Sport-Idole des Nordens - Legenden
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Seit 1972 Mitglied bei Werder Bremen: Thomas Schaaf.
Zu Gast bei "Inas Nacht" im Juli 2009 gibt sich Thomas Schaaf offenherzig und humorvoll: Als die Moderatorin Ina Müller zum mitgebrachten DFB-Pokal sagt: "Nächstes Jahr kommst du zu uns nach Hamburg", entgegnet Schaaf schlagfertig: "Nach St. Pauli, oder wo?" Das ist Schaafs trockener Humor, seine lustige Seite. In anderen Situationen gilt Schaaf als der, der zielstrebig, ehrgeizig und fleißig ist und immer hundertprozentig hinter dem steht, was er tut. Im Umgang mit den Medien wirkt er oft kühl und alles andere als offenherzig. Für Schaaf, der bereits fast 40 Jahre seines Lebens beim SV Werder Bremen verbracht hat, ist das nicht arrogant, sondern professionell: "In einer Situation, in der viel dummes Zeug geredet wird, muss ich nicht auch noch überall meinen Senf dazugeben". Der gebürtige Mannheimer weiß selbst genau, dass er oft falsch eingeschätzt wird: "Ich glaube, es gibt nur sehr wenige Menschen, die mich wirklich kennen", sagte er in einem NDR Interview. Wer ist Thomas Schaaf also wirklich?
Seit seinem elften Lebensjahr ist Schaaf Mitglied im SV Werder Bremen - erst als Spieler, später als Trainer. Bis er 18 Jahre alt war, spielte er in der Bremer Jugend, anschließend schaffte er den Sprung in die Profimannschaft. Er war ein Allroundtalent, der in der Abwehr auf allen Positionen spielte und auch im Mittelfeld eingesetzt werden konnte. Innerhalb der Mannschaft übernahm er den Posten des Antreibers, des ehrgeizigen "Arbeitstiers". Seine Bilanz kann sich sehen lassen: Insgesamt absolvierte er im Werder-Trikot 262 Bundesligaspiele und 19 Einsätze in der Zweiten Liga. Zwei Mal gewann er jeweils die Deutsche Meisterschaft und den DFB-Pokal und er holte mit Werder den Europapokal der Pokalsieger.
Schaaf, der im Jahr 1993 eine Ausbildung zum Fußballlehrer an der Deutschen Sporthochschule in Köln absolviert hat, trainierte während seiner Zeit als Profispieler auch sieben Jahre lang eine Bremer Jugendmannschaft, bevor er zum Trainer der Amateurmannschaft aufstieg. Seit 1999 coacht Schaaf mittlerweile die Profimannschaft und ist damit der dienstälteste Coach der Bundesliga. "Ich kann mich sehr gut mit Werder Bremen identifizieren und die Dinge deshalb auch gut angehen", beschreibt Schaaf seine Motivation.
Trainerwechsel, mangelnde Motivation, sportlich erfolglos - im Jahr 1999 drohte Werder Bremen drei Spieltage vor Saisonende der Abstieg. Nachdem Felix Magath als Trainer zurückgetreten war, übernahm Schaaf den Posten. Seine Aufgabe: Die Werder-Elf vor dem Absturz in die Zweite Liga retten. Vor allem die Medien waren skeptisch, ob der bis dato unerfahrene Jungtrainer sein Ziel erreichen würde. "Kann der Neue noch was retten?", titelte die "Bild"-Zeitung. Doch der damals 38-Jährige legte einen Traumstart hin. Er sicherte mit der Mannschaft nach drei Siegen in Serie nicht nur die Klasse, sondern holte einen Monat später auch den DFB-Pokal an die Weser. Durch diesen Sieg wurde Schaaf der erste Trainer, der den Pokal auch schon als Spieler gewonnen hatte.
Die Unterzeichnung eines langfristigen Vertrags im Juli 1999 war nach dieser Erfolgsserie nicht verwunderlich. Um Schaaf zur Seite zu stehen, wurde Klaus Allofs als neuer Sportdirektor verpflichtet. Von da an schrieb der Verein eine Erfolgsgeschichte, nicht zuletzt wegen des guten Verhältnisses zwischen Allofs und Schaaf: "Bei Thomas war mir von Anfang an klar, dass wir uns nicht in die Quere kommen", erzählte Allofs einmal der "FAS".
Einer der wenigen Menschen, die Thomas Schaaf wirklich kennen, ist seine Frau Astrid. Mit ihr ist er seit 1989 verheiratet, und sie haben eine gemeinsame Tochter. Seine Familie und soziales Engagement sind ihm sehr wichtig. Abseits des Fußballfeldes engagiert sich Schaaf, der Loriot sehr bewundert, als Botschafter für das "Zentrum für trauernde Kinder und Jugendliche e.V.". Es war auch seine Frau Astrid, die ihn dazu überredete, Gast in "Inas Nacht" zu sein. Ohne sie hätte der Fernsehzuschauer Schaafs persönliche und humorvolle Seite wohl auch nicht kennengelernt...