1976 kommt Felix Magath vom Bundesliga-Aufsteiger 1. FC Saarbrücken zum HSV. Am 21. August debütiert er beim 2:2 in Bremen - in der Premierensaison des Linksfußes folgen weitere 29 Einsätze für die Hamburger.
In seiner ersten Saison holt Magath den ersten Titel. Im Endspiel des Europacups der Pokalsieger gewinnen die Hamburger mit 2:0 gegen Anderlecht. Magath erzielt das zweite Tor.
1978 erkrankt Magath an Gelbsucht und beschäftigt sich ausgiebig mit Schach. "Der zweitschönste Sport nach Fußball", urteilt der HSV-Profi.
In der deutschen Nationalmannschaft debütiert der HSV-Regisseur am 30. April 1977 beim 1:2 gegen Jugoslawien in Belgrad.
Andere Clubs zeigen Interesse an Magath, doch Manager Günther Netzer (M.) und Präsident Wolfgang Klein halten den Mittelfeldspieler in Hamburg.
Das wichtigste Tor der HSV-Geschichte: Magath hat Juventus-Keeper Dino Zoff mit einem Fernschuss überwunden. Der HSV wird 1983 Europacupsieger der Landesmeister.
Magath stemmt in Athen den Pokal in den Himmel.
Im selben Jahr wird der HSV auch deutscher Meister, für Magath nach 1979 und 1982 der dritte Titelgewinn in der Bundesliga.
Eine Riesenblamage müssen Magath und Co. in der ersten Runde des DFB-Pokals 1984 hinnehmen. Der Bundesligist scheidet in Geislingen aus.
Zwei große Regisseure im Zweikampf: Bei der WM 1986 setzen sich Magath und die deutsche Nationalmannschaft im Halbfinale gegen Frankreich um Michel Platini durch.
Das Ende der Profi-Karriere: Magath (r.) wird im WM-Endspiel 1986 gegen Dieter Hoeneß ausgewechselt.
Magath wird direkt nach seiner aktiven Laufbahn Manager beim HSV. Die Verpflichtung von Coach Josip Skoblar als Happel-Nachfolger ist eine Fehlentscheidung. Der HSV stürzt ins Mittelfeld ab, Magath wird im Mai 1988 entlassen.
Siebeneinhalb Jahre später ist der gebürtige Aschaffenburger zurück in Hamburg, nun als Bundesliga-Trainer. 1996 führt er die Hanseaten in den UEFA-Cup, kurz vor Ende der folgenden Spielzeit wird Magath entlassen.
Nach einer Station in Nürnberg holt Werder Bremens Manager Willi Lemke Magath im Oktober 1998 zurück in den Norden. Doch keine sieben Monate später folgt die Trennung.
Nächster Arbeitsplatz von Magath ist Eintracht Frankfurt. Unterstützt wird er dort von seinem ehemaligen HSV-Mitspieler Manfred Kaltz.
Das Etikett "Feuerwehrmann" wird Magath erst in Stuttgart los. Um Routinier Krassimir Balakow baut der Coach eine junge Mannschaft auf...
... die 2003 überraschend Vize-Meister wird und in die Champions League einzieht. Magath wird zum Trainer des Jahres gewählt.
2004 verpflichtet Bayern München Magath. In seiner ersten Saison holt der Coach Meisterschaft und Pokal und feiert das Double mit seiner Frau Nicola.
Magath wird 2005 erneut zum Trainer des Jahres gewählt, Michael Ballack erhält die Auszeichnung zum Fußballer des Jahres. Rechts: Bayern-Vorstand Karl-Heinz Rummenigge.
Nach einem 0:0 gegen Bochum ist für Magath Ende Januar 2007 das Kapitel Bayern München beendet. Zwischenzeitlich scheint eine Rückkehr nach Hamburg möglich, letztlich unterschreibt der Trainer beim VfL Wolfsburg.
Als Coach, Manager und Geschäftsführer hat Magath freie Hand beim Werksclub und verpflichtet Dutzende Spieler, unter anderem den italienischen Weltmeister Andrea Barzagli.
Die Investitionen machen sich bezahlt. 2009 werden die "Wölfe" zum ersten Mal in ihrer Vereinsgeschichte deutscher Meister.
Bei einem solchen Erfolg greift auch Teetrinker Magath zum Bierglas.
Für Magath ist der Titelgewinn ein perfekter Abschied. Der Coach wechselt zu Schalke 04.
Beim Revier-Club wird der Meistercoach überschwänglich empfangen. Obwohl der Club große finanzielle Probleme hat, hoffen die Fans auf die erste Meisterschaft seit mehr als 50 Jahren.
Doch daraus wird nichts. Zwar holt Schalke in Magaths erstem Jahr überraschend die Vizemeisterschaft, in der darauffolgenden Saison muss er jedoch nach einem Machtkampf mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden Clemens Tönnies vorzeitig gehen.
Dass der Trainer-Fuchs immer für Überraschungen gut ist, beweist er nur kurz nach seiner Demission auf Schalke. Am 16. März 2011 entlassen, heuert Magath nur zwei Tage später wieder beim VfL Wolfsburg an - als Trainer und Geschäftsführer Sport.
Die zweite Amtszeit bei den "Wölfen" beschert der Lichtgestalt Magath aber viel Schatten: Im Oktober 2012 muss er nach dem schlechtesten Saisonstart der Vereinsgeschichte die Koffer packen.