS

Als bislang letzte deutsche Spielerin stand Sabine Lisicki 2013 in Wimbledon im Endspiel eines Grand-Slam-Turniers. Die letzte Deutsche, die in Melbourne das Finale erreichte, war Anke Huber 1996. Sie verlor vor 20 Jahren dann aber gegen Monica Seles. Letzte deutsche Siegerin Down Under war Steffi Graf 1994. Die ließ es sich nicht nehmen, Kerber zu ihrem Erfolg per SMS zu gratulieren: "Ich freue mich riesig, lieben Gruß aus Las Vegas", schrieb die deutsche Tennis-Legende.

Angelique Kerbers Weg nach oben

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