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Uwe Seeler mit HSV-Fahne © dpa
 

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Sepp Piontek - Werder-Recke und Wahl-Däne

Werders Sepp Piontek (l.) im Zweikampf mit Franz Beckenbauer von Bayern München © picture-alliance/ Sven Simon Detailansicht des Bildes Laufduell mit dem "Kaiser": Sepp Piontek (l.) im Zweikampf mit Franz Beckenbauer. Als Spieler ein Symbol für Zuverlässigkeit, knallharte Defensive und Kontinuität, als Trainer Offensivdenker und Weltenbummler: Zwölf Jahre lang spielte Sepp Piontek für Werder Bremen, international bekannt wurde er als Trainer der dänischen Nationalmannschaft, die in den 1980er-Jahren mit attraktivem Fußball begeisterte. Im Alter von fünf Jahren kam Piontek 1945 mit seiner Familie aus Breslau (Schlesien) nach Leer in Ostfriesland. Vier Jahre später begann Josef Emanuel Hubertus, den alle nur Sepp nannten, bei Germania Leer mit dem Fußballspielen. 1960 holte Werder Bremen das hoffnungsvolle Talent an die Weser. Coach Georg Knöpfle funktionierte den Torjäger zum Defensivspieler um. Mit Horst-Dieter Höttges, Max Lorenz, "Pico" Schütz und Helmut Jagielski bildete Piontek in der Saison 1964/1965 eine Defensive, die als "Beton-Abwehr" in die Geschichte einging. Lediglich 29 Gegentore kassierte die Elf von Trainer Willi Multhaup in 30 Partien und feierte am Ende der Spielzeit den ersten Meistertitel der Werder-Vereinsgeschichte.

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Dänemarks Nationaltrainer Morten Olsen (r.) im Gespräch mit seinem Kapitän Morten Olsen während der WM 1986. © picture-alliance/ dpa
 
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Meister mit Werder Bremen, sechs Einsätze für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft und eine erfolgreiche Karriere als Trainer der dänischen Auswahl: Die wichtigsten Stationen von Sepp Piontek.

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Trainer bei Werder und dem FC St. Pauli 

Pionteks Leistungen im Verein blieben auch Bundestrainer Helmut Schön nicht verborgen. Im März 1965 gab der Bremer Verteidiger sein Debüt in der deutschen Nationalmannschaft, fünf weitere Länderspiele folgten. Eine schwere Knieverletzung stoppte Pionteks Karriere 1970. In den folgenden zwei Jahren kam er nur noch einmal in der Bundesliga zum Einsatz. Doch Piontek nutzte die Zwangspause, um seinen Trainerschein zu machen und wurde direkt nach dem Ende seiner aktiven Karriere im Oktober 1971 Trainer bei Werder. An seine Erfolge aus aktiven Tagen konnte er nicht anknüpfen. Nach drei Jahren im Tabellen-Mittelfeld verließ er Bremen Richtung Düsseldorf. Bei der Fortuna wurde Piontek nach nicht einmal einem Jahr entlassen. Es folgte die erste Auslandsstation des jungen Trainers. Als Nationalcoach von Haiti arbeitete Piontek unter teilweise abenteuerlichen Bedingungen, hätte sich aber beinahe für die WM 1978 qualifiziert. Piontek kehrte zurück nach Deutschland und führte den FC St. Pauli in der Zweiten Bundesliga auf Rang sechs. Nach dem Lizenzentzug für die Hamburger übernahm er die dänische Nationalmannschaft.

Dänemark ärgert die Großen

Dänemarks Nationalcoach Sepp Piontek gibt während der WM 1986 Anweisungen an seine Spieler. © picture-alliance/ dpa Detailansicht des Bildes Piontek gibt während der WM 1986 Anweisungen an seine Spieler. Die Dänen waren bei Pionteks Ankunft ein weißer Fleck auf der Landkarte des internationalen Fußballs. In Dänemark gab es keine Profi-Liga, die Nationalmannschaft hatte noch nie an einem bedeutenden Turnier teilgenommen. Mit Morten Olsen, Sören Lerby, Michael Laudrup, Allan Simonsen und Preben Elkjaer Larsen hatte Piontek jedoch überragende Spieler in seinem Kader. Der deutsche Coach formte aus ihnen eine starke Mannschaft. Piontek, der schnell dänisch lernte ("mit der Sprache hat das gut geklappt"), gefiel die Mentalität in seiner Wahlheimat. "Man hat in Dänemark mehr Spielraum und ist nicht so abhängig vom Erfolg wie in Deutschland." Ihre Geburtsstunde hatte die große dänische Elf am 21. September 1983. Fast 80.000 geschockte Zuschauer in Wembley sahen einen 1:0-Sieg Dänemarks gegen England, das kleine Land qualifizierte sich für die Europameisterschaft 1984 in Frankreich. "Die eine oder andere Überraschung ist möglich, die Dänen sind zu allem fähig", schätzte Piontek die Chancen seiner Mannschaft bei der EM-Endrunde ein. Sie stürmte mit beeindruckendem Angriffs-Fußball ins Halbfinale, wo sie gegen Spanien erst im Elfmeterschießen ausschied. Experten und Fans waren entzückt von dem kleinen Land, das einen Fußball spielte, wie er zuletzt von der niederländischen Elf um Johan Cruyff zu sehen gewesen war.

Zweite bittere Niederlage gegen Spanien

Michael Laudrup (l.) und Sören Lerby © picture-alliance / Sven Simon Detailansicht des Bildes Leistungsträger im dänischen Team unter Piontek: Michael Laudrup (l.) und Sören Lerby. Bei der WM 1986 machte auch die deutsche Nationalmannschaft schmerzvolle Erfahrungen mit Pionteks Team. Beim 0:2 in der Vorrunde war die DFB-Auswahl ohne Chance. Bis heute ist Piontek der einzige deutsche Trainer, der seine Landsleuten in einem Pflichtspiel schlagen konnte. Nicht wenige trauten den Dänen sogar den Einzug ins Finale zu, doch wieder standen die Spanier im Weg. Vier Treffer von Emilio Butrageno besiegelten das Schicksal der indisponierten Dänen, die sich im Achtelfinale mit 1:5 geschlagen geben mussten. Zwar qualifizierte sich die Piontek-Elf auch für die EM 1988 in Deutschland, ihren Zenit hatte sie aber bereits überschritten. Der Erfolgscoach musste im Februar 1990 gehen, ihm folgte Richard Möller Nielsen. Ohne die zurückgetretenen Superstars schaffte der neue Teamchef eine der größten Sensationen der Fußball-Geschichte. 1992 wurde Dänemark - erst verspätet für das ausgeschlossene Jugoslawien nachgerückt - Europameister. Für Piontek folgten Stationen als türkischer Nationaltrainer, bei Bursaspor in der ersten türkischen Liga sowie ein Engagement in Saudi-Arabien. 1995 kehrte Piontek zurück nach Dänemark und holte ein Jahr später den ersten und einzigen Titel. Mit Aalborg BK wurde er Pokalsieger. Seine Trainerkarriere ließ Piontek als Coach der Nationalmannschaft von Grönland ausklingen.

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