Stand: 19.04.2016 12:17 Uhr

Benno Möhlmann: Spieler, Trainer, Funktionär

von Florian Neuhauss, NDR.de

Benno Möhlmann ist eine Institution im deutschen Fußball. Seit 1972 mischt er fast ohne Unterbrechung im Profi-Bereich mit, zunächst als Spieler, dann als Trainer. Inzwischen hat er mehr als 1.000 Spiele absolviert.

Benno Möhlmann (M.) gab bei Werder neun Jahre lang den Takt im Mittelfeld an.

Die Statistik weist Benno Möhlmann als deutschen Meister aus - und doch blieb die Spielerkarriere des Niedersachsen unvollendet. "Ich fühle mich nicht als Meister", sagt der Ex-Profi von Werder Bremen NDR.de. "Schließlich habe ich in der Saison nur eine gute halbe Stunde für Werder gespielt." Seit dem Bundesliga-Aufstieg 1981 gehörten die Hanseaten zur Spitzengruppe. Zweimal belegten die Bremer um Kapitän Benno Möhlmann Rang fünf, gleich dreimal holten sie die Vizemeisterschaft. Den größten Erfolg der Vereinsgeschichte seit 1965 erlebte Möhlmann aber nur aus der Distanz: Seit dem 13. Spieltag der Saison 1987/1988 kickte der Mittelfeldspieler, zuvor unter Otto Rehhagel kaum noch eingesetzt, nämlich für den Nordrivalen HSV. Und während die "Rothosen" am Ende Sechster wurden, feierte Werder die zweite Meisterschaft der Vereinsgeschichte, an der Möhlmann eben mit ein paar Minuten Spielzeit beteiligt war. Ein halbes Jahr später beendete er seine aktive Karriere. Möhlmann blieb dem Fußball aber erhalten und hat mittlerweile mehr als 1.000 Profi-Partien als Spieler und Coach absolviert.

Benno Möhlmanns Karriere in Bildern

Möhlmann führt Werder zurück in die Bundesliga

Möhlmann stammt aus Lohne und begann seine Karriere im nahen Münster. In der Saison 1994/1975 gelang ihm in der Zweiten Liga der Durchbruch und er verpasste in den folgenden drei Spielzeiten kein einziges Spiel der Westfalen. "Ich war es gewohnt, zu kämpfen. Ich musste immer um meinen Platz kämpfen", erinnert sich Möhlmann, der sich so auch nach seinem Wechsel zu Werder im Sommer 1978 schnell durchsetzte. "Ab der dritten Saison trug ich die Kapitänsbinde." Die Bremer waren aus der Bundesliga abgestiegen, aber der mittlerweile 26-Jährige stellte sich der Verantwortung und führte die Hanseaten zum direkten Wiederaufstieg. Und damit auch direkt in den Kampf um die internationalen Startplätze und die Meisterschaft.

Als Profi

  • 1972 - 1978 Preußen Münster
  • 1978 - 1987 Werder Bremen
  • 1987 - 1989 Hamburger SV

  • 255 Erstliga-Spiele / 35 Tore
  • 188 Zweitliga-Spiele / 40 Tore

Als Trainer
  • 1990 - 1992 Hamburger SV II
  • 1992 - 1995 Hamburger SV
  • 1995 - 1997 Eintracht Braunschweig
  • 1997 - 2000 SpVgg Greuther Fürth
  • 2000 - 2004 Arminia Bielefeld
  • 2004 - 2007 SpVgg Greuther Fürth
  • 2007 - 2008 Eintracht Braunschweig
  • 2008 - 2009 SpVgg Greuther Fürth
  • 2010 - 2011 FC Ingolstadt
  • 2011 - 2015 FSV Frankfurt
  • ab Oktober 2015: 1860 München

"Dieser verpasste Titel hat mich sehr geärgert"

Besonders knapp ging es in der Saison 1985/1986 zu, als die Bremer erst am letzten Spieltag den ersten Platz für Bayern München räumen mussten. Eine Woche zuvor hatte Michael Kutzop mit seinem berühmten Elfmeter-Fehlschuss im direkten Duell gegen die Bayern das Unheil heraufbeschworen. "Dieser verpasste Titel hat mich schon sehr geärgert. In der Saison war ich lange Stammspieler, habe mich dann aber verletzt", berichtet Möhlmann. "Im Saisonendspurt habe ich mich dann wieder fit gefühlt, aber Rehhagel hat mich trotzdem nicht mehr eingesetzt. Ich habe noch oft gedacht, dass wir den Titel hätten holen können, wenn ich doch bloß noch gespielt hätte."

Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 01.08.2014 | 12:17 Uhr

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