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Uwe Seeler nach seinem Abschiedsspiel im Volksparkstadion 1972 © dpa
 

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Uwe Seeler mit HSV-Fahne © dpa
 

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Horst Hrubesch - "Manni Flanke, ich Kopf, Tor!"

von Bianca Dennstedt, NDR.de

Horst Hrubesch beim Kopfball © dpa Fotograf: dpa Detailansicht des Bildes Horst Hrubesch bei seiner Spezialität: dem Kopfballspiel. "Manni Flanke, ich Kopf, Tor!" Horst Hrubesch trug sein Herz schon immer auf der Zunge. Ob auf dem Platz oder im Interview: Der Mittelstürmer gab sich nie aufgesetzt, sondern spielte unbekümmert und sprach ganz natürlich über das, was er dachte. Mehr gab es über die "Tor-Formel" des Hamburger SV in den 80er-Jahren auch nicht zu sagen. Manfred Kaltz flankte und Hrubesch köpfte den Ball in die Maschen, fertig. Für diese offene Art liebten ihn die Fans. In den Medien wurde Hrubesch jedoch wegen seiner einfachen Ausdrucksweise oft kritisch beurteilt und negativ dargestellt. Dass in dem "Kopfball-Ungeheuer" von einst mehr steckt, bewies der am 17. April 1951 in Hamm geborene ehemalige Angreifer als Juniorentrainer beim Deutschen Fußball-Bund (DFB). Auch als Coach bleibt sich die gradlinige und bodenständige HSV-Legende treu. Hrubesch ist kein Entertainer, der sich in der Öffentlichkeit präsentieren will. Er ist ein Kumpeltyp, der seine freie Zeit gerne in der Natur verbringt und Tiere liebt.

Vom Fliesenleger zum "Kopfball-Ungeheuer"

V.li. Horst Hrubesch, Bernd Wehmeyer, Manfred Kaltz und Lars Bastrup © picture-alliance / Sven Simon Fotograf: Sven Simon Detailansicht des Bildes Die HSV-Profis Horst Hrubesch, Bernd Wehmeyer, Manfred Kaltz und Lars Bastrup (v.l.) jubeln 1982 mit der deutschen Meisterschale. Vor seiner Profi-Karriere machte Hrubesch zunächst eine Ausbildung zum Fliesenleger, musste den Beruf jedoch wegen einer Zementallergie aufgeben. Daraufhin lernte der gebürtige Westfale Dachdecker. Sechs Jahre arbeitete er in diesem Beruf, ehe er doch noch den Sprung ins Profigeschäft schaffte. Nach mehreren Stationen in der Amateurliga wechselte Hrubesch im Alter von 24 Jahren in die Bundesliga zu Rot-Weiss Essen. Er machte sich schnell einen Namen als Mittelstürmer und wurde 1978 für rund eine Million Mark vom Hamburger SV abgeworben. In fünf Jahren avancierte der kopfballstarke Angreifer zum Torjäger Nummer eins der "Rothosen". Nicht zuletzt mit dem Kopf erzielte der Wahl-Hanseat in 159 Spielen insgesamt 96 Tore für den HSV. Hrubesch feierte mit den Hamburgern seine größten Erfolge: drei deutsche Meistertitel, Europapokalsieger der Landesmeister und Vize-UEFA-Cup-Sieger. Diese Leistungen machten den Stürmer auch für die Nationalmannschaft interessant. Mit 29 Jahren das erste Mal berufen, brachte es der "Spätzünder" noch zum Europameister und Vize-Weltmeister.

Weitere Informationen
Horst Hrubesch und Ditmar Jakobs mit dem Europapokal der Landesmeister
 

Vor 30 Jahren: HSV gewinnt Europacup

Am 25. Mai 1983 gewann der Hamburger SV gegen Juventus Turin sensationell den Europapokal der Landesmeister. Alles zum größten Erfolg des HSV im Dossier bei NDR.de. mehr

"Dorschangeln vom Boot und an den Küsten"

Nachdem Hrubeschs Vertrag beim HSV 1983 aus "Altersgründen" nicht verlängert wurde, spielte der leidenschaftliche Angler, der 1980 als Co-Autor sogar ein Angel-Fachbuch "Dorschangeln vom Boot und an den Küsten" herausbrachte, zunächst beim belgischen Erstligisten Standard Lüttich und wechselte dann zu Borussia Dortmund. Im Jahr 1985 musste Hrubesch, der immer mit vollem Einsatz spielte und sich nie schonte, seine Karriere als Spieler aufgrund einer Leistenoperation beenden. Als 35-Jähriger gelang ihm ein nahtloser Übergang vom Spieler zum Trainer: Er wurde Coach beim damaligen Zweitligisten Rot-Weiß-Essen, den er als Aufsteiger auf Platz zehn der Zweiten Bundesliga brachte.

Europameister mit der U19 und U21

DFB-Trainer Horst Hrubesch wird von Mats Humnmels (l.) und Sandro Wagner auf Händen getragen. © dpa Detailansicht des Bildes Als DFB-Juniorentrainer hat Horst Hrubesch sein Glück gefunden. Neben einigen erfolglosen internationalen Abstechern konnte er 1995 den Abstieg Hansa Rostocks in die Zweite Liga nicht verhindern und erlebte als Coach den Konkurs von Dynamo Dresden hautnah mit. Mit seinem Wechsel zum DFB gelang ihm ein Neustart. Die Kontinuität des Verbandes scheint dem Hundefreund, der als Züchter bereits Preise gewonnen hat, mehr zu liegen als das schnelllebige Bundesliga-Geschäft. Beim DFB feierte der einstige Stürmer auch seine ersten Erfolge als Trainer. 2008 führte er die U19 zum Europameistertitel, ein Jahr später gelang ihm dasselbe Kunststück mit der deutschen U21.

Entspannung auf dem Hof in der Lüneburger Heide

Privat ist der erklärte Atomkraftgegner ebenfalls bodenständig und verbringt die Zeit lieber abseits des Trubels. Mit seiner Frau Angelika, mit der er zwei Söhne hat, lebt er auf einem Hof in der Lüneburger Heide. Hier widmet er sich seinem Hobby "Pferde und Reiten" und schwingt in seiner Freizeit gerne den Tennis- oder Golfschläger und geht zum Lachsangeln.

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Günter Netzer © NDR
 
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Netzer: "Er hat die anderen mitgerissen"

NDR Fernsehen: Sportclub

Der ehemalige HSV-Manager über die kuriose Verpflichtung von Horst Hrubesch und die Qualitäten des "Kopfball-Ungeheuers".

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Hintergrund

Hrubeschs Karriere

Stationen als Spieler:
1970 - 1971 Germania Hamm
1971 - 1972 Hammer SpVg
1972 - 1975 SC Westtünnen
1975 - 1978 Rot-Weiss Essen
1978 - 1983 Hamburger SV
1983 - 1985 Standard Lüttich
1985 - 1986 Borussia Dortmund
Februar - Juli 1988 SC Westtünnen

Stationen als Trainer:
1986 - 1987 Rot-Weiss Essen
Februar - Juli 1988 SC Westtünnen
1988 - 1990 VfL Wolfsburg
1990 - 1992 FC Swarovski Tirol
Januar - Juni 1993 F.C. Hansa Rostock
1994 - 1995 Dynamo Dresden
1995 - 1996 FK Austria Wien
Juli - September 1997 Samsunspor
seit 1997 beim DFB

Erfolge als Spieler:
Europameister 1980
Vizeweltmeister 1982
Europapokalsieger der Landesmeister 1983
Europapokalfinalist der Landesmeister 1980
UEFA-Pokalfinalist 1982
Deutscher Meister 1979, 1982, 1983
Deutscher Vizemeister 1980, 1981

Erfolge als Trainer:
U19-Europameister 2008
U21-Europameister 2009

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In typischer Haltung: Uwe Seeler im Volksparkstadion gegen Eintracht Frankfurt © dpa
 
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